Wolf Biermann - Das Kölner Konzert 13. November 1976 (2 Discs)
Ab 1965 galt für Wolf Biermann in der DDR nicht nur ein Auftritts-
und Publikationsverbot, sondern auch ein Reiseverbot, und zwar
sowohl nach Ost als auch nach West. 1976 wurde dem Liedermacher und
Dichter überraschend die Ausreise zu einer Tournee nach
Westdeutschland genehmigt. In Köln gab er am 13. November desselben
Jahres vor 8000 Menschen sein erstes Konzert nach fast zwölf Jahren
Auftrittsverbot. Dass die Ausreise nur genehmigt worden war, um
Biermann auszubürgern, war damals noch niemandem klar. Drei Tage
später kam die Meldung, dass "Biermann das Aufenthaltsrecht in
der DDR aberkannt worden ist". Mit den Protesten im Westen
hatten die verdorbenen Greise im Politbüro gerechnet, nicht aber
mit dem Protest im eigenen Land. Tausende Menschen ergriffen dort
Partei für Biermann, viele bezahlten dafür mit jahrelanger Haft.
Zahlreiche Schriftsteller und Schauspieler verließen die DDR - der
Anfang vom Ende des real existierenden Sozialismus. Auf zwei DVDs
ist erstmals das ganze Konzert in dreieinhalbstündiger Länge zu
sehen.
Wolf Biermann, geboren 1936 in Hamburg, ist Liedermacher, Dichter, Übersetzer und Essayist. 1953 ging er in die damalige DDR und 1976 wurde er ausgebürgert. Lebt seitdem wieder in seiner Vaterstadt. Literaturpreise u.a.: Theodor-Fontane-Preis 1968, Jacques-Offenbach-Preis 1971, Friedrich-Hölderlin-Preis 1989, Georg-Büchner-Preis 1991, Heinrich-Heine-Preis 1993, 2006 Joachim-Ringelnatz-Preis für Lyrik der Stadt Cuxhaven. 2006 erhielt Wolf Biermann das Bundesverdienstkreuz.