Silbermond überzeugen in ihrem Debüt "Verschwende deine
Zeit" mit organischem Deutsch-Pop, der die Eigenständigkeit
der Band unterstreicht. Zwar heult inzwischen leider in manchem
Kopf die Casting-Alarm-Sirene auf, wenn man auf eine Band trifft,
deren Mitglieder zwischen 19 und 21 Jahren alt sind. Mit Silbermond
steht aber eine Band am Start, die im Handumdrehen derlei
Vorurteile vom Tisch fegt. Die krachenden Licks von Gitarrist
Thomas Stolle, die sich durch sämtliche fünfzehn Songs des Debüts
ziehen, werden vom soliden Rockfundament seines Bassisten-Bruders
Johannes und Drummer-Kollege Andreas Nowak getragen. Zu dritt
liefern sie Powerpop- und Rockgrooves, die den perfekten Rahmen für
Sängerin Stefanie Kloß' Stimme bilden. Ohne die Schnoddrigkeit
eines Lindenberg bemühen zu müssen, überzeugt sie mit lässigem
Rockgesang, der die jugendrelevanten Texte perfekt transportiert.
Das muss auch Paul Stanley von Kiss gedacht haben, der Silbermond
spontan eine Komposition zur Verfügung stellte, nachdem die vier
Sachsen den Text zu "Mach's dir selbst" draufgesetzt
hatten. Griffige Refrains und Pop der härteren Art liefern Songs
wie "Verschwende deine Zeit" und "Passend
gemacht", während Silbermond mit "Durch die Nacht"
beweisen, dass sie auch langsam-balladesk können. Nein, hier ist
sind keine zusammengecasteten Mucker am Werk. Silbermond ist eine
gewachsene Band, was die vier Bautzener vor allem live
unterstreichen. Dass es ihnen gelungen ist, die Energie ihrer
Konzerte auch auf den digitalen Silberling zu bannen, ist nicht
zuletzt ihren Produzenten Ingo Politz und Bernd Wendlandt zu
verdanken. Um es mit den Worten von Paul Stanley zu sagen, nachdem
er seine eingedeutschte Komposition gehört hatte: "Go for
it!" Es gibt deutlich profillosere Möglichkeit, seine Zeit mit
Musik zu "verschwenden".
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