Erstes Album des kanadischen Sunnyboys Bryan Adams seit fünf Jahren
- und um einiges packender, als die Balladen-lastigen Werke der
90er. Böse Zungen behaupten, der ewig jugendliche Kanadier nehme
seit 24 Jahren ein- und dieselbe Platte auf und sei nur deshalb so
erfolgreich, weil er stets die passende Ballade am Start hat, um
vor allem weibliche Fans zu betören. Ein Ansatz, der Adams reich
und berühmt gemacht hat, aber auch in eine kreative Sackgasse
manövrierte - als notorischer Schmusesänger, über den echte Rocker
allenfalls die Nase rümpfen. Doch dieses Image scheint er nun
zumindest ein bisschen korrigieren zu wollen. So entstanden
sämtliche Songs in diversen Hotelzimmern seiner letzten Tour - mit
minimalem Aufwand, viel Spaß und bei gutem Essen und Wein (daher
der Albumtitel). Das Ergebnis kann sich hören lassen: Zwar mag er
auf die eine oder andere schmachtende Ballade wie "No
One" nicht verzichten, aber gerade die härteren Rocksongs wie
"Eastside Story" oder "Open Road" wirken so
packend und frisch wie schon lange nicht mehr. Eben eingängige
Melodien mit vielen Ecken und Kanten sowie einem charmanten
Kratzbürstengesang, der zuweilen stark an Rod Stewart erinnert. Und
das ist schließlich nicht die schlechteste Referenz. Fazit:
"Room Service" ist bodenständig, solide und gut. Die
Rock-Konsens-Platte 2004 - nicht zu hart, nicht zu weich, sondern
immer im goldenen Mainstream.
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