Das dritte Studioalbum von Maroon 5, "Heads All Over",
erschien vor zwei Jahren und konnte kommerziell nicht ganz an die
früheren Erfolge der Band anknüpfen. Auf "Overexposed"
aber präsentiert sich das Quintett aus Los Angeles in bester Form
mit zwölf neuen Songs, die ziemlich unwiderstehlich ins Ohr gehen.
Zwar fielen die Verkaufszahlen des Vorgängers, "Heads All
Over", etwas bescheidener aus, aber dafür war die
Medienpräsenz von Maroon 5 in den vergangenen Monaten nicht von
schlechten Eltern - nicht zuletzt wegen dem überwältigenden Erfolg
des Songs "Moves Like Jagger". Und genau an die
herausragende Qualität dieses Titels knüpft die Band um Sänger Adam
Levine auf "Overexposed" an. Bereits der lässig groovende
Opener "One More Night" ist ein unwiderstehlicher
Ohrwurm, bei dem Maroon 5 mit glasklaren Popharmonien glänzen.
Überhaupt steht ihr viertes Album, das mit Unterstützung von
Produzenten wie Max Martin, Benny Blanco und Ryan Tedder entstand,
ganz im Zeichen des Pop. Maroon 5 verzichten zwar nach wie vor
nicht auf geschickt verpackte Rock-, Funk- und Soulelemente in
ihrem Sound, aber mehr denn je setzt das Quintett auf die
Strahlkraft lupenreiner Popmelodien, mit denen Songs wie die
gemeinsam mit Wiz Khalifa eingespielte Single "Payphone"
oder der mit einem mitreißenden Groove ausgestattete Titel
"Lucky Strike" die nötige Durchschlagskraft erhalten. Der
stärkste und zugleich auch nachdenklichste Track des Albums, die
Midtempo-Hymne "Fortune Teller", zeigt noch einmal
konsequent die Stärken der Band auf, die im Moment einfach alles
richtig zu machen scheint. Norbert Schiegl
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