Im Bereich Soul und Pop lassen die Söhne Mannheims die Konkurrenz
weit hinter sich. Schon mit dem Debütalbum "Zion" setzten
sie neue Maßstäbe. Drei Jahre Zeit gönnten sie sich, um ihrem
ersten Longplayer mit "Noiz" einen mehr als ebenbürtigen
Nachfolger zur Seite zu stellen. An der stilistischen Ausrichtung
hat sich auf "Noiz" nichts geändert. Noch immer gelingt
es der Formation um Xavier Naidoo, aus weitgehend bekannten Pop-,
Rock-, Soul-, R&B- und HipHop-Elementen einen unverwechselbaren
Sound zu zimmern. Die Söhne Mannheims nehmen ihre Mission durchaus
ernst. Das belegen Textzeilen aus dem Song "Dein Leben":
"Wir müssen was bewegen, sonst bewegt sich nichts, es geht
nicht nur um dein Leben, sondern ob es ein Leben ist". Das
Musikerkollektiv um die beiden Keyboarder Michael Herberger und
Florian Sitzmann sowie die Sänger Claus Eisenmann, Tino Oac und
Xavier Naidoo lässt in den 14 Songs keinen Zweifel daran aufkommen,
dass es den Hörern mehr bieten will als nur nette Popmusik. Dazu
sind die Texte in Stücken wie "König der Könige" oder
"Babylon System" viel zu ambitioniert. Die Mannheimer
fordert ihre Fans in fast jedem Song auf, sich Gedanken über diese
Welt und ihre sozialen Probleme zu machen. Besonders überzeugend
gelingt das beim Titel "Traurige Lieder", der die
Mechanismen des alltäglichen Rassismus entlarvt. Doch der erhobene
Zeigefinger alter Prägung ist nicht die Sache der Söhne Mannheims:
In den Songs prangern sie zwar Missstände an, fordern die Hörer
aber zugleich auf, mehr Engagement zu zeigen, statt sich in
Betroffenheitsritualen zu ergehen. Besonders beeindruckend sind die
Söhne Mannheims immer dann, wenn sie wie bei "Zionoizion"
klassische Elemente mit opulent ausgemalten Pop-Melodien verbinden.
"Noiz" ist wie das erste Album der Band keine leichte
Kost, dürfte aber aus genau diesem Grund mindestens ähnlich viel
Aufmerksamkeit generieren.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
Wie schon das Debüt-Album Zion, verfolgt das Nachfolgewerk der Söhne Mannheims ein ähnliches Konzept. Die Songs bestehen zum größten Teil aus der "anti-Babylonischen-Weltauffassung" und der Verherrlichung von Liebe...ob diese Liebe an Gott oder jemand anderen gerichtet ist, bleibt jedem Hörer selbst überlassen....reine Interpretationssache. Diese Bandbreite der Interpretationen beflügeln jeden Xavier-Fan aufs Neue und wissen auch Neulinge zu begeistern. Insgesamt sehr empfehlenswert und definitv eine Bereicherung für jede Audio-Sammlung.