Bon Iver - Bon Iver

Bon Iver 

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Produktinformation

  • Anzahl: 1
  • Datenträger: LP (Vinyl)
  • Erscheinungstermin: 17.06.2011
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 12.06.2011

Wir sind nicht mehr in Kansas

Erst ging er in den Wald, jetzt in die Welt: Justin Vernon, genannt Bon Iver, hat eine große und weite Platte gemacht

Dennis Hopper wollte immer wissen, wohin die Züge fahren. Er ist an den Gleisen groß geworden, die quer durch den Wilden Westen gelegt wurden, in Dodge City, das liegt in Kansas: "Rauchende Colts" spielte hier, die Cowboyserie aus der Zeit, als die kleine Stadt noch Grenzposten zum großen Nirgendwo war. Hier fangen Geschichten an, Hopper hat ein paar von ihnen erzählt.

In den ersten, undeutlichen, verwehten Sekunden der neuen Platte von Bon Iver, die, je länger sie dauert, immer deutlicher zu einer der besten amerikanischen Platten seit langer, wirklich langer Zeit wird, hört man die Glocken eines Bahnübergangs. Ein Zug. Aber bevor man ihn auch hören kann, legt sich eine Gitarre in den Weg, und dann beginnt ein Lied, das sich weit und weiter auftürmt, erst kommt noch eine Gitarre und dann der Gesang dazu, hellstes Falsett, dann noch ein Schlagzeug, irgendwann auch Bläser, bis das Lied ungefähr so groß ist wie Kansas. Justin Vernon hat dieses Lied geschrieben. Es heißt "Perth" (also ein …

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kulturnews - RezensionBesprechung
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(c) bunkverlag
Justin Vernon alias Bon Iver hat eine Verweigerungsplatte aufgenommen - zumindest aufs erste Hören. Nach dem großen Erfolg seines Debüts "For Emma, forever ago" wurde von Vernon erwartet, dass er als entrückter Folkie mit Akustikgitarre weitermacht. Doch der Singer/Songwriter aus Wisconsin hat die letzten drei Jahre genutzt, um in seinem Heimatkaff ein Studio einzurichten, in dem ihn viele Freunde besucht haben. Streicher, Bläser, verhaltene Elektronik: "Bon Iver" überrascht mit Bandsound. Natürlich klingt der charakteristische Wechsel von emotionaler Brust- und hoher Kopfstimme noch immer tieftraurig, doch wer sich intensiver auf die Texte der mit realen und metaphorischen Ortsnamen betitelten Songs einlässt, stößt auf neue Lebensfreude. Mit der Zeit wird aber auch deutlich, dass das Allerwichtigste eben doch verschwunden ist: Vermeintlich sperrige Songs wie "Holocene" und "Calgary" verwandeln sich in Ohrwürmer. Bon Iver kann zum Bandprojekt mutieren, und Justin Vernon mag vielleicht sogar ein glücklicher Mensch werden - aber hartnäckigen Fans wird er immer Herzensangelegenheiten liefern. (cs)
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