Das ehemalige Parteizentrum der NSDAP in München - Grammbitter, Ulrike; Lauterbach, Iris

Ulrike Grammbitter Iris Lauterbach 

Das ehemalige Parteizentrum der NSDAP in München

Hrsg. v. Zentralinstitut f. Kunstgeschichte. Mit e. Beitr. v. Klaus Bäumler

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Neuauflage / -produktion erscheint vorauss. Juni 2013
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Das ehemalige Parteizentrum der NSDAP in München

Das Parteizentrum der NSDAP am Königsplatz in München war das erste repräsentative Bauprojekt der Nationalsozialisten in Deutschland. Nach Plänen von Paul Ludwig Troost entstand bis 1937 ein monumentales Forum der Bürokratie und des Kults. Der klassizistische Platz wurde zum Kultort für die in zwei »Ehrentempeln« beigesetzten »Märtyrer der Bewegung« und zur Kulisse für die Massenaufmärsche der NSDAP. Während im »Verwaltungsbau« unter der Leitung des Reichsschatzmeisters das Parteivermögen kontrolliert und die Kartei der über sieben Millionen Parteimitglieder geführt wurde, diente der »Führerbau« Adolf Hitler und seinem Stellvertreter als repräsentativer Amtssitz. 1945 richtete die amerikanische Militärregierung in den ehemaligen Parteibauten den Central Art Collecting Point ein. Von hier aus wurden Werke der nationalsozialistischen Beutekunst an die rechtmäßigen Eigentümer in ganz Europa restituiert. Seit 1947 hat das Zentralinstitut für Kunstgeschichte seinen Sitz im ehemaligen »Verwaltungsbau der NSDAP«.
Zahlreiche Abbildungen führen die Gebäude am Königsplatz vor Augen, in deren unmittelbarer Nähe in Kürze das NS-Dokumentationszentrum für München errichtet werden soll. Die Publikation fasst die Geschichte des Parteizentrums und die Nutzungen der Gebäude seit dem Anfang der 1930er Jahre bis heute zusammen.


Produktinformation

  • Verlag: Deutscher Kunstverlag
  • 2013
  • Neuaufl.
  • Ausstattung/Bilder: Neuaufl. 2013. 96 S. m. 40 z. Tl. farb. Abb.
  • Seitenzahl: 96
  • DKV-Edition
  • Deutsch
  • Abmessung: 202mm x 121mm x 10mm
  • Gewicht: 168g
  • ISBN-13: 9783422021532
  • ISBN-10: 3422021531
  • Best.Nr.: 23889384
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 29.09.2009

Bürokratie und Kult
Ein neues Buch beschreibt die Geschichte des NS-Parteizentrums am Königsplatz bis zur Gegenwart
Mitten in der Stadt, dicht am Königsplatz, scheint der Krieg erst gestern geendet zu haben. Einschusslöcher, die tiefe Narben hinterlassen haben, bröckelndes Mauerwerk, marode Balustraden mit Anrecht auf einen Schwerstbeschädigtenausweis: An der Ostfassade des einstigen „Verwaltungsbaus” der NSDAP an der Meiserstaße hat sich seit 1945 so gut wie nichts getan. Wer filmgerechte Relikte aus den letzten Kampftagen des tausendjährigen Reichs sucht, müsste über diesen Anblick begeistert sein.
Während der kommunale Sanierungseifer inzwischen auch Gebäude wie das Polizeipräsidium an der Löwengrube erfasst hat, ist der NS-Bau in direkter Nachbarschaft zum künftigen NS-Dokumentationszentrum kein Thema. Erkundigt man sich bei Architekten oder Ämtern, erfährt man höchstens von der bemerkenswert soliden und widerstandsfähigen Bausubstanz. Was ja – ungewollt – fast schon Adolf Hitlers pathetische Verheißung von 1937 bestätigen würde: „Deshalb sollen diese Bauwerke nicht gedacht sein für das Jahr 1940, auch nicht für das Jahr 2000, …

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Iris Lauterbach studierte Kunstgeschichte und Romanistik und promovierte im Jahr 1985. Seit 1991 arbeitet sie in der Forschungsabteilung des Zentralinstituts für Kunstgeschichte in München und lehrt Geschichte der Gartenkunst an der Technischen Universität München. Zu ihren Hauptforschungsgebieten gehören das 18. Jahrhundert in Frankreich und die Geschichte der europäischen Gartenkunst vom 16. bis zum frühen 19. Jahrhundert.