Stalins Geist / Arkadi-Renko-Thriller Bd.6 - Smith, Martin Cruz

Martin Cruz Smith 

Stalins Geist / Arkadi-Renko-Thriller Bd.6

Roman. Ausgezeichnet mit dem Deutschen Krimi-Preis, Kategorie International 2008

Dtsch. v. Rainer Schmidt
Broschiertes Buch
 
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Stalins Geist / Arkadi-Renko-Thriller Bd.6

"Ein bemerkenswerter Thriller. Liebevoll seziert Martin Cruz Smith die russische Seele. Tiefgründig und doppelbödig." -- 3sat Kulturzeit

"... sein sechster und bisher vielleicht bester Roman um den russischen Polizisten Arkadi Renko." -- Der Tagesspiegel

Deutscher Krimi Preis 2008
In der Moskauer U-Bahn werden in diesem Winter die Menschen von Stalin höchstpersönlich heimgesucht. Ist der Diktator wieder auferstanden? Bei seiner Suche nach Stalins Geist stößt Chefermittler Arkadi Renko auf diverse Leichen, geheime Massengräber und grausige Relikte der Vergangenheit. Und er findet heraus, dass es Verbindungen zwischen Stalins Auftauchen und der geheimnisumwitterten OMON gibt, die im Tschetschenien-Krieg als berüchtigte Elite-Einheit agierte. Aber auch seine Lebensliebe Eva scheint in all diese Vorkommnisse verwickelt zu sein

Der sechste Fall für Ermittler Arkadi Renko.


Produktinformation

  • Verlag: Goldmann
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 364 S.
  • Seitenzahl: 384
  • Goldmann Taschenbücher Bd.47146
  • Deutsch
  • Abmessung: 185mm x 117mm x 33mm
  • Gewicht: 315g
  • ISBN-13: 9783442471461
  • ISBN-10: 344247146X
  • Best.Nr.: 26256008
"... sein sechster und bisher vielleicht bester Roman um den russischen Polizisten Arkadi Renko." Der Tagesspiegel

"... sein sechster und bisher vielleicht bester Roman um den russischen Polizisten Arkadi Renko."

kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Arkadi Renko, den kennt man aus "Gorki Park", von Martin Cruz Smith 1981 geschrieben. In "Stalins Geist" schickt der US-Autor seinen einzigartigen Ermittler zum sechsten Mal in ein authentisch beschriebenes Russland. Geschichte und Gegenwart treffen aufeinander, als den Menschen in einer Moskauer U-Bahn Stalin begegnet sein soll. Ist das möglich? Oder ist alles nur billige Maskerade? Renkos eigenwillige Nachforschungen eskalieren, und einmal mehr wird er von den Ermittlungen entbunden und versetzt. Den Ort darf er sogar selbst wählen, er entscheidet sich für die Stadt Twer. Hier laufen alle Spuren zusammen - Spuren aus dem Zweiten Weltkrieg und dem Tschetschenien-Krieg. Die beispiellose Kunst des Autors, surreal erscheinende Situationen zu kreieren, fängt der Sprecher Dietmar Wunder in seiner atmosphärischen Lesung gut ein. Er trägt klar vor und verleiht dem einzigartigen Romanstoff dadurch pointiert Wirkung. (rs)

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 27.03.2008

Die leicht radioaktive Ex-Geliebte
So müssen Polit-Thriller sein: Martin Cruz Smiths rasanter Roman „Stalins Geist”
In der Moskauer Metro erscheint spät nachts Stalins Geist. Eine Prostituierte sieht ihn, aber auch zwei Amerikaner, Wiley und Pachecho. Sie sind gerade in Moskau, um den Wahlkampf von Nikolaj Isakow etwas aufzupeppen. Der Inspektor der Staatsanwaltschaft soll für die russischen Patrioten ins Parlament.
Seltsam. Viel ist derzeit von diesem Isakow die Rede. Einerseits war er der Anführer einer Eliteeinheit russischer Soldaten im zweiten tschetschenischen Krieg. Sie gehörten zu den Schwarzen Beretten, Omon genannt, setzten sich bei einer Brückenschlacht gegen eine mehrfache Übermacht durch. Andererseits nimmt Victor, ein Kollege des Inspektors, einen Anruf ab, der an Urman, einen treuen Gehilfen von Isakow, gerichtet ist. Die Dame am Apparat, Chefin eines Partnervermittlungsinstituts, sucht nach jemandem, der ihren Mann umbringt. Er schlägt sie, ist faul, trinkt. Victor traut seinen Ohren nicht, lädt die Dame ein und horcht sie, gemeinsam mit Arkadi Renko, aus.
Renko ist die Hauptfigur von „Stalins Geist” und eigentlich …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Hannes Hintermeier ist auch vom sechsten Arkadi-Renko-Krimi von Martin Cruz Smith restlos begeistert, und es ringt ihm große Bewunderung ab, wie tief sich der amerikanische Autor mittlerweile in die Geschichte und Gegenwart Russlands eingefunden hat. In diesem an Grausamkeiten reichen Roman soll der unter beruflichen und privaten Schwierigkeiten leidende Renko einer Erscheinung von Stalins Geist in der Moskauer U-Bahn nachgehen, der ungeachtet eines gerade aufgefundenen Massengrabs von den Menschen wieder verehrt wird und von einem ultranationalistischen Veteran des Tschetschenien-Kriegs für seinen politischen Wahlkampf genutzt wird, fasst der Rezensent zusammen. Es ist nicht zuletzt ein packendes Buch über "Väter und Söhne" mit Stalin als "Übervater", wobei der Roman ein grelles Licht auf die stalinistische Geschichte und auch auf das Russland von heute mit seiner neureichen Oligarchie wirft, preist Hintermeier.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 12.12.2007

Schlechte Zeiten für Lyrik

War das nicht eben Stalin? Martin Cruz Smith lässt seinen Ermittler Arkadi Renko in Moskau und in der Provinz nach Leichen graben, über die andere gegangen sind.

In den sechsundzwanzig Jahren, seit "Gorki Park", der erste Band mit dem Ermittler Arkadi Renko, erschienen ist, hat sich Martin Cruz Smith zu einem ernsthaften Chronisten der russischen Gegenwart gemausert. Für einen amerikanischen Journalisten, der kein Russisch spricht, keine üble Leistung; zumal diese auf dem Gebiet des Unterhaltungsromans geglückt ist, eines Genres, das sich bezüglich literarischer Ambition oft allzu gern selbst Schreibverbot erteilt. "Stalins Geist", soeben in deutscher Übersetzung erschienen, ist erst der sechste Auftritt Renkos - für das unersättliche Thriller-Publikum ein seltener Gast. Das Warten hat sich gelohnt, denn Smith ist erneut ein atmosphärisch dichter Roman gelungen.

Am Ende von "Gorki Park" hätte Arkadi Renko die Chance gehabt, Russland zu verlassen. Da er insgeheim Patriot ist, ist er geblieben. Aber nun geht es dem ewigen Gegen-den-Strom-Schwimmer schlecht in seiner Heimat. Seine Beziehung zur Kinderärztin Eva …

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"Arkadi Renko ist ein liebenswerter Einzelgänger ... unbeirrbar, verbissen, eben ein Held." Die Welt<br/><br/>"Martin Cruz Smith' Romane sind das Beste, was überhaupt über die zerfallende Sowjetunion, den Alltag unter der Perestroika, unter Jelzin und Putin geschrieben wurde" Tobias Gohlis, WELT Krimibestenliste<br/><br/>"Peter Temple ist hierzulande die größte Krimi-Entdeckung dieses Frühlings. " Sven Boedecker, Sonntagszeitung<br/><br/>"Martin Cruz Smith und der Detektiv Arkadi Renko sind unwiderstehlich." Time Magazine<br/><br/>"Endlich ist Arkadi Renko wieder da - ein grandioser Held!" The New York Times<br/><br/>"Dieser meisterhafte Thriller wirft ein deutliches Licht auf das Russland von heute." Publishers Weekly<br/><br/>"Der Amerikaner Smith, 65, hat hier einmal mehr das aktuelle Russland akribisch recherchiert und aus seinem Material einen intelligenten Thriller komponiert." Sonntagszeitung<br/><br/>"Stalins Geist ist ein Page-Turner, der bleibenden Eindruck hinterlässt. Und je länger man über Inhalt und Figuren nachdenkt, umso mehr laufen einem kalte Schauer über den Rücken." Österreich<br/><br/>"mit "Stalins Geist", kehrt die Gänsehaut zurück" Wieland Freund, DIE WELT<br/><br/>"Persönliche Schuld und Verstrickung, nachsozialistische Wertverlorenheit, kapitalistische Amoral und die Traumatisierungen des Krieges - aus all dem konstruiert Martin Cruz Smith einen düsteren, metaphernschweren Kriminalroman und Politthriller, der deshalb so überzeugt, weil er nicht nur richtig gut erzählt ist, sondern auch die politische Lage in Russland sehr nah und dicht zu spiegeln scheint. Ein Zeitdokument, ein typischer Arkadi Renko-Roman eben..." Ulrich Noller, WDR<br/><br/>"Ein brandaktueller Politthriller." Wolfgang Herles, ZDF Morgenmagazin<br/><br/>"Ein Autor, der dieser Realität literarisch zu Leibe rückt, muss sowohl verschwörungstheoretisch wie demokratisch gefestigt sein und doch imstande, sich wirklich schlimmen Phantasien hinzugeben. Martin Cruz Smith ist dieser Autor. Als er seinen Bestseller "Gorkipark" schrieb, hatte er von der Sowjetunion so gut wie keine Ahnung. Jetzt kennt er sich so gut aus, dass er bis in die innersten Albträume der russischen Gesellschaft vordringt." Tobias Gohlis, ARTE TV-Krimi-Blog<br/><br/>"Und so schickt Autor Martin Cruz Smith [Arkadi Renko] auch in seinem neuen Spitzenklasse-Thriller wieder auf eine Jagd nach den Tätern, die fast - aber eben nur fast - im Desaster endet." NDR HF<br/><br/>"Die Romane des Amerikaners Martin Cruz Smith sind bedrückender und kunstvoller als alle russischen Krimis, die es in Übersetzung zu uns schaffen." Thomas Klingenmaier, Stuttgarter Zeitung<br/><br/>"ein fesselnder Krimi mit einem Hauch Gegenwart" ORF, Ö1<br/><br/>"Es gibt wohl kaum eine Figur in der Kriminalliteratur, die authentischer wirkt als der desillusionierte Renko, der nun 26 Jahre älter ist, als bei seinem ersten Auftritt in dem Weltbesteller "Gorki Park"." Peter M. Hetzel, Sat1 Frühstücksfernsehen<br/><br/>"Grandios, der neue Roman von Martin Cruz Smith: Stalins Geist (C. Bertelsmann). Rätselhaft, opak, grimmig-komisch und glasklar die politischen und sozialen Bewegungen der Zeit beobachtend, denn es ist keineswegs nur ein russisches Problem, was sich in Russland abspielt. Grosser Roman!" Thomas Wörtche, Kaliber 38<br/><br/>"Das Warten hat sich gelohnt, denn Smith ist erneut ein atmosphärisch dichter Roman gelungen." Hannes Hintermeier, Frankfurter Allgemeine
Martin Cruz Smith, 1943 als Sohn einer Indianerin und eines Jazz-Musikers in Philadelphia geboren, gelang mit dem Roman 'Gorki Park' ein Welterfolg. Seither hat der russische Chefinspektor Arkadi Renko eine große Fan-Gemeinde, die nach 'Polar Star' und 'Das Labyrinth' jetzt endlich ihren unvergleichlichen und abgeklärten Helden wiederhat.

Leseprobe zu "Stalins Geist / Arkadi-Renko-Thriller Bd.6"

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Leseprobe zu "Stalins Geist / Arkadi-Renko-Thriller Bd.6"

Die Moskauer lebten für den Winter. Für einen Winter mit knietiefem Schnee, der die Stadt weicher machte, fließend von einer goldenen Kuppel zu andern reichte, Statuen neu modellierte und Parkwege in Schlittschuhbahnen verwandelte. Schnee, der manchmal herabwehte wie ein dunstiger Schleier, manchmal dick wie Daunenfedern. Schnee, der die Limousinen der Reichen und Mächtigen zwang, hinter Schneepflügen herzukriechen. Schnee, der sich wie ein Vorhang schloss und öffnete und das Auge mit einem kurzen Blick auf einen beleuchteten Globus über dem Eingang zum Zentralen Telegrafenamt kitzelte, auf Apollos Wagen, der das Bolschoi verließ, auf die Neonumrisse eines Störs über einem Lebensmittelgeschäft. Frauen beim Einkaufen schwebten in langen Pelzmänteln zwischen den Böen dahin. Kinder zogen Schlitten und Snowboards hinter sich her, und Lenin lag in seinem Mausoleum, taub für jede Korrektur, eingehüllt in Schnee.

Und nach Arkadis Erfahrung würde man, wenn der Schnee schmolz, Leichen entdecken. Im Moskauer Frühling.

Es war zwei Uhr morgens, früh und spät zugleich. Zwei Uhr morgens war eine Welt für sich. Soja Filotowa trug ihr schwarzes Haar in einem strengen kurzen Schnitt, als wollte sie den Bluterguss unter ihrem Auge trotzig zur Schau stellen. Sie war ungefähr vierzig, schätzte Arkadi, von sehniger Eleganz in ihrem roten Hosenanzug mit dem goldenen Kreuz, das nur als Schmuck diente. Sie saß auf der einen Seite der Nische, Arkadi und Viktor auf der anderen. Soja hatte einen Brandy bestellt, ihn aber noch nicht angerührt. Sie hatte lange rote Fingernägel, und als sie eine Zigarettenschachtel in den Händen hin und her drehte, musste Arkadi an einen Krebs denken, der sein Abendessen inspizierte. Das Café war ein chromblitzender Laden über einer Autowaschanlage an der Ringstraße. Heute Abend wurden keine Autos gewaschen, nicht, solange es schneite, und die wenigen Wagen, die es zum Café schafften, waren Geländewagen mit Allradantrieb. Die einzigen Ausnahmen waren Arkadis Schiguli und Viktors Lada, die in einer Ecke des Parkplatzes kauerten.

Viktor nippte an einem Chivas, aber nur ganz vorsichtig. Drinks waren teuer, und Viktor war geduldig wie ein Kamel. Arkadi hatte ein bescheidenes Glas Wasser vor sich; er war ein blasser Mann mit dunklem Haar und der Ruhe des professionellen Beobachters. Nach sechsunddreißig Stunden ohne Schlaf war er noch stiller als sonst.

"Mein Herz tut schlimmer weh als mein Gesicht", sagte Soja.

"Ein gebrochenes Herz?", vermutete Viktor, als wäre das seine Spezialität.

"Mein Gesicht ist ruiniert."

"Nein, Sie sind immer noch eine schöne Frau. Zeigen Sie meinem Freund, was Ihr Mann Ihnen sonst noch angetan hat."

Fahrer und Bodyguards saßen versunken auf den Hockern an der Bar; sie umfassten ihre Gläser mit beiden Händen, saugten an ihren Zigaretten, hielten ihr Gleichgewicht. Zwei Bosse verglichen ihre Florida-Sonnenbräune und zeigten einander Schnappschüsse vor Dornröschens Märchenschloss. Soja schob das Kruzifix beiseite, damit sie den Reißverschluss ihrer Jacke aufziehen und Arkadi einen Bluterguss zeigen konnte, der die glatte Fläche ihrer Brust wie ein Weinfleck bedeckte.

"Ihr Mann hat das getan?", fragte Arkadi.

Sie zog den Reißverschluss hoch und nickte.

"Sie werden bald vor ihm sicher sein", sagte Viktor beruhigend. "Solche Tiere sollten nicht frei herumlaufen."

"Bevor wir geheiratet haben, war er wunderbar. Selbst jetzt noch muss ich sagen, dass Alexander ein fabelhafter Liebhaber war."

"Das ist normal", sagte Viktor. "Man versucht, sich an die guten Zeiten zu erinnern. Wie lange sind Sie verheiratet?" "Seit drei Monaten."

Wird es nie zu schneien aufhören?, fragte sich Arkadi. Ein Nissan Pathfinder rollte an eine Zapfsäule heran. Die Mafia wurde konservativ; nachdem sie ihre jeweiligen Territorien vermessen und etabliert hatte, verteidigte sie den Status quo. Ihre Kinder würden Banker werden, und deren Kinder Dichter oder so etwas. Abwarten - in fünfzig Jahren käme ein goldenes Zeitalter der Lyrik.

Arkadi schaltete sich wieder in das Gespräch ein. "Sind Sie sicher, dass Sie das tun möchten? Manchmal ändert man seine Meinung."

"Ich nicht."

"Vielleicht wird Ihr Mann sich ändern."

"Er nicht." Ihr Lächeln bekam zusätzliche Schärfe. "Er ist ein Vieh. Ich wage mich nicht mehr in meine eigene Wohnung. Es ist zu gefährlich."

"Sie haben sich an die richtigen Leute gewandt", sagte Viktor und verlieh dem Augenblick mit einem kleinen Schluck Whisky besondere Feierlichkeit. Autos dröhnten vorüber, jedes in einer anderen Tonlage.

"Wir werden Telefonnummern, Adressen, Schlüssel brauchen", sagte Arkadi. "Sie müssen uns von seinem Tagesablauf erzählen, seinen Gewohnheiten, wo er hingeht. Wenn ich recht verstehe, haben Sie und Ihr Mann ein Geschäft in der Nähe des Arbat."

"Am Arbat. Genau gesagt ist es mein Geschäft." "Was für eins?"

"Partnervermittlung. Internationale Partnervermittlung."

"Wie heißt die Firma?"

"Cupido."

"Wirklich?" Das war interessant, fand Arkadi. Ein Streit in Cupidos Laube? "Wie lange haben Sie dieses Geschäft schon?"

"Seit zehn Jahren." Ihre Zunge ruhte einen Augenblick lang auf ihren Zähnen, als wollte sie noch mehr sagen und hätte es sich dann anders überlegt.

"Sie und Ihr Mann arbeiten beide dort?"

"Er steht nur herum, raucht Zigaretten und trinkt mit seinen Kumpanen. Ich mache die Arbeit, er nimmt das Geld, und wenn ich versuche, ihn daran zu hindern, schlägt er mich. Ich hab ihn gewarnt. Es war das letzte Mal, habe ich gesagt."

Viktor sagte: "Und jetzt wollen Sie ihn ..."

"Tot und begraben sehen."

"Tot und begraben?" Viktor grinste. Er schätzte Frauen mit Elan.

"Und er soll nie gefunden werden."

"Was ich wissen muss", sagte Arkadi, "woher wussten Sie, dass Sie sich an die Polizei wenden müssen, um Ihren Mann umbringen zu lassen?"

"Macht man das nicht so?"

Arkadi musste ihr recht geben. "Aber wer hat es Ihnen gesagt? Woher haben Sie diese Telefonnummer? Es macht uns nervös, wenn eine unbescholtene Bürgerin wie Sie weiß, wie sie uns erreichen kann. Haben Sie unsere Nummer von einem Freund bekommen, oder hat ein Flugzeug >Killer zu mieten< an den Himmel geschrieben?"

Soja zuckte die Achseln. "Ein Mann hat eine Nachricht auf meinem Anrufbeantworter hinterlassen und gesagt, wenn ich ein Problem hätte, sollte ich diese Nummer anrufen. Ich habe angerufen, und Ihr Freund hat sich gemeldet."

"Kannten Sie die Stimme auf dem Anrufbeantworter?"

"Nein. Ich glaube, es war eine gute Seele, die Mitleid mit mir hatte."

"Und woher hatte diese gute Seele Ihre Telefonnummer?", fragte Viktor.

Kundenbewertungen zu "Stalins Geist / Arkadi-Renko-Thriller Bd.6"

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Bewertung von Polar aus Aachen am 03.01.2008 ***** ausgezeichnet
Der kalte Krieg ist vorbei, doch die alten Seilschaften funktionieren noch, während sich die neuen bereits den eigenen Verbrechen widmen. Stalins Geist taucht in der Moskauer U-Bahn auf und mit ihm eine verklärte Vergangenheit, die Arkadi Renko vertreiben soll. Er macht dies nicht ganz freiwillig, wird mit seiner Lebensgefährtin Eva erpresst, der von Staatsantwalt Surin die Aufenthaltsgenehmigung entzogen werden kann, wenn er sich nicht fügt. Ausgerechnet diese Eva ist die Geliebte Isakows, seines Widersachers, der als Kriegsverbrecher mitten im Wahlkamf steht und als Senator unangreifbar würde. Die Spuren dieses Thrillers ragen weit in den zweiten Weltkrieg wie in die russische Gegenwart hinein. Während Tschernobyl Eva verseucht hat, erscheint Rußland unter Putin so marode, dass das Land sich vornehmlich der Ränke um Einfluß und Absicherung der Macht widmet. Martin Cruz Smith hat in seinem Arkadi Renko einen Ermittler geschaffen, der uns mit in die Verstrickungen des neuen Russlandes führt. Ein faszinierender Thriller über private Mordaufträge an die Polizei, Tschetschenien, über Massengräber und Massaker, über zwei Männer und eine Frau, bei dem der Autor einmal mehr unter Beweis stellt, wie spannend die Gegenwart erzählt werden kann, so daß man mehr über Russland erfahren will und bestens unterhalten wird.

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