1902 wurde das Magazin Dokumente des Modernen Kunstgewerbes
erstmals vorgestellt. Es erschien bis 1908, verteilt auf fünf
inhaltlich gegliederte Serien, ausnahmslos in aufwendiger
Ausstattung und mit zahlreichen hervorragenden Abbildungen. Durch
den kleinen Kreis der Abonnenten blieben die Dokumente bis heute
weitgehend unbekannt. Doch handelt es sich bei ihnen um einen
einzigartigen Fundus von Jugendstil-Objekten, der sowohl namhafte
wie auch bislang unbehandelte Entwerfer und Hersteller ebenso wie
unbekannte Schaffensseiten renommierter Künstler präsentiert.
Die jetzt vorliegende Neubearbeitung macht dieses Werk endlich
zugänglich. Auf rund 1.200 Abbildungen werden über 1.500
Einzelobjekte der deutschen und internationalen Jugendstil-Kunst in
einer neuen Zusammenstellung gezeigt: Möbel, Metall, Glas, Keramik,
Schmuck sowie Textil-, Plakat- und Buchkunst. Ein um
Künstlerbiographien und Firmengeschichten erweitertes Register
erlaubt einen schnellen Zugriff: Die gezielte Suche, Auffindung und
Identifizierung von Objekten ist nun möglich!
Herausgeber und Autor war Heinrich Pudor (1865 -1943), der heute
nur noch als völkischer Literat und Publizist bekannt ist. Seine
Dokumente des Modernen Kunstgewerbes zeichnen sich hingegen durch
einen konsequenten Sachbezug und eine weltanschauliche Neutralität
aus. Heinrich Pudors umfangreichen publizistischen und
gesellschaftlichen Aktivitäten um die Jahrhundertwende reichten vom
Nudismus, dem Vegetarismus und der Ernährungsphysiologie über die
Sozial- und Kulturpolitik und die Sexualwissenschaft bis hin zur
Musikgeschichte sowie Sprachgeschichts- und Vorzeittheorien.