Der Chinese

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Produktbeschreibung zu Der Chinese

Januar 2006. Die Polizei von Hudiksvall macht eine schreckliche Entdeckung: 19 Menschen wurden auf grausame Weise getötet, am Tatort findet man ein rotes Seidenband. Unter den Toten sind auch die Adoptiveltern der Mutter von Richterin Birgitta Roslin, und sie beginnt zu recherchieren. Die Spur führt 140 Jahre in die Vergangenheit und bis nach China ...

Eine subtile Gesellschaftsanalyse, ein spannend erzählter Krimi - die bewährte Mankell-Mischung. Wenn Axel Milberg liest, spürt man unter der Oberfläche der Krimihandlung immer auch die leise Bedrohung einer großen, dunklen Gefahr.

Produktinformation


  • EAN: 9783867172547
  • Best.Nr.: 23563075
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 02.06.2008

Der Weltgesellschaftsbeobachter
Henning Mankells jüngster Roman „Der Chinese” empfiehlt den Maoismus mit menschlichem Antlitz
„Bad is the world”, sagte William Shakespeare. Wenig spricht dafür, dass sich die Lage seither grundsätzlich gebessert hätte. Gut, wir verfügen mittlerweile über schmerzstillende und entzündungshemmende Arzneimittel, der Strom kommt als Lebenselixier der Wissensgesellschaften aus jeder Steckdose, und der Staat kümmert sich, bei deutlich eingekürzten Transferleistungen, um die sozial Schwachen, und darum, dass die Züge pünktlich fahren. Andererseits ist der medizinisch-technische Komplex verantwortlich für eine kaum noch einzudämmende Kostenexplosion im Gesundheitswesen, nutzen die Energiekonzerne Monopolstellungen aus, um die Rendite auf dem Rücken ihrer Kunden ständig aufzubessern, und die beschlossene Privatisierung der Bahn bietet ein untrügliches Zeichen dafür, dass die staatliche Sorge um die öffentlichen Güter zunehmend in private Hände gerät. Streng genommen, oder sagen wir doch besser: dialektisch gesehen, kann es nach dem annähernd globalen Triumph des Kapitalismus eigentlich nur noch bergab gehen.
Wem …

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kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Herr Mankell ist immer up to date. Nachdem der schwedische Krimigott sich in seinen letzten Romanen ausschließlich den Ländern und Problemen Afrikas widmete und 2006 mit "Die italienischen Schuhe" ein gemütliches Werk übers Altwerden dazwischenschob, ist das Thema seines aktuellen Buchs "Der Chinese" das Land der Olympischen Spiele. Alles beginnt in einem kleinen schwedischen Dorf: Innerhalb einer Nacht werden in Hudiksvall 18 der 21 Dorfbewohner bestialisch ermordet, die Polizei ist überfordert und ratlos. Bis die Richterin Birgitta Roslin aus Helsingborg auf den Fall aufmerksam wird, weil unter den Toten die Stiefeltern ihrer Mutter sind. Ihre Recherchen führen sie nach Peking - hier lebt offensichtlich der Täter, der obendrein eine Familie aus Nevada auf dem Gewissen hat. Die Passagen, in denen sich Mankell mit dem Massenmord in Schweden auseinandersetzt, sind zwar konventioneller Krimistoff. Dafür aber brilliert der Wahlmosambiker mit plastischen Beschreibungen des Lebens im China des späten 19. Jahrhunderts, mit Ausflügen ins Amerika der 1860er-Jahre und Theorien über die Zukunft des heutigen Chinas. Dass das Beschreiben fremder Kulturen und insbesondere der …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 17.09.2008

Pädagogische Provinz

Solidarität ist ein Erbe Maos, aber bei diesem Schweden reden alle Chinesen gleich: Henning Mankell konfrontiert uns mit unserer Verstrickung in Chinas Geschichte.

Die Welt, in die in einer kalten Januarnacht 2006 der Schrecken einbricht, ist eine Welt, in der es so wenige Überraschungen gibt und in der das Gemütsleben so vollständig mit dem verschmolzen ist, was die Medien darüber sagen, dass sich der Chronist Sätze wie diesen leisten kann: "Danach nahm sie sich vor, das Haus zu putzen, was sonst fast immer zu kurz kam." Das ist der Stil, in dem der schwedische Kriminalautor Henning Mankell (dreißig Millionen verkaufte Bücher) seine Figuren auftreten lässt und damit signalisiert: Es kommt nicht mehr darauf an, was die Einzelnen denken und tun. Wir sind alle von einer größeren Macht umfasst, die "Geschichte" heißt oder "Globalisierung".

In besagter Januarnacht werden in einem abgelegenen schwedischen Dorf achtzehn Rentner und ein Kind auf bestialische Weise ermordet. Bald stellt sich heraus, dass ein Chinese dahintersteckt, der auf diese Weise an der Demütigung seiner Vorfahren vor hundertfünfzig Jahren Rache …

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