Wie lassen sich Medien und Medienspezifik bestimmen, wenn davon
auszugehen ist, dass sie ihren epistemologischen Bestimmungen nicht
vorgängig sind? Dass sie ihre Wirksamkeit auch und gerade in
kulturellen Praktiken entfalten, die sie nachträglich als vorgängig
erscheinen lassen?
Im Zentrum der vorliegenden Auseinandersetzung mit dieser
Fragstellung steht das Konzept der Remediatisierung. Medien
konstituieren sich demnach in unabschließbaren
Wiederholungsprozessen, in denen sie andere Medien imitieren,
überbieten oder anderweitig wiederholend aufgreifen. Ihre Spezifik
ist am besten in der Art und Weise zu erkennen, in der sie andere
Medien zitieren. Der Blick verschiebt sich von gegeben Medien auf
heterogene Prozesse der Remediatisierung, die die Grenzen einzelner
Medien ebenso konstituieren wie unterwandern. Ein solcher
Medienbegriff erscheint auch für das Verhältnis von Gender und
Medien produktiv.