Wie kein anderer hat sich der große Kritiker Marcel Reich-Ranicki
jahrzehntelang um das Werk Thomas Manns verdient gemacht. :Thomas
Mann und die Seinen9 - jetzt in erweiterter Neuauflage - stellt die
Summe dieser Beschäftigung dar und zeigt den Schriftsteller im
produktiven, oft auch konfliktreichen Verhältnis zu den anderen
Familienmitgliedern.
MARCEL REICH-RANICKI porträtiert in seinem zunächst 1987 erschienenen und seitdem in mehreren Auflagen publizierten Buch "Thomas Mann und die Seinen" den Epiker Heinrich Mann, die Journalistin Erika Mann, den Romancier Klaus Mann, den Historiker Golo Mann und schließlich Katja Mann, geborene Pringsheim, die Ehefrau dessen, der hier immer im Mittelpunkt steht - Thomas Manns. In einem der Aufsätze heißt es: "Ich glaube, daß es in Deutschland in diesem Jahrhundert keine bedeutendere, originellere und interessantere Familie gegeben hat als die Manns: Was den Briten ihre Windsors, das sind den deutschen Intellektuellen die Manns." Die neue Ausgabe wurde um acht unlängst entstandene Studien erweitert, in denen Marcel Reich-Ranicki auf die erst in den letzten Jahren veröffentlichten Dokumente zurückgreift, vor allem auf Briefe und Erinnerungen. (Marcel Reich-Ranicki: "Thomas Mann und die Seinen". Deutsche Verlags-Anstalt, München 2005. 462 S., geb., 22,90 [Euro].)
Marcel Reich-Ranicki, geboren 1920 in Wloclawek an der Weichsel, ist in Berlin aufgewachsen. Er war 1960 - 1973 ständiger Literaturkritiker der Hamburger Wochenzeitung "Die Zeit" und leitete 1973 - 1988 in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" die Redaktion für Literatur und literarisches Leben. In den Jahren 1968/69 lehrte er an amerikanischen Universitäten, 1971 - 1975 war er ständiger Gastprofessor für Neue Deutsche Literatur an den Universitäten von Stockholm und Uppsala, seit 1974 ist er Honorarprofessor an der Universität Tübingen, in den Jahren 1991/1992 bekleidete er die Heinrich-Heine-Gastprofessur an der Universität Düsseldorf. Seit 1988 leitete er das "Literarische Quartett" im Zweiten Deutschen Fernsehen.§Reich-Ranicki erhielt zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem: die Ehrendoktorwürde der Universitäten Uppsala, Augsburg, Bamberg und Düsseldorf, den Ricarda-Huch-Preis (1981), den Thomas-Mann-Preis (1987), den Bayerischen Fernsehpreis (1991), den Ludwig-Börne-Preis (1995), die Ehrendoktorwürde der Berliner Humboldt-Universität (2007), den Henri Nannen Preis für sein journalistisches Lebenswerk (2008), die Ehrenmedaille für Literatur der Ludwig-Börne-Stiftung (2010), den Internationalen Mendelssohn-Preis (2011) sowie den Kulturpreis der B.Z. für sein Lebenswerk (2012).
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