Es gibt nicht viele Werke, bei denen Werk und Wirkung so
auseinandergetreten sind wie bei Niccolò Machiavellis schmalem Buch
"Der Fürst". Auf der einen Seite sind heutzutage mit dem
Begriff "Machiavellismus" politische Skrupellosigkeit und
Gewissenlosigkeit verbunden. Auf der anderen Seite formuliert das
Buch erstmals ein modernes Staatsverständnis im Sinne eines
Gewaltmonopols innerhalb territorialer Grenzen. Um diesen
Widerspruch richtig einordnen zu können, muss man sich vor Augen
führen, dass "Der Fürst" vor beinahe fünfhundert Jahren
in der Zeit der italienischen Renaissance entstand. War noch im
Mittelalter das politische Handeln nach vermeintlich
"ewigen" Werten und Normen beurteilt worden, so vollzog
sich in der Renaissance eine Entdeckung der Eigengesetzlichkeit des
Politischen aus der kühlen Beobachtung von Fakten.
Bis heute brisant geblieben ist die schonungslose Konsequenz, mit
der Machiavelli politisches Handeln zweckrationalen Prinzipien
unterwarf. Seine Empfehlungen, Betrug, Hinterlist und Wortbruch als
Handlungsoptionen zu erwägen, irritieren noch heute die Leser des
"Fürsten" ebenso wie seine Ästhetik der Grausamkeit. Das
Buch fokussiert auf die 10 bedeutenden Kapitel, in denen
Machiavelli seine wesentlichen Thesen präzise darlegt. Der Hörer
wird vom ersten Moment an gefesselt und taucht ein in Machiavellis
Welt durch seinen einleitenden Brief an Lorenzo di Medici; unser
Hörbuch gibt dem Hörer weitergehenden Kontext im Rahmen einer
Einführung von Dr. Jörg Lehmann.
Wie kann Macht erworben und auf Dauer beibehalten werden? - Dies
ist das Hauptthema des "Fürsten" von Niccolò Machiavelli.
Er richtet seinen Blick dabei auf eine einzelne Persönlichkeit und
ihre Handlungsoptionen - das macht dieses Buch zu einem ebenso
zugänglichen wie anschaulichen Klassiker der politischen Theorie
sowie der Wirtschaftsliteratur.
1. Zueignung an den Erlauchten Lorenzo, Sohn des Piero von Medici 2. Kapitel - Worauf der Fürst im Kriegswesen zu sehen hat 3. Kapitel - Wodurch die Menschen, inbesonderheit die Fürsten, Lob und Tadel erwerben 4. Kapitel - Von der Freigebigkeit und Sparsamkeit 5. Kapitel - Von der Grausamkeit und Milde, und ob es besser sei, geliebt als gefürchtet zu werden 6. Kapitel - Inwiefern die Fürsten ihr Wort halten sollen 7. Kapitel - Verachtung und Haß sind zu meiden 8. Kapitel - Wie ein Fürst sich zu betragen hat, um Ruhm zu erverben 9. Kapitel - Von den Ministern 10. Kapitel - Wie Schmeichler zu fliehen sind 11. Kapitel - Welche Macht das Glück in den menschlichen Dingen hat, und wie man ihm widerstehen kann 12. Einführung von Dr. Jörg Lehmann
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