Emil Schumacher (1912 1999) gehört zu jenen Künstlern, die nach
1945 entschlossen den Neuanfang wagten. Anschließend an Tendenzen,
die gleichzeitig in Frankreich und Amerika deutlich wurden, galt
seine Intention einer Malerei, die das Abbildhafte zu überwinden
und in der Abstraktion Antwort auf die Herausforderungen der Zeit
suchte. Er verstand sich primär als Maler, Farben und Formen waren
die ihm gemäße Sprache. An den großen Debatten der 1950er-Jahre
über das Menschenbild in der Kunst nahm er nicht teil, wortreichen
Erläuterungen und der Legitimation seiner Malerei durch
theoretische Überlegungen begegnete er mit Skepsis.
Auch die Texte und Gespräche aus fünf Jahrzehnten, die in diesem
Band erstmals versammelt sind, stehen dazu nicht im Widerspruch.
Stets an der künstlerischen Praxis orientiert, sind die vielfach in
den letzten Jahren entstandenen Zeugnisse Rückblick und
Positionsbestimmung eines Künstlers, der über informelle Positionen
hinausgelangte und eine ganz eigene Stellung einnimmt.