Romantische Gedichte. Natursehnsucht und Liebesleid
Lienhard Wawrzyn hat die bedeutendsten romantischen Gedichte
gesammelt, mit Autorenbiographien und zum Teil mit Kommentaren
versehen. In einer umfangreichen Einführung entwirft er ein Bild
des ausgehenden achtzehnten und beginnenden neunzehnten
Jahrhunderts, einer Zeit des vielfachen Umbruchs: Die
Auseinandersetzung mit den Idealen der Französischen Revolution,
die neue psychologische Wahrnehmung der eigenen Gefühlswelt und
auch der Abgründe des Ichs und nicht zuletzt die Ablehnung des
unaufhaltsamen Fortschrittsoptimismus', der viele romantische
Dichter dazu trieb, Lebensformen außerhalb der gesellschaftlichen
Normen zu suchen.
Mit der überarbeiteten Neuausgabe des Bandes liegt nicht nur ein
wichtiger Überblick romantischer Gedichte vor; die überzeugende
Auswahl und kenntnisreiche Kommentierung zeigt auch, warum das
Lebensgefühl der Romantik bis heute so reizvoll und aktuell
geblieben ist.
Ausstattung/Bilder: Überarb. Neuausg. 2002. 204 S. m. zahlr. Abb.
Seitenzahl: 192
Wagenbachs andere Taschenbücher (WAT) Nr.453
Deutsch
Abmessung: 191mm x 121mm x 24mm
Gewicht: 227g
ISBN-13: 9783803124531
ISBN-10: 3803124530
Best.Nr.: 10660840
"Ein Band mit hervorragend ausgewählten Gedichten." (Franz Schuh, Die Zeit)
Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension
Besonders Lienhard Wawrzyns Einleitung zu der von ihm herausgegebenen Anthologie hat es dem Rezensenten Franz Schuh angetan. Darin erklärt Wawrzyn, dass die der Romantik anhängende "Begeisterung vom Intimen" nichts als das Resultat "anonym" gewordener "Kommunikations- und Machtverhältnisse" ist, schreibt Schuh. Danach verkörpere der Romantiker "eine Art delirierende Ohnmacht gegenüber der harten Wirklichkeit". Auf die Behauptung, die Postmoderne sei eine "neue Romantik", da auch sie die Idee der Ohnmacht beinhalte, antworte Wawrzyn allerdings, dass das Irrationale sich mittlerweile "in den Dienst" des "Alltags" stelle, anstatt gegen ihn zu protestieren. Im Gegenzug sei die heutige Zeit bevölkert von sogenannten "Romantizismen", von kitschigem Abklatsch des Intimen, der die Romantik in "billigen Verruf" hat geraten lassen. Wie weit der heutige "romantische" Diskurs unter dem ursprünglichen zurückbleibt, wie ärmlich er sich ausnimmt, das kann man, so der Rezensent, bei der Lektüre der "hervorragend ausgewählten Gedichten" dieser Anthologie nachlesen.
Lienhard Wawrzyn, geboren in Berlin, studierte Philosophie, Germanistik und Psychologie. Nach seiner Promotion lehrte er an der TU Berlin, der Hochschule der Künste und der Universität Bremen. Er absolvierte die Ausbildung an der Filmakademie DFFB und arbeitete als Regisseur und Drehbuchautor, u. a. für zahlreiche Tatort-Folgen.
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