Magazine (Mängelexemplar) - Green, Adam

Adam Green 

Magazine (Mängelexemplar)

Engl.-Dtsch. Originalausgabe

Aus d. Amerikan. v. Thomas Meinecke
Broschiertes Buch
 
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Magazine (Mängelexemplar)

"What am I doing in New York City?" fragt der jüngste und vielversprechendste Songwriter New Yorks, ein Aufnahmegerät in der Hand, ein Notizbuch griffbereit in der Hosentasche. Und was ihm einfällt, landet entweder als Song im Recorder und später auf CD oder im Heft und wird zum pulsierenden Text: Eine Zeitlang sammelte Adam Green seine Textproduktion jenseits der Musik in Fanzines, den sogenannten magazines. Jetzt sind diese, zusammen mit dem Langgedicht "Flowers of Capitalism" und anderen zwischen 2001 und 2004 entstandenen Texten, erstmals in Buchform erhältlich. Allen Ginsberg und Bob Dylan schwingen mit, Guillaume Apollinaire und Rolf Dieter Brinkmann klingen an, vielleicht flüstert auch Greens Urgroßmutter Felice Bauer durch die Verse. Die MTV News überschlagen sich, die Pubertät macht weiter, Kriege werden geführt, das Absurde liegt auf der Straße, und manchmal hilft es, Ideen einfach durchzunumerieren. Die Ausgabe ist zweisprachig, übersetzt von Autor und Musiker Thomas Meke (Musik. Roman, 2004).

Adam Green schreibt nicht nur Songs. Mit "magazine" erscheint sein weltweit erstes Buch. Es enthält eine Collage von Texten, die Adam Green auch jenseits des Songwriting als genialen, gewagten, verwegenen und gewitzten Sprachkünstler präsentieren.



Produktinformation

  • Verlag: SUHRKAMP
  • 2005
  • Ausstattung/Bilder: 2005. 122 S. m. 4 Collagen d. Autors.
  • Seitenzahl: 122
  • Edition Suhrkamp Bd.2405
  • Deutsch
  • Abmessung: 177mm x 108mm x 10mm
  • Gewicht: 118g
  • ISBN-13: 9783518124055
  • ISBN-10: 3518124056
  • Best.Nr.: 35094850
Hauptberuflich ist Adam Green New Yorks angesagtester Musiker. Für "magazine" hat er die schwarzen Notizbücher ausgewildert und alles angesammelt, was nicht in Songtexte ging, aber trotzdem tabulos und skurril ist: Einzeiler, Listen, ein langes Gedicht und der Rap "Gefrorene schwule Schildkröte", für den sich auch schon Harald Schmidt begeistern konnte. Einen Einzeiler als Kostprobe? "Ihr Mund war zu groß, um mir einen zu blasen (also wischte sie mir statt dessen den Arsch ab)". Man könnte meckern, dass Green nur auf Stilbruch und billige Schockeffekte setzt. Zugegeben, zwischen Baudelaire und Rolf Dieter Brinkmann muss man diese Textsammlung nicht ins Buchregal stellen. Aber Green will ja auch, dass "magazine" auf Toiletten gelesen wird. Da dient das Buch als gelungene Alternative zu "Gemstones", seinem aktuellen Album. Schließlich hat ja nicht jeder eine Anlage aufm Klo. (cs)

kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Hauptberuflich ist Adam Green New Yorks angesagtester Musiker. Für "magazine" hat er die schwarzen Notizbücher ausgewildert und alles angesammelt, was nicht in Songtexte ging, aber trotzdem tabulos und skurril ist: Einzeiler, Listen, ein langes Gedicht und der Rap "Gefrorene schwule Schildkröte", für den sich auch schon Harald Schmidt begeistern konnte. Einen Einzeiler als Kostprobe? "Ihr Mund war zu groß, um mir einen zu blasen (also wischte sie mir statt dessen den Arsch ab)". Man könnte meckern, dass Green nur auf Stilbruch und billige Schockeffekte setzt. Zugegeben, zwischen Baudelaire und Rolf Dieter Brinkmann muss man diese Textsammlung nicht ins Buchregal stellen. Aber Green will ja auch, dass "magazine" auf Toiletten gelesen wird. Da dient das Buch als gelungene Alternative zu "Gemstones", seinem aktuellen Album. Schließlich hat ja nicht jeder eine Anlage aufm Klo. (cs)

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 18.01.2005

Hey, ich dreh' dir was Schönes an
Adam Green schreibt: Die Edition Suhrkamp als Fanzine

Huch, was ist denn da passiert? Haben wir etwas verpaßt? Da macht man sich lang und breit Gedanken über die Zukunft der Suhrkamp culture nach dem Tode Siegfried Unselds, da monieren die einen die Schwerfälligkeit der Werkausgaben-Tanker, während andere wiederum vor der Gefahr zunehmender Stromlinienförmigkeit warnen, da begutachtet man kritisch-theoretisch alle Veränderungen im Hart- und Weichcoverbereich - und plötzlich erscheint die erste Buchveröffentlichung von Adam Green, einem der gerade angesagtesten Popmusiker, als "es 2405" in der sonst eher unauffällig vor sich hin edierenden "Edition", zwischen Frankfurter Poetikvorlesungen, politischen Essays lateinamerikanischer Nobelpreiskandidaten und trotzigen Lebenszeichen früherer Klagenfurt-Teilnehmer. Ein Fanzine als Suhrkamp-Band - dieses Manöver kann man mit Fug "Überholen ohne einzuholen" nennen.

Es handelt sich dabei überwiegend um winzige Fragmente, hin und wieder (aber oft nicht einmal das) zu Aphorismen verdichtet, um Verssteinbrüche, die Textideen im kleinstmöglichen Format abwerfen. …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Dass in der eher unauffälligen Edition Suhrkamp zwischen Frankfurter Poetikvorlesungen, politischen Essays lateinamerikanischer Nobelpreiskandidaten und trotzigen Lebenszeichen früherer Klagenfurt-Teilnehmer auf einmal ein schmaler Band mit Texten des momentan angesagten New Yorker Popmusikers Adam Green Recht erscheint, hat Rezensent Richard Kämmerlings doch etwas erstaunt: "Ein Fanzine als Suhrkamp-Band", kommentiert er das Geschehen, "dieses Manöver kann man mit Fug 'Überholen ohne einzuholen' nennen". Erstaunlich findet Kämmerlings dann auch, dass von Greens winzigen Fragmenten, Verssteinbrüchen und Prosagedichten "doch einiges näherer Betrachtung standhält". Einiges aber auch nicht. Neben Merkwürdig- und Belanglosigkeiten stößt Kämmerlings nämlich auf "billige Gemeinheiten" und "kryptische Textzeilen". Manches klinge nach "Randnotizen einer Rimbaud-Lektüre nach reichlichem Pilzkonsum". Das Obszöne und Pervers-Gewalttätige nehme wie in Greens Songs breiten Raum ein. "Gerade diese irgendwie unschuldig wirkende Versautheit", erklärt Kämmerlings, "lässt diese Texte kulturdiagnostisch symptomatisch wirken." Er sieht darin auch einen Aufguss der Gegenkultur, "der alle Ideale flötengegangen sind". Anerkennung zollt Kämmerlings jedenfalls der sicheren Übersetzung von Thomas Meinecke. Sein Resümee: "für Fans ein Muss und für andere immerhin ein Kann."

© Perlentaucher Medien GmbH

"Dieses Buch ist für Fans ein Muß " Thomas Meinecke Frankfurter Allgemeine Zeitung
Thomas Meinecke, geboren 1955 in Hamburg, lebt seit 1994 in einem oberbayerischen Dorf. Er ist Schriftsteller, Musiker und Radio-DJ. Romanveröffentlichungen.
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