Immer derselbe Schnee und immer derselbe Onkel - Müller, Herta

Immer derselbe Schnee und immer derselbe Onkel

Mit der Nobelpreisrede 2009

Herta Müller 

 
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Immer derselbe Schnee und immer derselbe Onkel

Mit ihren Romanen ist Herta Müller berühmt geworden - in ihren Essays gibt sie Auskunft über sich und ihre Zeit. Wohl nirgends ist ihr bizarrer Weg aus einem Dorf in Rumänien in die Welt der Literatur so gut nachvollziehbar. Sie erzählt von Kindheit und Jugend, berichtet von den Verfolgungen durch die Geheimpolizei, aber sie widmet sich auch Fragen ihres eigenen Schreibens, seinen literarischen und politischen Seiten. Porträts von Freunden und Zeitgenossen geben diesem Band seinen besonderen persönlichen Ton. Ein bedeutendes Buch über ein gewaltsames Jahrhundert.


Produktinformation

  • Verlag: Hanser
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 249 S.
  • Seitenzahl: 256
  • Best.Nr. des Verlages: 505, 505/23564
  • Deutsch
  • Abmessung: 440mm x 360mm x 90mm
  • Gewicht: 386g
  • ISBN-13: 9783446235649
  • ISBN-10: 3446235647
  • Best.Nr.: 32528169
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 12.03.2011

Minze Minze flaumiran Schpektrum ist ein rettendes Kraut

Vom liebenden Umgang mit Worten als Form der Selbstbehauptung: Lektüren und Lektionen von Herta Müller.

Von Friedmar Apel

Herta Müller hat sich vom Nobelpreis nicht zur Überschätzung der gesellschaftsverändernden Kraft der Literatur verleiten lassen. "Literatur spricht mit jedem Menschen einzeln - sie ist Privateigentum, das im Kopf bleibt." Im Kopf des Individuums aber kann sie lebensnotwendig werden, unter der Bedrohung in der Diktatur überlebensnotwendig. Wie sich in der Sprache eine Wahrheit des Erlebens erfinden lässt, und sei es auch im Nachhinein, davon handeln Herta Müllers Essays und Reden auf fesselnde Weise.

Schreiben kann in der Einsamkeit angesichts von Unterdrückung und Feigheit einen inneren Halt geben, Lesen ein Gespräch ermöglichen, das sonst keinen Ort hätte. Herta Müller beschreibt die Gabelung ihres Weges von der Kuhhirtin im Tal bei Nitzkydorf zur weltweit verehrten Schriftstellerin dankbar als Begegnung mit der Literatur. Ohne die Bekanntschaft mit den jungen Dichtern um die "Aktionsgruppe Banat" in Temeswar hätte sie keine Bücher gelesen und …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 15.03.2011

Vom Schneeverrat
Herta Müllers Auskünfte zur Literatur sprechen Klartext
– eine Pflichtlektüre, die in die Lesebücher gehört
Als im Frühjahr 1945 achtzigtausend rumänische Deutsche in sowjetische Arbeitslager deportiert wurden, versuchten einige, sich außerhalb ihrer Dörfer zu verstecken. Sie mussten im Geheimen versorgt werden. Doch dann fiel Schnee. Überall lassen sich Spuren verwischen, nur nicht in frischem Schnee. Er verriet die Versteckten, darunter Herta Müllers Mutter, die danach wie so viele andere fünf Jahre Zwangsarbeit leisten musste, mit all den Schrecken, dem Hunger, der Angst und der Todesnähe, die dies bedeutete; sie überlebte, aber blieb gezeichnet für ihr Leben, wurde eine Mutter, die das Leben ihrer Tochter, der großen Schriftstellerin, ebenfalls gezeichnet hat.
Als Herta Müller mehr als vierzig Jahre später zusammen mit ihrer Mutter in einer Winternacht die gemeinsamen Habseligkeiten für die Auswanderung zum Bahnhof brachte, lag wieder Schnee, und er führte die beiden Momente, die Deportation und die Vertreibung aus einer unerträglich gewordenen Heimat, zusammen. „Es ist immer noch derselbe Schnee“, sagte die …

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Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Für den Rezensenten Gustav Seibt sind die gesammelten Reden und Schriften zur Literatur ein Türöffner für Herta Müllers Werk und am liebsten würde er sie zu Lesebuchtexten machen. Dabei wird einmal mehr deutlich, wie bestimmend die "Traumata" der rumänischen Geschichte des 20. Jahrhunderts für Müller sind, so der Rezensent. Mit den Reden und Schriften wird nicht nur ein kommentierendes und erklärendes Licht auf Müllers eigenes Werk, sondern auch auf die Gedichte Oskar Pastiors, Hoffmanns von Fallersleben, Heines "Loreley" oder - dies eine Neuentdeckung für den Rezensenten - Theodor Kramers geworfen. Und allen die sich nicht mit den Stasi-Gesetzen in Deutschland anfreunden konnten, empfiehlt Seibt die Lektüre von Müllers Text "Christina und ihre Attrape": Die rückhaltlose Aufklärung über den Geheimdienst war - nicht nur, aber besonders für die Opfer - alternativlos, lernt man hier.

© Perlentaucher Medien GmbH
Herta Müller, geboren 1953 im deutschsprachigen Nitzkydorf/Rumänien, studierte 1973 - 76 deutsche und rumänische Philologie in Temeswar. Nach dem Studium arbeitete sie als Übersetzerin in einer Maschinenfabrik. Sie wurde entlassen, weil sie sich weigerte für den rumänischen Geheimdienst "Securitate" zu arbeiten. Ihr erstes Buch "Niederungen" lag danach 4 Jahre beim Verlag und wurde 1982 nur zensiert veröffentlicht. 1984 erschien es in der Originalfassung in Deutschland. Herta Müller konnte danach in Rumänien nicht mehr veröffentlichen und war immer wieder Verhören, Hausdurchsuchungen und Bedrohungen durch die Securitate ausgesetzt. 1987 Übersiedlung nach Deutschland. 1989 - 2001 Gastprofessuren an Universitäten in England, Amerika, Schweiz und Deutschland. Seit 1995 Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt. Herta Müller wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. So erhielt sie 2006 den Würth-Preis für Europäische Literatur für ihr literarisches Gesamtwerk, den Walther-Hasenclever-Werkpreis sowie die Ehrengabe der Heine-Gesellschaft. 2009 erhielt Herta Müller den Nobelpreis für Literatur und den Franz-Werfel-Menschenrechtspreis. 2010 wurde ihr der Hoffmann-von-Fallersleben-Preis für zeitkritische Literatur verliehen, 2012 erhielt sie die Ehrendoktorwürde der Universität Paderborn und 2014 wurde sie mit dem Hannelore-Greve-Literaturpreis ausgezeichnet. Die Autorin lebt in Berlin.

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