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Derek Walcott 

Der verlorene Sohn

Der verlorene Sohn - Walcott, Derek

Engl.-Dtsch.

Dtsch. v. Daniel Göske

  • Einband: Gebunden
  • Gebundenes Buch 
 
  • EUR 17,90
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Produktinformation
  • Verlag: Hanser
  • 2007
  • Ausstattung/Bilder: 2007. 213 S.
  • Seitenzahl: 213
  • Edition Lyrik Kabinett
  • Best.Nr. des Verlages: 505/20757
  • Deutsch
  • Abmessung: 21 cm
  • Gewicht: 368g
  • ISBN-13: 9783446207578
  • ISBN-10: 3446207570
  • Best.Nr.: 20947692

Produktbeschreibung zu "Der verlorene Sohn"

Beschreibung

Mit einer herbstlichen Zugfahrt beginnt Derek Walcott sein großes Spätwerk. Der Augenblick der Leere, des Wartens, löst eine innere Reise aus, die durch weite geografische und geistige Landschaften führt: von Greenwich Village bis zu den Alpen, von Italien bis nach Deutschland. Doch hinter allem steht das Bild von Walcotts Heimatort St. Lucia und der lebendigen See. Derek Walcott hat ein großes Epos geschaffen, das ausgespannt ist zwischen einem erschöpften Europa und der neuen Welt, zu der der Wanderer zurückkehren muss, um seine eigene poetische Existenz wiederzufinden.

23.08.2007

Das Leuchten der Delphine
Weltgedicht: Derek Walcotts Versepos "Der verlorene Sohn"

Im ersten Gesang erscheinen die Delphine, und sie sind aus Stein; gemeißelt und starr spielen sie auf den Sockeln von Denkmälern. Am Ende, Hunderte von Versen später, werden sie das Schiff begleiten, auf dem ein staunender Mann an der Reling steht, der sich noch immer nur an Bilder und Embleme erinnert - umspringen es lebendig, springlebendig. Was als Kunst begonnen hat, als eine schön versteinerte Erinnerung ans Leben, löst sich wieder ins Lebendige auf.

Das einfache Wunder steht wie eine Epiphanie am Ende eines Weges, der immer nur in neue Verlorenheiten zu führen schien. The Prodigal, der Verschwender: das ist in der englischen Bibel der verlorene Sohn aus dem Lukas-Evangelium; und es ist der Titel des großen Gedichts, dessen Schreiber am Ende zu sich selbst sagt: "Dies wird dein letztes Buch." Der Verlorene ist ein Dichter, der seine Heimat verloren hat und dessen Leben durch das Exil führt. So werden die Stationen seiner Wanderungen zu Kapiteln eines Reiseepos, angeordnet zu einem lyrisch-epischen Triptychon. Und je weiter seine Wege sich ineinander …

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09.05.2007

Der Silberreiher
Derek Walcotts großes Reisegedicht „Der verlorene Sohn”
Züge! Was uns, den Bewohnern eines von Schienensträngen eng durchwobenen Kontinents, als eine Selbstverständlichkeit erscheint, darüber kann jemand, der von einer entlegenen Insel stammt, sich auch nach Jahrzehnten vor Seligkeit noch nicht beruhigen. Derek Walcott, Nobelpreisträger des Jahres 1992 und aus dem karibischen Inselstaat St. Lucia gebürtig, Mulatte mit afrikanisch dunkler Haut und europäisch grauen Augen und durch diese Abstammung zwei Welten angehörig (nein, dreien: denn im tropischen Amerika ergab sich aus ihnen noch einmal etwas Neues), beginnt sein Buch „The Prodigal – Der verlorene Sohn” mit der Herrlichkeit einer Eisenbahnfahrt durch die östlichen USA.
„Noch immer war es unvertraut, das Gleichmaß der Züge. / Und die anderen, abgesondert, gedankenverloren, wie sie gelassen / dahinglitten auf pfeilgraden Gleisen, jedes Gesicht gebannt / vom Rätsel der Ferne, während die Bahnhöfe vorüber- / ziehen und niemand winkt, und die traurigen Städte, / verkündet vom Prolog verkommener Hallen / und zahnloser Tunnel und dem rostigen Laub / an einem …

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Perlentaucher-Notiz zur SDZ-Rezension

09.05.2007

Einen Unterschied zwischen Derek Walcotts epischem Reisegedicht und seinem Vorbild, die  Odyssee, sieht Rezensent Burkhard Müller im modernen Raum-Zeit-Verhältnis. Odysseus habe nur den Raum durchquert, Walcotts Reisegedicht hingegen durchmesse die Zeit, die Erfahrungen eines nun siebzigjährigen Lebens. Es beginne mit einer Eisenbahnfahrt in den USA, dann gehe es über New York nach Europa, zu Erinnerungen an Studentinnen in Italien, schön wie bei Botticelli. Der Boulevard "Unter den Linden" als Synonym für Deutschland werde besucht mit Schokolade, Zöpfen und Schuld "in all dem Grün". Schließlich kehre das Gedicht gewissermaßen heim zu Derek Walcotts Herkunftsort St. Lucia in der Karibik. All dies werde "lässig" erzählt, nicht ohne Melancholie in variationsreichen jambischen Rhythmen. Der deutschen Übertragung bescheinigt der Rezensent "erheblichen Erfolg", auch wenn er mit der notwendigen Silbenvermehrung sowie den inhaltlichen Anpassungen nicht ganz glücklich ist.

© Perlentaucher Medien GmbH

Rezension

"Derek Walcotts großes Reisegedicht 'Der verlorene Sohn'." Burkhard Müller, Süddeutsche Zeitung, 09.05.07 "Lässig, nobel, nicht ohne Melancholie und doch dankbar für die ungeheure Weite der erlebten Welt, spricht Walcott erst vom Reisen, von New York, dem winterlichen Zermatt, Italien, Spanien, Kolumbien, und dann von der Rückkehr auf die Insel seiner Kindheit." Burkhard Müller, Süddeutsche Zeitung, 09.05.07 "Walcotts Verse zeigen eine sinnliche Kraft, durch die das Vergangene in all seinen Feinheiten aufscheint." Nico Bleutge, Der Tagesspiegel, 20.06.07 "Wären diese zum Teil sehr privaten Gedichte auch von Interesse, wenn sie nicht ein berühmter Nobelpreisträger geschrieben hätte? Ja, sie wären es sicherlich. Denn was diese Texte zu großer Dichtung macht, ist ihre ungeheuer raffinierte Ästhetik." Jürgen Brocan, Neue Zürcher Zeitung, 19.06.07

Autorenporträt zu "Derek Walcott"

Derek Walcott wurde 1930 auf Saint Lucia/Trinidad in der Karibik geboren. Er lebt und arbeitet in seinem Geburtsort und in Boston/USA. Der Schriftsteller und Maler ist Professor an der Boston University und leitet das Playwright Theatre. 1992 wurde er mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet.

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