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Fons ist hellwach. "Ich will in die Nacht!", denkt er. Aber allein traut er sich nicht. Papa muss mit. Aber Papa ist sehr verschlafen "Was willst du mitten in der Nacht? Nachts wird geschlafen!" Und Papa erzählt, wer nachts alles schläft...

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Produktbeschreibung

Fons ist hellwach. "Ich will in die Nacht!", denkt er. Aber allein traut er sich nicht. Papa muss mit. Aber Papa ist sehr verschlafen "Was willst du mitten in der Nacht? Nachts wird geschlafen!"
Und Papa erzählt, wer nachts alles schläft...
  • Produktdetails
  • Verlag: Hammer
  • 6. Aufl.
  • Altersempfehlung: ab 4 Jahren
  • 2007
  • Ausstattung/Bilder: o. Pag. Mit zahlr. bunten Bild.
  • Deutsch
  • Abmessung: 183mm x 154mm x 10mm
  • Gewicht: 143g
  • ISBN-13: 9783872948342
  • ISBN-10: 3872948342
  • Best.Nr.: 08190156

Autorenporträt

Wolf Erlbruch, geboren 1948, ist Professor für Illustration an der Bergischen Universität Wuppertal. Neben zahlreichen Auszeichnungen erhielt er für sein Gesamtwerk den Gutenbergpreis der Stadt Leipzig, den Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises, 2006 den Hans Christian Andersen Preis und im Jahr 2014 den e.o.plauen-Preis.
Wolf Erlbruch

Rezensionen

Besprechung von 04.02.2000
Alice am
Himmel
Ein kleiner Junge
wandert mit seinem Vater
durch die Nacht
Fröhlich biegt sich auf dem Titelbild der gelbe Hund über der Weltkugel zur Mondsichel, und auf der Rückseite spricht ein müder Papa zu seinem munteren Knaben: „Was willst du mitten in der Nacht? Nachts wird geschlafen!” Womit nach seiner Meinung alles gesagt wäre, doch Klein Fons ist da anderer Ansicht: „Ich will in die Nacht!” Papa muss mit. Und nun sieht der Betrachter mit den Augen des Kindes die Wunder der Nacht, und schon bald ist es voller Mitleid für den armen müden Vater, dem dies alles verborgen bleibt. Für ihn ist Nacht gleich Schlaf gleich Dunkelheit. Basta! Wir dagegen sind hellwach und zusammen mit Fons begegnen wir magischen Gestalten aus dessen Kinderbuchwelt (immerhin scheint er vorzulesen, dieser verschlafene Papa): da fliegt eine rote Mickymaus am tiefschwarzen Himmel vorbei, King Kong lässt Fons ein bisschen fliegen, auf dem mächtigen Eisbären darf er reiten, und Alice springt durch einen vom weißen Kaninchen gehaltenen Reifen und wirft Fons dabei ganz beiläufig einen rot-weißen Ball zu. Dazwischen passieren die merkwürdigsten Dinge: Der Hund ist nicht mehr Mond, er bildet jetzt eine Brücke für Fons und seinen Papa. Ein fetter Karpfen fährt eine Erdbeere im Kinderwagen spazieren, und die Tulpe flitzt auf Rollschuhen vorbei. Und unter den phantastischen Bildern sind auf fortlaufendem Band Papas lapidare Nacht-Versionen zu lesen, wie zum Beispiel: „Es is überhaupt nichts los in der Nacht. ” Seltsam nur, dass Fons auf dem letzten Bild einen rot-weißen Ball in der Hand hat!
Kinder werden entzückt sein von diesem pfiffigen Fons und seinem spannenden Nachtabenteuer, und die erwachsenen Fans finden alles, was sie an Erlbruch lieben: seinen schrägen Humor und die raffiniert komponierten Collagen aus Buntpapieren, alten Landkarten und Mathematikbüchern, vermischt mit expressiver Malerei und witzig gezeichneten Figuren.
Vielleicht ist es ganz gut, dass dieses schönste aller Nachtbücher so klein ist. So passt es in die Manteltasche und ist ein wunderbares Mitbringsel für große und kleine Nachtschwärmer. (ab 4 Jahre)
HILDE ELISABETH MENZEL
WOLF ERLBRUCH: Nachts. Hammer Verlag 1999. 23 Seiten, 18,80 Mark.
Illustration aus Erlbruch: Nachts.
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten - Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung exklusiv über www.diz-muenchen.de
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Besprechung von 02.11.1999
Nenn die Nacht nicht Nacht
Vater und Sohn auf der Schwelle des Schlafens

Kinder ohne Schlaf haben müde Eltern. Besonders in der Nacht, der ja immer ein Tag vorausgeht und meistens einer folgt. Gerne gestalten wache Kinder gerade die frühe und die späte Schlafenszeit zu Phasen angeregten Kontaktes zwischen unterschiedlich munteren Angehörigen der beiden Generationen. So begegnen sich auch Vater und Sohn in Wolf Erlbruchs Buch auf der Schwelle des Schlafens. "Fons ist hellwach. ,Ich will in die Nacht!' denkt er. Aber allein traut er sich nicht. Papa muss mit." Eine Chance zur Gegenwehr hat der unsanft Geweckte nicht. Also gehen die beiden über Straßen, Plätze und Dackelbrücken durch die Nacht, immer im Zeichen des Mondes, jenes Freundes der Kinder, der hier mal weiß, mal anders durch den Himmel sichelt und sogar als gelber Dackel scheinen kann. Da wundert es nicht, dass Mickymaus in Rot vorbeiflattert, ein Riesengorilla mit Armbanduhr die Hand reicht und die Erde so kahl wird wie der Mond, bis schließlich Hase, Hund, Eisbär, ein Fisch mit Erdbeeren sowie freundliche Gesichterbäume erscheinen.

Die Nacht ist eine große Collage: Variationen von Grau, Blau und Gelb aus getöntem Papier - Farben, die wirken wie aus den frühen fünfziger Jahren, als Wolf Erlbruch im Alter seines kleinen, wachen Helden war - stehen als Häuserwände, Straßen und andere Flächen vor dem nächtlichen Schwarz. Der Autor zeichnet, schneidet und montiert sie zu einer Sequen von traumhaft wirklichen Bühnenbildern für den Auftritt von Vater, Sohn und Nachtwesen in satter Kolorierung. Manches an diesen Gestalten und ihrer Umgebung wirkt wie eine Hommage an Max Ernst; sogar Alice gibt ein kurzes Gastspiel in diesem Wunderland, das Vater und Sohn gemeinsam nebeneinander durchmessen, die kleine Hand in der großen, jeder von ihnen versunken in seine eigene Nacht.

Freundlich, verschlafen und eingehüllt in den langen Mantel erwachsener Müdigkeit, trottet der Vater dahin; auf der Suche nach Ruhe und Schlaf redet er Sätze, die sich als helle Streifen am unteren Rand der Seiten ablagern. Sie behaupten, dass nichts passiert, wenn alle schlafen, die Hasen, Frösche, Störche ("zum Glück"), Freunde, Fliegen, Opas, Bären und Omas. "Es ist einfach nur dunkel. Sonst nichts." So wenig Text den Lesern auch gegönnt wird - er besteht doch aus lauter Sätzen, die eine Chance haben, zu geflügelten Worten der Kinderzimmerwelten aufzusteigen: "Die Indianer schlafen. Die Cowboys also auch. Die Bären schlafen sogar Tag und Nacht."

Auch wenn der Erwachsene mit allem, was er sagt, Recht hat, irrt er natürlich, denn er geht (wie man das so macht) von den Gesetzen der Erfahrung und der Wahrscheinlichkeit aus. Von dem großen Theater der Geheimnisse, das die Dunkelheit nur seinem Sohn aufschließt, ahnt er nichts. Das Schauen bleibt das Geschäft des Jungen; große helle Kreise hat er dort, wo beim Vater nur müde schmale Striche sind. So freut sich das Kind über alles, was Papa nicht sieht; es entdeckt die alte Wahrheit, dass die Schönheit eine lustige Schwester des Wunders sein kann. Am Ende fragt man sich: War alles nur ein Traum? Bis man den Beweis des Gegenteils erblickt, rot-weiß und so rund, wie nur Bälle sein können. Oder Monde, die Ikonen der schlaffreien Nächte.

HANS-JOACHIM NEUBAUER

Wolf Erlbruch: "Nachts". Peter Hammer Verlag, Wuppertal 1999. 32 S., geb., 19,80 DM. Ab 4 J.

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Jens Thiele feiert Erlbruchs neues Bilderbuch für die nächtliche Schönheit seiner Illustrationen. Ein kleiner Sohn geht mit dem übermüdeten Vater durch die Nacht. Viel passiert, auch wenn der Vater davon nichts bemerkt. Ganz verzaubert beschreibt Thiele Erlbruchs "verschachtelte Bildräume, fremd und verrätselt, zeichenhaft und kühl" und wünscht sich noch viele Bilderbücher von diesem Autor.

© Perlentaucher Medien GmbH

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