Das Meer der Lügen / Lord John Bd.1 - Gabaldon, Diana

Das Meer der Lügen / Lord John Bd.1

Ein Lord-John-Roman

Diana Gabaldon 

Dtsch. v. Barbara Schnell
Broschiertes Buch
 
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Das Meer der Lügen / Lord John Bd.1

Den Millionen Fans von Diana Gabaldons Highland-Saga ist Lord John Grey bestens bekannt: als treuer Freund und geistreicher Briefpartner des Helden Jamie Fraser. Doch auch zwischen seinen Auftritten in der Welt von Jamie und Claire führt der englische Offizier ein faszinierendes Eigenleben!
London, 1757. Soeben aus dem schottischen Zwangsexil zurückgekehrt, wird Lord John mit einem äußerst heiklen Auftrag betraut. Und gerät unversehens in ein gefährliches Netz aus Mord, Intrige, Erpressung und verzweifelter Liebe.


Produktinformation

  • Lord John
  • Verlag: Blanvalet
  • 2008
  • Jubil.-Ausg.
  • Ausstattung/Bilder: Jubil.-Ausg. 2008. 447 S.
  • Seitenzahl: 447
  • Blanvalet Taschenbuch Nr.37023
  • Deutsch
  • Abmessung: 191mm x 118mm x 38mm
  • Gewicht: 340g
  • ISBN-13: 9783442370238
  • ISBN-10: 344237023X
  • Best.Nr.: 23326884
"Spannung, Dramatik und nicht zuletzt Sinnlichkeit zeichnen diesen Pageturner aus, der darüberhinaus ein detailreiches Sittengemälde der Londoner Gesellschaft im 18. Jahrhundert bietet." Schweizer Illustrierte

"Unterhaltsam, humorvoll und farbenprächtig. Ein Lesevergnügen ganz besonderer Art." Norddeutscher Rundfunk

"Es kann nur eine geben: Diana Gabaldon ist die Mutter aller Highlander!" Brigitte

Diana Gabaldon war Honorarprofessorin für Tiefseebiologie und Zoologie an der Universität von Arizona, bevor sie sich hauptberuflich dem Schreiben widmete. Bereits ihr erster Roman Feuer und Stein" wurde international zu einem gigantischen Erfolg und führte dazu, dass Millionen von Lesern zu begeisterten Fans der Highland-Saga wurden.
Diana Gabaldon lebt mit Mann und drei Kindern in Scottsdale, Arizona.

Leseprobe zu "Das Meer der Lügen / Lord John Bd.1" von Diana Gabaldon

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London, Juni 1757 Die Gesellschaft zur Wertschätzung des englischen Beefsteaks, ein Herrenclub Es war eines dieser Dinge, von denen man im ersten Moment hofft, man hätte falsch hingesehen - weil das Leben so viel angenehmer wäre, wenn man es nicht gesehen hätte.

Besagtes Ding an sich hatte kaum etwas Schockierendes; Lord John Grey hatte schon Schlimmeres gesehen, konnte jederzeit Schlimmeres sehen, wenn er einfach nur aus dem "Beefsteak" auf die Straße trat. Das Blumenmädchen, das ihm auf dem Weg zum Club einen Veilchenstrauß verkauft hatte, trug eine klaffende Wunde auf dem Handrücken, die halb verheilt war und eine nässende Kruste hatte. Der Türsteher, ein Veteran, der in Amerika gekämpft hatte, hatte eine wulstige Tomahawknarbe, die ihm vom Haaransatz bis zum Kinn lief und die Höhle seines erblindeten Auges in zwei Hälften spaltete. Im Vergleich dazu war die wunde Stelle auf dem besten Stück des Ehrenwerten Joseph Trevelyan ziemlich klein. Beinahe diskret.

"Nicht so tief wie ein Brunnen, noch so weit wie eine Kirchtür", brummte Grey vor sich hin. "Aber es reicht hin. Verdammt."

Er trat hinter dem chinesischen Paravent hervor und hielt sich die Veilchen an die Nase. Deren süßer Duft kam gegen den durchdringenden Geruch, der ihm von den Pissoiren her folgte, nicht an. Es war Anfang Juni, und wie jedes andere Etablissement in London roch auch das "Beefsteak" nach Bier und Spargelpisse.

Trevelyan hatte die Zurückgezogenheit der chinesischen Wand schon vor Grey verlassen und nichts von dessen Entdeckung mitbekommen. Der Ehrenwerte Joseph stand jetzt am anderen Ende des Speisezimmers und war in ein Gespräch mit Lord Hanley und dem jüngeren Mr. Pitt vertieft - der Inbegriff des guten Geschmacks und der nüchternen Eleganz. Etwas schmalbrüstig, dachte Grey hartherzig - obwohl der Anzug aus feinem, rotbraunem Stoff darauf zugeschnitten war, der schlanken Figur des Mannes zu schmeicheln. Storchenbeine noch dazu; Trevelyan verlagerte das Gewicht und auf seinem linken Bein erschien ein Schatten an der Stelle, wo sein Wadenpolster sich unter dem bestickten Seidenstrumpf verschob.

Lord John wendete das Sträußchen kritisch in der Hand, als suchte er nach welken Stellen, während er den Mann mit gesenkten Wimpern beobachtete. Er wusste sehr gut, wie man jemanden beobachtete, ohne dass es ihm anzusehen war. Er wünschte, diese Gabe der unauffälligen Betrachtung wäre ihm nicht so sehr zur Angewonnneit geworden - dann stünde er jetzt nicht vor diesem Dilemma.

Die Entdeckung, dass ein Bekannter an der Franzosenkrankheit litt, hätte normalerweise schlimmstenfalls eine angewiderte Reaktion hervorgerufen, bestenfalls neutrales Mitgefühl - gepaart mit tiefer Dankbarkeit, dass man nicht selbst von dergleichen betroffen war. Unglücklicherweise war der Ehrenwerte Joseph Trevelyan nicht einfach nur eine Clubbekanntschaft; er war mit Greys Cousine verlobt.

Der Steward murmelte ihm etwas zu; aus einem Reflex heraus reichte er dem Mann den Blumenstrauß und machte eine abwinkende Handbewegung.

"Nein, ich esse noch nicht. Ich warte noch auf Oberst Quarry."

"Sehr wohl, Mylord."

Trevelyan hatte sich wieder zu seinen Begleitern an einen Tisch am anderen Ende des Zimmer gesetzt, und sein schmales Gesicht errötete gerade vor Lachen über einen Witz, den Pitt gemacht hatte.

Grey konnte nicht einfach so dastehen und den Mann finsteren Blickes anstarren; er zögerte, unsicher, ob er sich ins Raucherzimmer begeben und dort auf Quarry warten sollte, oder vielleicht den Flur entlang in die Bibliothek gehen sollte. Schließlich kam ihm jedoch das plötzliche Eintreten von Malcolm Stubbs zuvor, eines Leutnants aus seinem Regiment, der ihn angenehm überrascht begrüßte.

"Major Grey! Was führt Euch denn hierher? Ich dachte, Ihr wärt Stammgast bei White's. Habt wohl die Nase voll von den Politikern, was?"

Stubbs war nicht größer als Grey, aber doppelt so breit.

Er hatte ein pausbäckiges Engelsgesicht, große, blaue Augen und eine unverkrampfte Art, die ihn bei seinen Männern sehr beliebt machte, wenn auch nicht immer bei seinen vorgesetzten Offizieren.

"Hallo, Stubbs." Grey lächelte trotz seiner inneren Unruhe. Stubbs war ein guter Bekannter, wenn sich ihre Pfade auch außerhalb des Regiments kaum kreuzten. "Nein, Ihr verwechselt mich mit meinem Bruder Hal. Ich überlasse ihm das Räuberschach."

Stubbs wurde rot im Gesicht und prustete leise.

"Räuberschach! Guter Witz, Grey, ehrlich. Den muss ich unbedingt dem Alten erzählen." Der Alte war Stubbs' Vater, ein unbedeutender Baronet, der mit Sicherheit sowohl mit dem White's Club als auch mit Lord Johns Bruder vertraut war.

"Nun, Grey, seid Ihr hier Mitglied? Oder Gast, so wie ich?" Stubbs, der sich wieder von seinem Lachanfall erholt hatte, wies mit einer Handbewegung auf das geräumige, weiß eingedeckte Speisezimmer und warf einen bewundernden Blick auf die beeindruckende Sammlung von Dekantern, die der Steward auf einer Anrichte zurechtstellte.

"Mitglied."

Trevelyan nickte gerade dem Herzog von Gloucester zu, der den freundschaftlichen Gruß erwiderte. Himmel, Trevelyan kannte auch wirklich jeden. Mit einem kleinen Ruck wandte Grey seine Aufmerksamkeit wieder Stubbs zu.

"Mein Patenonkel hat mich schon bei meiner Geburt im >Beefsteak< angemeldet. Seit ich sieben bin, das Alter, in dem seiner Meinung nach die Vernunft einsetzt, hat er mich jeden Mittwoch zum Mittagessen mitgenommen. Auf diese Gewohnheit musste ich natürlich unterwegs verzichten, aber wenn ich in der Stadt bin, finde ich mich regelmäßig hier ein."

Der Steward beugte sich zu Trevelyan hinab, um ihm einen Dekanter mit Portwein anzubieten; Grey erkannte das goldene Siegelrelief am Hals des Gefäßes - Vielle St. Moreau, hundert Guineen per Fass. Gut betucht, reich an Beziehungen... und mit der Syphilis infiziert. Verdammt, wie bekam er das nur in den Griff?

"Ist Euer Gastgeber noch nicht da?" Er berührte Stubbs am Ellbogen und wandte ihn zur Tür. "Dann kommt -trinken wir ein schnelles Glas in der Bibliothek."

Sie spazierten den wohnlichen Teppich entlang, der über den Flur lief, und betrieben Konversation.

"Warum so herausgeputzt?", fragte Grey beiläufig und versetzte die geflochtene Tresse an Stubbs' Schulter in Bewegung. Das "Beefsteak" war keine Anlaufstelle für Soldaten; obwohl ein paar Offiziere des Regiments Mitglieder waren, trugen sie hier selten Uniform, es sei denn, sie waren auf dem Weg zu einem offiziellen Termin. Auch Grey war nur deshalb uniformiert, weil er mit Quarry verabredet war, der niemals etwas anderes in der Öffentlichkeit trug.

"Muss noch zu einem Witwenbesuch", erwiderte Stubbs mit resignierter Miene. "Keine Zeit, mich vorher noch umzuziehen."

"Oh? Wer ist denn gestorben?" Ein Witwenbesuch war ein offizieller Besuch, den man der Familie eines kürzlich verstorbenen Regimentsmitgliedes abstattete, um das Beileid der Truppe zu entbieten und sich nach dem Wohlergehen der Witwe zu erkundigen.


Kundenbewertungen zu "Das Meer der Lügen / Lord John Bd.1" von "Diana Gabaldon"

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Bewertung von BlueNa aus Remchingen am 09.03.2014   sehr gut
Lord John löst jeden Fall!

London, Mitte des 18. Jahrhunderts: Lord John Grey ist gerade aus seinem schottischen Exil zurückgekehrt und gerade dabei, sich wieder in er Londoner High Society einzuleben. Dazu gehören auch die regelmäßigen Besuche in seinem Herrenclub, in dem er einen heiklen Auftrag übertragen bekommt. In der britischen Armee sind vertrauliche Papiere abhanden gekommen, aus denen die französischen Widersacher die Truppenstärke herauslesen könnten. Es wird vermutet, ein britischer Soldat hat die Papiere gestohlen und will sie nun an de Feind verkaufen. Ebenso kommen ein Mord und zu allem Übel noch eine prekäre familiäre Angelegenheit zu Lord Johns Problemen hinzu, um die er sich als Familienoberhaupt kümmern muss, so lange sein Bruder nicht im Lande ist.

Als Leserin von Diana Gabaldons Highland-Saga ist mir Lord John Grey natürlich nur allzu bekannt und ich kann sagen: Ich mag ihn nicht. Ich mochte ihn vom ersten Augenblick an nicht, als er die Bühne in Jamie Frasers Leben betreten hat. Daran änderte sich auch im Verlauf der mittlerweile acht Jamie-und-Claire-Romanen nichts, auch wenn John Grey oft ein Retter in der Not war. Deshalb habe ich bisher auch noch keine große Lust verspürt die Lord-John-Romane zu lesen, doch durch Zufall habe ich dann doch zum ebook gegriffen. Jetzt muss ich meine Meinung zu Lord John ein wenig revidieren, denn das Buch hat mir, wider erwarten, ganz gut gefallen! Die Kulisse des London im 18. Jahrhundert gefällt mir außerordentlich gut und der Kriminalfall, den John zu lösen hat, ist zwar kein total komplexer, trotzdem konnte ich eine ganze Weile angeregt miträtseln.

Der Schreibstil der Autorin unterscheidet sich ein wenig von dem, was wir aus ihrer Highland-Saga gewohnt sind. Es fehlen hier die ausschweifenden Landschaftsbeschreibungen und wir haben hier auch keinen Schmachtfetzen vor uns, sondern einen soliden Historischen Kriminalroman mit einem intelligenten Ermittler. Dementsprechend nüchtern fällt der Schreibstil aus. Knapp aber anschaulich werden das Geschehen und auch die Gedankenwelt Lord Johns geschildert, flüssig lotst Gabaldon uns durch die Ereignisse. Mir hat ein wenig die Spannung gefehlt, obwohl es auch die eine oder andere gefährliche Situation gab. Trotzdem war es interessant den Fall mit Lord John zusammen zu lösen.

Die Protagonisten waren insgesamt sehr ausgefeilt. Lord John ist ja ein alter Bekannter, den ich nun von einer ganz anderen Seite kennen lernen durfte. Er ist nicht der allmächtige britische Offizier, sondern eher ein kleines Licht in der Londoner Oberschicht, der mit einem zweifelhaften Ruf zu kämpfen hat. An seinen sexuellen Vorlieben hat sich aber natürlich nichts geändert und so erfährt man auch, mit welchen Schwierigkeiten Homosexuelle in diesen Zeiten zu kämpfen hatten. So kommt aber leider die Damenwelt ein wenig zu kurz und fast alle weiteren Nebenfiguren sind Männer, wie z.B. der ehrenwerte Joseph Trevelyan, der Greys Cousine heiraten soll.

Das Cover des ebooks ist nicht gerade auffällig. Ich habe die Ausgabe, auf der hauptsächlich eine Hand mit einem dicken Klunker am Finger zu sehen ist. Der Besitzer der Hand trägt ein weinrotes Wams und im linken unteren Eck ist ein Ausschnitt einer Seekarte zu sehen. Die ist sicherlich keines meiner Cover-Favoriten!

Fazit: „Das Meer der Lügen“ von Diana Gabaldon ist der erste Spin-Off Roman ihrer bekannten Highland-Saga, der sich ganz Lord John Grey widmet. Dieser ist am ehesten als Historischer Kriminalroman zu bezeichnen und fällt somit in eine ganz andere Kategorie als die Romane um Jamie und Claire. Dies außer Acht gelassen, ist es doch ein unterhaltsames Buch, in dem man John Grey von einer ganz anderen Seite kennenlernt. Ich vergebe vier von fünf Sternen.

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Bewertung von Blacky (blacky-book@live.de) am 28.09.2011   sehr gut
Beschreibung:
London, 1757. Soeben aus dem schottischen Zwangsexil zurückgekehrt, wird Lord John mit einem äußerst heiklen Auftrag betraut. Und gerät unversehens in ein gefährliches Netz aus Mord, Intrige, Erpressung und verzweifelter Liebe.

Ein spannender und interressanter Roman, den man schon fast als Krimi bezeichnen kann.Die Moralvorstellungen um 1757 unterschieden sich noch gewaltig von den heutigen und dementsprechend wird hier agiert. Es bleibt spannend bis zum Schluss, denn es gilt nicht nur einen (oder sogar mehrere???) Mörder zu entlarven, sondern auch Lord Johns Cousine zu schützen. Fabelhaft !!!
Es war für mich der erste "Lord John" Roman, aber es werden sicher noch weitere folgen.
Reihenfolge der "Lord John Romane:

1.Die Hand des Teufels (enthält die drei Kurzromane:
- Lord John und die Flammen der Hölle
- Lord John und der magische Pakt
- Lord John und der Geistersoldat)
2. Das Meer der Lügen
3. Die Sünde der Brüder

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