Am Ende war die Tat / Inspector Lynley Bd.14 - George, Elizabeth

Elizabeth George 

Am Ende war die Tat / Inspector Lynley Bd.14

Ein Inspector-Lynley-Roman

Dtsch. v. Ingrid Krane-Müschen u. Michael J. Müschen
Broschiertes Buch
 
versandkostenfrei
innerhalb Deutschlands
10 ebmiles sammeln
EUR 9,95
Sofort lieferbar
Alle Preise inkl. MwSt.
Bewerten Empfehlen Merken Auf Lieblingsliste


Am Ende war die Tat / Inspector Lynley Bd.14

"Elizabeth George übertrifft alle - ihr Stil ist überwältigend!" -- Wall Street Journal

"Spannend und beklemmend realistisch." -- Brigitte

"Ein dunkler, aufwühlender Roman über Verzweiflung und Rache." -- Booklist

Chief Inspector Lynleys Frau Helen und sein ungeborenes Kind sind einem willkürlichen Akt sinnloser Gewalt zum Opfer gefallen. Doch was hat einen erst Zwölfjährigen zu dieser schrecklichen Bluttat getrieben? Die Anatomie eines Mordes: Meisterhaft erzählt Elizabeth George die Geschichte des Jungen Joel, der sich im verzweifelten Versuch, sein Leben am Rande der Gesellschaft zu meistern, auf einen Pakt mit dem Teufel einlässt ...


Produktinformation

  • Verlag: Goldmann
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 670 S.
  • Seitenzahl: 670
  • Goldmann Taschenbücher Bd.47132
  • Deutsch
  • Abmessung: 190mm x 126mm x 46mm
  • Gewicht: 577g
  • ISBN-13: 9783442471324
  • ISBN-10: 344247132X
  • Best.Nr.: 26255875
"Ein dunkler, aufwühlender Roman über Verzweiflung und Rache." Booklist

"Ein dunkler, aufwühlender Roman über Verzweiflung und Rache."
Die Amerikanerin Elizabeth George hatte von Jugend an ein ausgeprägtes Faible für die britische Krimitradition. Psychologische Raffinesse, präziser Spannungsaufbau und ein unfehlbarer Sinn für Dramatik charakterisieren ihre Bücher. Ausgezeichnet mit dem Anthony Award, dem Agatha Award und dem Grand Prix de Litérature Policière. Die Autorin lebt in Huntington Beach/Kalifornien.

Leseprobe zu "Am Ende war die Tat / Inspector Lynley Bd.14"

PDF anzeigen

Leseprobe zu "Am Ende war die Tat / Inspector Lynley Bd.14"

Für Joel Campbell, elf Jahre alt, begann der Abstieg mit einer Busfahrt. Es war ein neuerer Bus, keiner dieser älteren Doppeldecker, er trug die Nummer 70 und bediente die Du Cane Road in East Acton - nur ein kurzes Stück auf dem nördlichen Abschnitt der Busroute, auf der es nicht sonderlich viel Bemerkenswertes zu sehen gab. Der südliche Abschnitt war ansehnlicher, führte am Victoria and Albert Museum und an den stattlichen weißen Gebäuden von Queen's Gate in South Kensington vorbei. Im Norden jedoch lagen Stationen, die sich wie eine Liste zu meidender Örtlichkeiten in London lasen: die Swift Wash Laundry an der North Pole Road, H. J. Bent Bestattungsinstitut (Einäscherung und Bestattung) auf der Old Oak Common Lane, das unsägliche Gewirr von Läden an der turbulenten Kreuzung, wo die Western Avenue zum Western Way- wird und Autos und Lastwagen dem Stadtzentrum zustreben. Drohend über all dem, fast wie Charles Dickens' Feder entsprungen, ragt Wormwood Scrubs auf: nicht das von Bahnlinien begrenzte Stück Land namens Wormwood Scrubs, sondern das gleichnamige Gefängnis, das halb wie eine Festung, halb wie eine Klinik aussieht und ein Ort nicht enden wollender düsterer Realitäten ist.

Doch an diesem Januartag nahm Joel Campbell nichts von alledem zur Kenntnis, was draußen vor den Busfenstern vorüberglitt. Er war in Begleitung dreier weiterer Personen und spürte eine vage Hoffnung, dass sein Leben im Begriff war, sich zum Positiven zu wenden. Bis jetzt hatten East Acton und ein winziges Reihenhaus an der Henchman Street seine Lebensumstände umrissen: ein schäbiges Wohnzimmer und eine schmierige Küche im Erdgeschoss, drei Schlafzimmer oben und ein Fleckchen Grün vor dem Eingang, um welches die Gebäude sich hufeisenförmig drängten wie Kriegerwitwen um ein Grab. Vor fünfzig Jahren mochte die Siedlung einmal hübsch gewesen sein, doch eine jede Generation ihrer Bewohner hatte Spuren hinterlassen, und die Spuren der derzeitigen Bewohner bestanden vornehmlich aus Müll vor den Haustüren, zerbrochenem Spielzeug auf dem Gehweg, der die Gebäude miteinander verband, Plastikschneemännern und pummeligen Nikoläusen und Rentieren, die von November bis Mai auf den Dächern der Erkerfenster residierten, und einer Schlammpfütze inmitten des Rasens, die sich dort acht Monate des Jahres hielt und in der es wimmelte wie in dem Labor eines Insektenforschers. Joel war froh, diesen Ort hinter sich zu lassen, auch wenn sein Abschied eine lange Flugreise und ein neues Leben auf einer Insel mit sich brachte, die vollkommen anders war als die einzige Insel, die er bislang kannte.

"Jamaika." Seine Großmutter sagte das Wort nicht, sie intonierte es vielmehr. Glory Campbell zog das "mai" in die Länge, bis es sich wie eine warme Brise anhörte, einladend und lau und verheißungsvoll. "Was sagt ihr dazu, ihr drei? Jamaika."

"Ihr drei" waren die Campbell-Kinder - Opfer einer Tragödie, die sich eines Samstagvormittags auf der Old Oak Common Lane zugetragen hatte. Glorys ältester Sohn, der Vater der Kinder, war inzwischen ebenso tot wie ihr zweitältester, wenn auch unter völlig anderen Umständen. Die Kinder hießen Joel, Ness und Toby. Oder "arm' klein' Dinger", wie Glory sie gern nannte, seit ihr Freund, George Gilbert, seinen Ausweisungsbescheid bekommen hatte und sie ahnte, worauf sein Leben fortan hinauslaufen würde.

"Arm' klein' Dinger" - diese Ausdrucksweise war neu und ungewohnt für Glorys. Seit die Campbell-Kinder bei ihr lebten - was seit gut drei Jahren der Fall war und zum Dauerzustand zu werden schien -, hatte sie stets größten Wert auf eine korrekte Sprache gelegt. Auf der katholischen Mädchenschule von Kingston hatte sie selbst vor langer Zeit gelernt, Englisch zu sprechen wie die Queen. Das hatte ihr zwar nicht annähernd so viel genützt, wie sie gehofft hatte, als sie nach England emigrierte, aber sie konnte ihr Hochenglisch immer noch aus dem Hut zaubern, wenn etwa eine Verkäuferin zurechtgestutzt werden musste, und sie wollte, dass auch ihre Enkelkinder die Fähigkeit erwarben, Leute zurechtzustutzen, wenn es sich je als notwendig erweisen sollte.

Doch als Georges Ausweisungsbescheid eintraf - nachdem der dicke Umschlag geöffnet worden war und sein Inhalt gelesen, verdaut und verstanden und nachdem alle juristischen Schritte, das Unvermeidliche wenigstens aufzuschieben, wenn schon nicht zu verhindern, sich als ergebnislos erwiesen hatten -, legte Glory ihren englischen Patriotismus von einer Sekunde zur nächsten ab. Wenn ihr George sich auf den Weg nach Jamaika machte, dann würde sie das auch tun. Dort brauchte man kein königlich-makelloses Englisch. Vielmehr konnte es dort sogar ein Hindernis sein.

Also wandelten sich Tonfall, Satzmelodie und Syntax von Glorys charmant antiquiert wirkender Hochsprache zum honigweichen Karibischen. Sie wurde wieder zur "Eingeborenen", wie ihre Nachbarn sagten.

George Gilbert hatte London bereits verlassen. Beamte der Einwanderungsbehörde hatten ihn nach Heathrow eskortiert, um das Versprechen des Premierministers einzulösen, etwas gegen jene Besucher zu unternehmen, die ihr Visum "überstrapazierten". Sie waren in einem Zivilfahrzeug gekommen und hatten unablässig auf ihre Uhren geschaut, während George sich ausführlich von Glory verabschiedete - angenehm beflügelt von jamaikanischem Red-Stripe-Bier, auf das er angesichts der bevorstehenden Rückkehr zu seinen Wurzeln umgestiegen war. "Kommen Sie, Mr. Gilbert", hatten sie gesagt und ihn an den Armen gepackt. Einer hatte die Hand in die Tasche gesteckt, als wolle er Handschellen hervorziehen für den Fall, dass George nicht kooperierte.

Aber George hatte keine Einwände dagegen, sie zu begleiten. Nichts war in Glorys Haushalt mehr so wie früher, seit die Enkel dort aufgeschlagen waren wie drei menschliche Meteoriten aus einer Galaxie, die er nie so recht begriffen hatte. "Die seh'n echt komisch aus, Glory", hatte er manchmal gesagt, wenn er glaubte, die Kinder hörten es nicht. "Die Jungs jedenfalls, das Mädchen geht ja noch."

"Bist du wohl still", lautete Glorys Antwort dann immer. Schon das Blut ihrer eigenen Kinder war ein wildes Durcheinander, aber es war nichts im Vergleich zu dem Blut ihrer Enkel - und sie ließ nicht zu, dass irgendjemand sich über eine Tatsache mokierte, die ohnehin so unübersehbar war wie verbrannter Toast im Schnee. Außerdem war gemischtes Blut heutzutage keine Schande mehr wie in vergangenen Jahrhunderten. Es brandmarkte niemanden mehr.

Aber George schürzte die Lippen. Dann saugte er an den Zähnen, musterte die Campbell-Kinder aus dem Augenwinkel und bemerkte: "Die passen nicht nach Jamaika."

Kundenbewertungen zu "Am Ende war die Tat / Inspector Lynley Bd.14"

3 Kundenbewertungen (Durchschnitt 2.7 von 5 Sterne bei 3 Bewertungen ***** gut)
***** ausgezeichnet
 
(1)
***** sehr gut
***** gut
***** weniger gut
 
(1)
***** schlecht
 
(1)
Schreiben Sie eine Kundenbewertung zu "Am Ende war die Tat / Inspector Lynley Bd.14" und Gewinnen Sie mit etwas Glück einen 15 EUR buecher.de-Gutschein

Bewertung von Bücherfreund aus Offenbach am 06.05.2012 ***** ausgezeichnet
Es ist richtig - dieses Buch in außergewöhnlich, sowohl hinsichtlich der Sprache/ des Stils als auch wegen des schockierenden Milieus, in dem es spielt.
Es ist ein Buch des Überlebenskampfes tapferer Menschen, der fast aussichtlos scheint.
Schnell kann man es kaum lesen, aber toll. daß E.George auch so was kann.

War diese Bewertung für Sie hilfreich?
JA NEIN

Dem Autor für die Bewertung danken
Verstoß melden
Kommentieren Sie diese Bewertung

Bewertung von Fin-Nuala aus Dortmund am 02.07.2011 ***** schlecht
Ich bin ein eifriger und begeisterter Leser von Elizabeth George. Das letzte ihrer Bücher hingegen hat mich sehr enttäuscht. Der wirklich schreckliche Wortschatz, dieser Abgrund von Bosheit und einem scheinbar nicht zu entrinnendem Umfeld... das alles passte weder zu "meinem" Inspektor Lynley noch zu meinem Weltbild... und ich fragte mich, ob ich noch einmal ein Buch von ihr kaufen möchte. Heute werde ich ihr mit dem 15. Band eine neue Chance einräumen.

War diese Bewertung für Sie hilfreich?
JA NEIN

Dem Autor für die Bewertung danken
Verstoß melden
Kommentieren Sie diese Bewertung

Bewertung von Diego S. aus Hessen am 15.05.2010 ***** weniger gut
Ich habe sehr viel Positives über Elizabeth George gehört und habe dann nicht gezögert, das Buch aus dem Bücherregal meiner Mutter zu nehmen und es zu lesen. Ich habe das Buch auf Italiensich gelesen. Das Buch ist für mich eine richtige Enttäuschung gewesen. Der Klappentext hat sich richtig spannend angehört. Beim Lesen hatte ich jedoch den Eindruck, dass der Inhalt nichts mit dem Klappentext zu tun hat. Die Geschichte war zwar gut geschrieben, aber unglaublich uninteressant. Ich habe das Buch nicht zu Ende gelesen, sondern nur bis Seite 2OO. Es ging so schleppend voran, das ich einfach keine Lust mehr hatte. Ich bin mir sicher, dass das aber an der Übersetzung liegt, denn das kommt öfter vor, dass ein gutes Buch schlecht auf Italienisch übersetzt wird. Man bekommt einen sehr guten Einblick in die "Familie", aber von Spannung hat jede Spur gefehlt. Schade. Das nächste Buch von Elizabeth George werde ich auf jeden Fall auf Englisch oder auf Deutsch lesen!

2 von 6 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
War diese Bewertung für Sie hilfreich?
JA NEIN

Dem Autor für die Bewertung danken
Verstoß melden
Kommentieren Sie diese Bewertung

Sie kennen "Am Ende war die Tat / Inspector Lynley Bd.14" von Elizabeth George ?
Tipp: Stöbern Sie doch mal ein wenig durch ausgewählte aktuelle Bewertungen in unserem Shop

87 Marktplatz-Angebote für "Am Ende war die Tat / Inspector Lynley Bd.14" ab EUR 0,25

Zustand Preis Porto Zahlung Verkäufer Rating
leichte Gebrauchsspuren 0,25 3,50 Banküberweisung ak71 97,9% ansehen
wie neu 0,50 2,00 Banküberweisung manahawa 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 0,60 1,80 Banküberweisung schmaleur 99,6% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 0,70 1,80 Banküberweisung Tiffany1 98,8% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 0,90 2,00 PayPal, Banküberweisung eldios 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 1,00 2,00 Banküberweisung Petchen 100,0% ansehen
wie neu 1,00 2,00 Banküberweisung, Selbstabholung und Barzahlung Guggenheim  % ansehen
leichte Gebrauchsspuren 1,00 2,00 Banküberweisung Malenchen 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 1,00 2,00 sofortueberweisung.de, Banküberweisung brunnm 100,0% ansehen
deutliche Gebrauchsspuren 1,00 2,00 Banküberweisung shout 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 1,00 2,00 Banküberweisung, Selbstabholung und Barzahlung ewi_alex 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 1,00 2,20 Banküberweisung PetraS 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 1,10 1,90 Banküberweisung wwrenn 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 1,20 2,00 Banküberweisung Robertas Shop 100,0% ansehen
wie neu 1,30 2,00 Banküberweisung Aixbuch.de - Edith Frings 99,5% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 1,40 1,60 Banküberweisung tigerundbär 100,0% ansehen
deutliche Gebrauchsspuren 1,40 2,00 Banküberweisung echtemaenner 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 1,40 2,20 Banküberweisung bea25 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 1,49 1,80 Selbstabholung und Barzahlung, Banküberweisung dennnydg666 100,0% ansehen
deutliche Gebrauchsspuren 1,50 1,40 Selbstabholung und Barzahlung, PayPal, offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten) nilo0 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 1,50 1,80 Banküberweisung rolfbolten 100,0% ansehen
wie neu 1,50 2,00 Banküberweisung Dorie77 100,0% ansehen
wie neu 1,50 2,00 Banküberweisung Meeratinamar 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 1,50 2,00 Banküberweisung Maria-B 100,0% ansehen
wie neu 1,50 2,00 Banküberweisung physio 100,0% ansehen
gebraucht; sehr gut 1,90 2,50 Selbstabholung und Barzahlung, Banküberweisung, offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten) Bookstore-Onlin e 99,8% ansehen
wie neu 2,00 1,00 PayPal, Banküberweisung Hefezopf 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 2,00 1,20 Banküberweisung greenmairib 100,0% ansehen
wie neu 2,00 1,55 Banküberweisung wella 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 2,00 1,60 Banküberweisung Nicole14 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 2,00 2,00 Selbstabholung und Barzahlung, Banküberweisung Sigrid und Detlev Lukas GbR 100,0% ansehen


Alle Marktplatz-Angebote ansehen

Mehr von