Kreis ohne Meister - Raulff, Ulrich

Kreis ohne Meister

Stefan Georges Nachleben. Ausgezeichnet mit dem Preis der Leipziger Buchmesse, Kategorie Sachbuch/Essayistik 2010

Ulrich Raulff 

 
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Kreis ohne Meister

"Auch Totsein ist eine Kunst", hat der einstige George-Jünger Max Kommerell einmal bemerkt. Stefan George hat diese Kunst meisterhaft beherrscht. Wo andere Dichter eine Rezeptionsgeschichte haben, da hat er ein Nachleben. Eines, das es in sich hat.
Ulrich Raulff legt in seinem fulminant geschriebenen Buch die postume Biographie Georges frei, die es noch zu entdecken gilt. Spannend, kurios, exzentrisch, schräg, zugleich akribisch recherchiert, erzählt es die Geschichte eines einzigartigen Kreises voll illustrer Charaktere, der langsam zerfällt, Allianzen bildet und Feindschaften pflegt, um Deutungshoheit und Treue ringt und dabei vom annus horribilis 1933 bis zum Satyrspiel 1968 beinahe nebenher eine höchst außergewöhnliche Wirkungsgeschichte entfaltet. Eine abgründige Ideengeschichte, eine kaputte Apostelgeschichte und ein Lesevergnügen der exquisiten Art.


Produktinformation

  • Verlag: Beck
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 544 S. m. 92 Abb.
  • Seitenzahl: 544
  • Deutsch
  • Abmessung: 222mm x 154mm x 42mm
  • Gewicht: 824g
  • ISBN-13: 9783406592256
  • ISBN-10: 3406592252
  • Best.Nr.: 26155332
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 19.09.2009

Gedichte, darin sich Schicksale kreuzen

Hier war Delphi: Ulrich Raulff hat mit seinem Meisterwerk über das Nachleben Stefan Georges eine deutsche Bildungsgeschichte geschrieben - gelehrt und unterhaltsam zugleich.

Von Lorenz Jäger

Was für ein Wurf! Das Wagnis, die Geschichte eines charismatischen Dichters und seines Kreises ganz aus der Perspektive der Nachwirkung oder besser der Nachbeben zu schildern, ist noch kaum einer so bewusst eingegangen. "Langsam wurde der Atem schwächer, und am Montag, dem 4. Dezember 1933, stand das Herz still." Diese Aufzeichnung Robert Boehringers aus dem schweizerischen Minusio ist der Ausgangspunkt von Ulrich Raulffs Buch. Sicher, die Erforschung des "Nachlebens der Werke" hatte schon Walter Benjamin als Aufgabe der Literaturwissenschaft gefordert, nur um sie seinerseits dann nicht einzulösen. Und die Idee, die kanonisierende Feier der Großen durch eine Literatursoziologie ihres Ruhms sei es zu rechtfertigen, sei es zu unterhöhlen, gab es schon früher. Friedrich Gundolfs "Cäsar" hatte den Untertitel: "Geschichte seines Ruhms".

Und sagen wir es gleich; das Wagnis ist geglückt, ja es ist für den …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 09.02.2010

Sachbücher des Monats Februar
Empfohlen werden nach einer monatlicherstellten Rangliste Bücherder Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften sowie angrenzender Gebiete.
1. ULRICH RAULFF: Kreis ohne Meister. Das Nachleben Stefan Georges. C. H. Beck Verlag, 544 Seiten, 29,90 Euro.
2. MIRIAM GEBHARDT: Die Angst vor dem kindlichen Tyrannen. Eine Geschichte der Erziehung im 20. Jahrhundert. Deutsche Verlags-Anstalt, 336 Seiten, 24,95 Euro.
3.-4. WOLFGANG MARTYNKIEWICZ: Salon Deutschland. Geist und Macht 1900- 1945. Aufbau Verlag, 450 Seiten, 26,95 Euro.
JEAN-MICHEL PALMIER: Walter Benjamin. Aus dem Französischen von Horst Brühmann, Suhrkamp Verlag, 1374 Seiten, 64 Euro.
5. THEODOR W. ADORNO: Nachgelassene Schriften, Abt. IV: Vorlesungen – Band 3: Ästhetik (1958/59). Herausgegeben von Eberhard Ortland, Suhrkamp Verlag, 522 Seiten, 43,80 Euro.
6. ALBRECHT WELLMER: Versuch über Musik und Sprache. Carl Hanser Verlag, 328 Seiten, 21,50 Euro.
7. MARC BEISE: Die Ausplünderung der Mittelschicht. Alternativen zur aktuellen Politik. Deutsche Verlags-Anstalt, 224 Seiten, 19,95 Euro.
8. JOACHIM GAUCK: Winter im Sommer – Frühling im Herbst. …

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Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Als "Implosion" bezeichnet Thomas Meyer die von Ulrich Raulff in diesem Band nachgezeichnete postume Wirkungsgeschichte Stefan Georges. Laut Meyer ist Raulff ein guter Maulwurf und Führer in den Tiefen des deutschen Seelenlebens. Die Lektüre macht dem Rezensenten Personenkonstellationen, Allianzen, Kontinuitäten und Exegesen-Kämpfe verständlich und schickt ihm durchaus Schauer über den Rücken mit diesem ganz anderen Bild der deutschen Geschichte von 1933 bis 1968. Dankbar konstatiert Meyer die Anwendbarkeit des Buches als Referenzwerk. Sowie Raulffs Professionalität und Sachverstand, die sich für Meyer in der Entdeckung und kontextualisierenden Rekonstruktion verschiedener, mitunter überraschender Lebens- und Schicksalswege in der Folge Georges niederschlagen.

© Perlentaucher Medien GmbH

»Für Ulrich Raulff ist die Geschichte des George-Kreises nach dem 4. Dezember 1933 eine Geschichte des Erlöschens: Rezeptions- als Dekadenzgeschichte. Auf der Basis persönlicher Gespräche mit letzten Überlebenden zeichnet er die Geschichte des George-Kreises als fortwirkenden Niedergang, als Tanz der Jünger um eine Mitte, in der betäubt ein großer Wille steht. ... Ulrich Raulff zeigt, wie sehr diese Epoche durch die offene Ablehnung oder heimliche Verehrung von Georges Ideen geprägt wurde.« Malte Herwig, Literaturen Oktober 2009

"Mit Spürsinn und analytischer Kraft versteht es Raulff, intellektuelle Landschaften zu vermessen, das Programm einer Artistenpolitik, einer Machtübernahme durch den ästhetischen Willen zu sezieren."
Frauke Hamann, Neue Gesellschaft Frankfurter Hefte 1/2 2010

»Ulrich Raulff freilich erliegt der Faszination seines Sujets nicht. Sein Buch 'Kreis ohne Meister' durchweht ein angenehm ironischer Tonfall. ... Ulrich Raulff hat dem Nachleben Georges und seinem 'Kreis ohne Meister' das wohl spannendste Buch gewidmet, das man seit langem zum geheimen Deutschland lesen konnte.« -- Jacques Schuster, Die Welt 13.03.2010

»Raulffs Geisterbuch ist nicht an der Latte des konzeptionellen Ebenmaßes zu messen. Er weiß um seine Vorlieben und benennt offen die Lücken in dieser Geschichte des 'Nachlebens'. Bewundernswert ist die Findigkeit des Autors, auf Nebenpfaden zur Hauptsache zu gelangen. Umwege erhöhen bekanntlich die Ortskenntnis, und viele dieser Umwege sind ein reines Lesevergnügen. Einige Kapitel fallen intellektuell und sprachlich geradezu hingebungsvoll aus. ... Selbst wenn Raulff bloß seiner Chronistenpflicht nachkommt oder das Werk eines George-Jüngers ausführlich referiert und interpretiert, formuliert er brillant und mit wohltuender Ironie.« -- Steffen Martus, Berliner Zeitung 28.01.2010

»Mit Spürsinn und analytischer Kraft versteht es Raulff, intellektuelle Landschaften zu vermessen, das Programm einer Artistenpolitik, einer Machtübernahme durch den ästhetischen Willen zu sezieren.« -- Frauke Hamann, Neue Gesellschaft Frankfurter Hefte 1/2 2010

»Zum Lesegenuss wird das Buch durch einen Stil von lässiger Brillanz, geschmeidig, klug, mit vielen treffenden Formulierungen und eleganten Pointen. Ein wenig bekanntes, aber zentrales Kapitel deutscher Geistes- und Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts wird außerordentlich fundiert und zugleich angenehm unakademisch vermittelt.« -- Wolfgang Schneider, Deutschlandradio Kultur 16.11.2009
Ulrich Raulff, geb. 1950, Studium der Philosophie und Geschichte. Ab 1997 Feuilletonchef der FAZ; 2001-2004 Leitender Redakteur im Feuilleton der SZ. Seit 2004 Direktor des Deutschen Literaturarchivs Marbach. Träger des Anna-Krüger-Preis des Wissenschaftskollegs in Berlin für wissenschaftliche Prosa (1996) und des Hans-Reimer-Preises der Aby-Warburg-Stiftung (1997).

Blick ins Buch "Kreis ohne Meister"

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