Nach über 35 Jahren Tourneegeschäft und Plattenveröffentlichungen
hat sich Bettina Wegner 2007 mit einer letzten Tour vom
Künstlerberuf verabschiedet. Anlass dafür sind nicht nur
gesundheitliche Gründe. "Singen", sagt sie wird sie
"immer, aber nicht mehr touren". Das war nie ein Abschied
auf Raten, es ist die eine, erste und letzte Abschiedstournee.
Bettina Wegner über ihren Entschluss: "Ich habe den Beruf fast
40 Jahre ausgeübt. Das geht ganz schön in die Knochen. Und es wird
in diesem Beruf härter, und nicht nur in meinem; es betrifft
Journalisten, es betrifft Fotografen, es betrifft alle
künstlerischen oder selbstständigen Bereiche. Du wirst
runtergehandelt wie die schäbigste Nutte. Und da habe ich mir
gedacht: Ich werde 60, möchte ich das meinem Rücken und meiner
Seele zumuten, wie eine Hure behandelt zu werden?" Von Januar
bis Dezember 2007 hat sich Bettina Wegner mit weit über 60
Konzerten in ganz Deutschland, Österreich und Belgien von Ihrem
Publikum verabschiedet. Mit den kongenialen Freunden und Musikern,
Karsten Troyke, der sich mit hervorragenden jiddischen
Liedinterpretationen einen Namen gemacht hat und Jens-Peter Kruse
einem brillanten Gitarristen, wurden eindruckvolle Auftritte
zwischen Eupen und Anklam, zwischen München und Hamburg gegeben.
Aus den vielen Konzerten wurden die musikalisch-literarischen
Höhepunkte zu dieser "Abschieds-Doppel-CD"
zusammengefügt. Und Sie hören eine Bettina Wegner die auch mit 60
Jahren voller Leidenschaft, Frische und Elan ist. Deren Stimme
ungebrochen, deren Wut, Wildheit -aber auch Sanftmut- echt ist. Die
Stimme der Sängerin klingt heute reif und warm, schöner noch als
früher, als sie mit "Sind so kleine Hände" berühmt wurde.
Man spürt die Dualität von Melancholie und Kraft Ihrer Lieder die
sich in ihr auch auf der Bühne verkörpert. Sollten Sie ein Konzert
der Abschiedstournee besucht haben, werden Sie über das Wiederhören
begeistert sein. Und wenn Sie die Tournee verpasst haben, bekommen
sie einen sehr intensiven Einblick in das Schaffen der
Ausnahmekünstlerin.