Wir sind doch Schwestern - Gesthuysen, Anne

Anne Gesthuysen 

Wir sind doch Schwestern

Roman

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Wir sind doch Schwestern

Katty, Paula und Gertrud treffen sich zu Gertruds 100. Geburtstag. Sie wollen ihre Zukunft planen, doch vorher gilt es, die Vergangenheit zu klären. Gertrud hat noch gute Augen, aber hören kann und will sie nicht. Paula kann kaum noch sehen, hat aber immer ein offenes Ohr für ihre Schwestern. Und Katty, das Nesthäkchen, will auch mit 84 Jahren Feste feiern, wie sie fallen, so wie damals, als sie schon meisterhaft beherrschte, was man viel später erst PR nannte. Allen gemeinsam sind Eigensinn, Humor und eine angeborene Kreislaufschwäche, die mit exorbitant starkem Kaffee und gutem Schnaps bekämpft wird - so auch in diesen Tagen auf dem Tellemannshof, wo in jedem Winkel die Erinnerung lauert. Eindringlich verwebt Anne Gesthuysen Gegenwart und Vergangenheit und entfacht dabei ein Feuerwerk von Geschichten, die sich quer durch das 20. Jahrhundert ziehen. Sie erzählt von Katty, der charmanten Strippenzieherin, ihrer Verehrung für Adenauer und ihrer Liebe zu einem unerreichbaren Volksvertreter, von Gertruds schicksalhafter Verlobung und dem Spion, den sie versteckte. Von Paula, die ihren Mann an Männer verlor und stets die Lebenslust bewahrte. Vom Tausch eines Huhns gegen ein Rembrandtgemälde, von einem Leumundsprozess, der den gesamten Niederrhein in Atem hielt, und von drei starken Frauen mit dem Mut zur Eigenständigkeit. Große Lebensgeschichten verbinden sich mit herrlichen Anekdoten, das Weltgeschehen mit dem Leben in Wardt bei Xanten.


Produktinformation

  • Abmessung: 212mm x 125mm x 39mm
  • Gewicht: 530g
  • ISBN-13: 9783462044652
  • ISBN-10: 3462044656
  • Best.Nr.: 35687726
"Anne Gesthuysen [...] ist ein mitreißender Roman über ihre Großtanten und das letzte Jahrhundert gelungen." -- Hörzu, 09.11.2012

"Die drei Schwestern sind trinkfest, schicksalserprobt und äußerst patent, insgesamt also Damen, die man sehr gerne zur Oma oder Tante hätte. So gesehen ist Gesthuysens Roman ein großes Glück: Er macht den Leser zum Teil der Familie. Denn er ist im besten Familien-Geburtstags-Kaffeetafel-Plauderton geschrieben in der richtigen Mischung aus tratschig und trocken also, und er speist sich aus den Geschichten und Anekdoten, Erinnerungen und Aufzeichnungen über Gesthuysens Großtanten. Gute Unterhaltung, fast so gut, wie selbst auf eine Familienfeier zu gehen.", Spiegel Online, 26.11.2012
Anne Gesthuysen ist 1969 am unteren Niederrhein in dem kleinen Dorf Veen geboren und aufgewachsen. Nach dem Abitur ging sie in die Großstadt. Anne Gesthuysen hat Journalistik und Romanistik studiert. Seit 1987 arbeitet sie als Reporterin und Autorin von Dokumentationen für diverse Fernsehsender. Zwischendurch machte sie einen Abstecher zum französischen Radio. Seit 15 Jahren steht sie auch vor der Kamera, die bisher längste Zeit für das ARD-Morgenmagazin, das sie seit 2004 moderiert. Sie lebt mit Mann und Kind in Köln.

Kundenbewertungen zu "Wir sind doch Schwestern" von "Anne Gesthuysen"

10 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4.2 von 5 Sterne bei 10 Bewertungen **** sehr gut)
***** ausgezeichnet
 
(6)
***** sehr gut
 
(1)
***** gut
 
(2)
***** weniger gut
 
(1)
***** schlecht
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Bewertung von Lene aus Chemnitz am 14.01.2013 ***** ausgezeichnet
Das Leben der drei alten Damen ist wunderbar leicht lesbar erzählt. Für mich sind derartige Lebensgeschichten hochspannend, was mir dieses Buch besonders wertvoll macht.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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Bewertung von Nilly am 05.01.2013 ***** ausgezeichnet
Das Buch „Wir sind doch Schwestern“ hat mich berührt und gleichzeitig auch viel zum Nachdenken gebracht. Die Autorin, Anne Gesthuysen, erzählt herzlich und dennoch ohne Beschönigung das Leben ihrer drei interessanten Großtanten. Es ist für mich ein Geschenk, einen solch tiefen Blick in den bemerkenswerten Alltag der Damen blicken zu dürfen. Danke hierfür!

Gertrud wird 100 Jahre alt. Das ist für Katty, die Jüngste des Schwesterntrios, natürlich ein willkommener Grund wieder auf dem Tellemannshof ein richtiges Fest zu organisieren. Trotz ihren stolzen 80 Jahren ist das für sie überhaupt kein Problem. Paula, die mittlere Schwester, darf dabei natürlich nicht fehlen!

Und plötzlich steht der Leser in 3 Leben. Die Autorin gibt den starken Charakteren viel Zeit um ihre Geschichten in die Zukunft zu holen. Jede der dreien hat eine bewegende Lebensgeschichte hinter sich. Oft sind ihre Wege miteinander verbunden. Allerdings nicht immer im Guten… Stolz, Liebe, Ehre und Willenskraft begleitet dennoch alle. Viele Verluste und schlimme, für meine Generation kaum nachfühlbare Zeiten während der Kriege wurden irgendwie überlebt. Diese Angst und das ständige bibbern um das eigene Leben und das der Lieben muss kaum zum Aushalten gewesen sein.

Die Autorin gibt den Damen Stimmen mit Tiefgang. Wut und Ängste sind genauso intensiv beschrieben wie die Liebe und das Glück. Mit diesem Buch bekam ich einen fantastischen und dennoch bedrückenden Eindruck in die Vergangenheit. Einen für mich überaus passenden Satz zur Beschreibung dieses Buches (um genau zu sein über Paula) fand ich im Epilog: "Geboren im 19., gelebt, geliebt, gelacht und gelitten im 20. und gestorben im 21. Jahrhundert."

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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Bewertung von Philo aus Frankfurt am Main am 04.01.2013 ***** ausgezeichnet
Ich finde, dies ist ein außergewöhnliches und ganz besonderes Buch. Einmal angefangen zu lesen, konnte ich es nicht mehr aus der Hand legen. Beschrieben wid das Leben der drei Schwestern Gertrud, 100 Jahre alt, Paula, 98 Jahre alt und Katty, 84 Jahre alt. In ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, gehen die Schwestern alle ihren Weg, sind sich nicht immer einig und auch nicht immer gut gesonnen, wenn es aber darauf ankommt, gilt der Grundsatz "Wir sind doch Schwestern". Nun sind die drei hochbetagt zusammengekommen, um den einhundertsten Geburtstag von Gertrud zu feiern, die Vergangenheit aufzuarbeiten und sich Geheimnisse anzuvertrauen, die jede Einzelne bislang für sich bewahrt hat. Jede der Schwestern muß erkennen, daß alle drei schwere Schicksalsschläge haben hinnehmen müssen, von denen jede Einzelne vieles für sich behalten hat. Und trotz ihres hohen Alters sind die Schwestern noch in der Lage, zuzuhören und ein neues Vertrauen aufzubauen.

Das Buch beleuchtet ein ganzes Jahrhundert mit zwei Weltkriegen, Hunger, Elend und dem Verlust von Familienangehörigen. Daß ein Cousin der Schwestern sich wegen der Entdeckung seiner Homosexualität das Leben nahm, weil er vor Scham nicht mehr weiterleben wollte, ist ein ganz schreckliches Ereignis, das heute kaum mehr vorstellbar ist. Genau so unvorstellbar ist für heutige Verhältnisse, daß Gertrud und Katty die Männer, die sie liebten, nicht heiraten konnten, weil die Standesunterschiede dies nicht zuließen.

Die Autorin schreibt ihre Geschichte in einer Weise, die den Leser einbindet und mitnimmt auf die Reise durch das 20. Jahrhundert, und indem die Schwestern jetzt nach und nach offen und ehrlich miteinander umgehen, fühlt man sich mittendrin im Geschehen. Ein wunderbares Buch über Familienbande, Schwesternliebe, Zugehörigkeitsgefühl und gegenseitiges Verständnis, das durch die ehrliche Begegnung der drei Schwestern gegen Ende ihres Lebens eine besondere Bedeutung erreicht.

Fünf Sterne für ein Buch, dem ich ganz viele Leser wünsche.

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Bewertung von KiKi66 aus Nordhessen am 27.12.2012 ***** gut
Die drei Schwestern Katty, Paula und Gertrud treffen sich zu Gertruds 100. Geburtstag auf dem Tellemannhof.
Ein Ort mit Vergangenheit für zwei der Schwestern.
Die eine fand ihre Bestimmung, die andere verlor ihre.
Gertrud die älteste kann noch gut sehen, Paula die zweite auch schon 98 kann kaum noch sehen. Katty die jüngste mit 84 organisierte und feierte Feste das ganze Leben durch.
100 Jahre sind ein Grund doch mal einige Dinge zu klären. Gertrud soll auf den Hof ziehen, aber ihre Vergangenheit verbietet es ihr. Es gibt also etwas aufzuarbeiten.
Zusammengefasst drei Schwestern, drei Leben.
Die Geschichte ist angesiedelt am Niederrhein, so dass auch etwas Lokalkolorit dazukommt, der sture Niederrheiner, der gerne alles unter den Teppich kehrt und einfach weitermacht.
Nach dem 1.Weltkrieg, nach dem zweiten Weltkrieg und der Naziherrschaft.

Es ist eine schöne Idee, die Geschichte der Tanten aufzuschreiben, die Generation der Menschen mit der Erfahrung von zwei Weltkriegen stirbt aus.
Es ist nur schade, dass die Charaktere ein wenig zu wenig Tiefgang haben, und die Konflikte alle aus der Jugend stammen, gab es keinen 70., 75. oder 80. Geburtstag den man hätte zum Anlass nehmen können Dinge zu klären?
Aber das Buch liest sich nett und flüssig, man ist auf Verwandtenbesuch und hört sich die verschiedenen Geschichten, die verschiedenen Perspektiven der Schwestern an.
Das trotzige „wir sind doch Schwestern“ konnten sie sich bis zum Tode bewahren.
Das Buch ist zwar kein Highlight des Jahres, aber das durchaus lesenswert.
Das Titelbild ließ mehr Geschichten aus dem Miteinander und nicht dem Auseinanderdriften der Schwestern vermuten.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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Bewertung von KleineHexe82 aus Bayreuth am 23.12.2012 ***** ausgezeichnet
„Wir sind doch Schwestern“ wurde von Anne Gesthuysen geschrieben, die auch dadurch bekannt ist, dass sie das ARD-Morgenmagazin moderiert. Sie wurde durch ihre Großtanten zu „Wir sind doch Schwestern“ inspiriert, die mit ihren Lebensgeschichten Vorbilder für die drei Romanfiguren wurden.

Die alten Damen erreichten zusammen das beeindruckende und außergewöhnliche Alter von 298 Jahren. Zum 100. Geburtstag von Gertrud, der ältesten Schwester finden sich die Frauen bei Katty, die mit 84 Jahren die Jüngste und Fitteste der Drei ist, für die Feier auf dem Tellemannshof ein, mit dem vor allem Gertrud auch unangenehme Erinnerungen verbindet. So kommt es neben lebendigen und sehr liebevollen Schilderungen der Vorbereitung und Durchführung der großen Feier und damit verbundenen rührenden und komischen Szenen auch immer wieder zu Rückblicken in die Vergangenheit und man merkt deutlich, dass es hier noch einiges aufzuarbeiten gibt. Keine der drei Schwestern kann auf ein klassisches, geradliniges Leben zurückblicken, sodass man beim Lesen immer wieder überrascht wird. Zudem wird einem ins Bewusstsein gerufen, wie anders bestimmte Moralvorstellungen im vergangenen Jahrhundert noch waren und wie sehr diese auf das Leben eines Menschen Einfluss nehmen konnten. Man erhält in dem Buch Einblicke, welche konkreten Auswirkungen bestimmte geschichtliche Ereignisse, wie die beiden Weltkriege, der damals vorherrschende Judenhass oder das geltende Scheidungsrecht hatten, indem man mit den Beteiligten mitfühlen, mitfiebern und manche Verhaltensweisen vielleicht aus heutiger Sicht auch schwer verstehen kann. Besonders beeindruckend finde ich dabei, dass es sich hier nicht um reine Fiktion handelt, sondern dass sich dies alles wirklich innerhalb einer einzigen Familie zugetragen hat, auch wenn manches im Laufe der Jahre vielleicht etwas spektakulärer weitergegeben wurde, wie es ursprünglich einmal war, wie die Verfasserin am Ende relativiert. Vieles beruht aber tatsächlich auf handfesten Fakten. Neben den Schwestern spielt auch Heinrich Hegmann eine wichtige Rolle in dem Buch, an Hand seiner Person kann man eine Politikerkarriere mit all ihren privaten Konsequenzen vor und nach dem Zweiten Weltkrieg mitverfolgen, was ich persönlich auch interessant fand. Er saß zunächst für die Zentrumspartei im preußischen Landtag und trat nach dem Krieg dann in die CDU ein, für die er dann mehrmals als Direktkanditat in den Landtag von Nordrhein-Westfalen gewählt wurde.

Mir hat die Konstruktion des Buches mit dem 100. Geburtstag als Anlass für Rückblicke in die Vergangenheit und das Ansprechen ungeklärter Konflikte zwischen den Schwestern gut gefallen. Das Buch hat mich besonders in der zweiten Hälfte in seinen Bann gezogen und mich immer wieder überrascht. Abstrakte historische Fakten wurden für mich durch die damit verbundenen persönlichen Schicksale nachvollziehbar. Auch der Schreibstil von Anne Gesthuysen hat mir gut gefallen. Er sorgt für einen guten Lesefluss und zugleich für Anschaulichkeit und Lebendigkeit. Die alten Damen wirken jede auf ihre Art sympathisch und sehr gebildet und vielseitig interessiert, auch wenn ich aus heutiger Sicht nicht alle ihre Entscheidungen nachvollziehen kann. Positiv aufgefallen sind mir auch die treffend gewählten Kapitelüberschriften, die Orientierung bieten, in welcher Zeit man sich gerade befindet und worum es ungefähr geht, die aber gleichzeitig so formuliert sind, dass sie nicht zu viel verraten. Auch der Buchtitel ist sehr gut gewählt, da das "doch" bereits aussagt, dass zwischen den Schwestern nicht immer nur "Friede, Freude, Eierkuchen" herrschte, aber sie dennoch in Notsituationen zueinander gehalten haben, wie der komplette Titel beschreibt.

5 von 5 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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Bewertung von cachingguys aus Jülich am 08.12.2012 ***** ausgezeichnet
1994 der 100.Geburtstag von Gertrud steht an. Ihre 84-jährige Schwester Katty bereitet alles vor. Auch die dritte der Schwestern Paula, 98 Jahre alt, reist an. Erzählt wird eine wahre Geschichte der Großtanten von Anne Gesthuysen. Gefeiert wird auf dem Gut Tellemann in Wardt bei Xanten am Niederrhein. Mit dem Tellemannhof sind für alle drei Erinnerungen verbunden. In diese Rahmenhandlung des anstehenden Geburtstages, sind Geschichten aus der Vergangenheit eingebettet, die sich durch das ganze 20. Jahrhundert ziehen. Diese Geschichten werden aus den wechselnden Perspektiven der Schwestern erzählt und informieren so den Leser. Durch den stetigen Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit wirkt die Erzählung lebendig. Gertrud lernte mit 20 Jahren Franz Hegmann kennen und er verlobte sich mit ihr gegen den ausdrücklichen Rat seines Bruders Heinrich. Um die nicht standesgemäße Heirat von Gertrud und Franz aufzuschieben wird er in den Krieg geschickt und kommt nicht mehr zurück. Dies verzeiht Gertrud Heinrich nie. 1927 lernt sie in Berlin den wortgewandten und gebildeten Karl Liechtenstein kennen und lieben, lehnt jedoch seinen Heiratsantrag ab, als sie erfährt, dass er Jude ist. Sie heiratet nie.Paula lernte Alfred mit 18 Jahren kennen. Sie verloben sich sehr schnell, schieben jedoch die Heirat auf, nachdem Gertruds Verlobter im Krieg fällt. 1920 entdeckte Paula, dass sie schwanger ist und so heiraten sie kurz darauf. Sie bekommt vier Jahre später ein zweites Mädchen, doch die Leidenschaft zwischen dem Paar schläft langsam ein und während seiner Kriegsgefangenschaft 1945-1946 entdeckt Alfred seine homosexuellen Neigungen. Paulas Cousin Peter wird von seiner Frau inflagranti mit Alfred überrascht und begeht daraufhin Selbstmord. Es wird als Unfall dargestellt und um der Familienehre willen hält Paula an der Ehe fest, doch sechs Jahre später wird Alfred wegen seiner Neigungen verhaftet und inhaftiert. Sie reicht daraufhin die Scheidung ein, unterhält jedoch bis zu seinem Tod ein heimliches freundschaftliches Verhältnis mit ihrem Exmann. Katharina, von allen nur Katty genannt, ist die jüngste Tochter der Familie Franken und erst zwölf Jahre alt, als ihre Mutter nach an Schwindsucht stirbt. Die Familie ist arm und nach dem Tod der Mutter kommt der Vater kaum noch finanziell zurecht, weshalb Katty zu Heinrich Hegmann und seiner Frau auf den Tellemannshof zieht. Nachdem sie weggeschickt wurde kommt sie 10 Jahre später wieder auf den Hof und diesmal bleibt sie. Sie ist dort Hauswirtschafterin, wird jedoch nicht als Angestellte behandelt sondern mehr und mehr gleichberechtigt. Es entwickelt sich erst eine Freundschaft, nach Jahren dann eine Liebe, die jedoch auf Grund des Standesunterschiedes nie ihre Erfüllung findet. Trotzdem unterstützt sie Heinrich vor allem bei seiner politischen Karriere. Ein halbes Jahrhundert nach dem zweiten Weltkrieg sind die drei die letzten noch lebenden von 11 Geschwistern. Sie treffen sich auf dem Tellemannshof, um Gertruds 100. Geburtstag zu feiern. Während der Vorbereitungen und der eigentlichen Feier streiten sich die Schwestern immer wieder; Katty fühlt sich von Gertrud immer noch bevormundet und wirft ihr vor, sie könne ihr nichts recht machen. Gertrud versteht Kattys Loyalität zum lange verstorbenen Heinrich nicht, dem sie noch immer nicht verzeihen konnte. Dazwischen steht Paula, die sich immer wieder im Spagat zwischen den Schwestern versucht und um Harmonie bemüht ist. Zwischen Tränen und herzhaften Lachern finden sich rührenden Stunden, in denen sie sich immer wieder darauf besinnen, dass sie trotz allem Schwestern sind und füreinander durchs Feuer gehen würden. Der Roman bietet dem Leser viel historisches und politisches Wissen und Einblicke über das Deutschland des 20. Jahrhunderts. Das alles gut verpackt in den Lebenslauf von drei starken Frauen. Da auch die Liebe nicht zu kurz kommt handelt sich um eine sehr gute Mischung und um ein hervorragendes Buch, das sowohl sehr bewegend, aber auch lus

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Bewertung von KimVi aus Niedersachsen am 20.11.2012 ***** sehr gut
Katty, Gertrud und Paula sind Schwestern. Sie treffen sich bei Katty auf dem Hof, um ein ganz besonderes Ereignis zu feiern. Denn Gertrud wird 100 Jahre alt. Da Katty im Laufe ihres Lebens schon einige Feiern geplant hat, ist die Organisation bei ihr in den besten Händen. Außerdem ist sie mit ihren 84 Jahren die Jüngste im Bunde, sodass sie, sowohl geistig als auch körperlich, noch ziemlich agil ist. Das sieht bei dem Geburtstagskind Gertrud leider schon anders aus und deshalb möchte Katty, dass ihre Schwester zu ihr zieht. Doch bevor die drei Damen die Zukunft planen können, müssen sie gemeinsam zurückblicken und über Vergangenes sprechen. Denn es gibt Dinge, die schon lange darauf warten, geklärt zu werden....


|| Meine Meinung ||


Anne Gesthuysen erzählt in diesem Roman die Geschichte ihrer Großtanten Gertrud, Paula und Katty, die zusammen das stattliche Alter von 298 Jahren erreicht haben. Als Aufhänger verwendet sie den 100. Geburtstag der ältesten Schwester Gertrud. Um dieses besondere Ereignis kreist das aktuelle Geschehen. Es gibt allerdings immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit der Schwestern, denn ein 100. Geburtstag ist ein besonderer Tag, der dazu anregt, wichtige Momente der letzten Jahrzehnte Revue passieren zu lassen.

Die Lebenswege der Schwestern sind sehr unterschiedlich. Aus der Erzählperspektive verfolgt man sowohl das aktuelle Geschehen, als auch die Rückblicke auf wichtige Ereignisse der vergangenen Jahre. Da die Erzählung in einzelne Kapitel unterteilt ist, die in der Überschrift verraten, zu welcher Zeit sich die beschriebenen Ereignisse zutragen, fällt es leicht, die Übersicht zu behalten. Da die drei Schwestern abwechselnd im Zentrum der Handlung stehen, bekommt man sowohl einen Einblick in die tatsächlichen Ereignisse, als auch darauf, wie unterschiedlich die Schwestern diese Begebenheiten wahrgenommen und empfunden haben. Denn nicht alles ist immer so, wie es auf den ersten Blick scheint. Denn die drei Schwestern haben sich nicht immer alles anvertraut und so kommen nun einige Dinge ans Tageslicht.

Die drei Hauptprotagonisten wirken sehr lebendig und alle scheinen das Herz auf dem rechten Fleck zu haben. Der Umgang miteinander fällt ihnen allerdings nicht immer leicht, doch das war bereits in der Vergangenheit so und wird sich deshalb auch im hohen Alter nicht mehr ändern. Katty ist zwar bereits selbst 84 Jahre alt, doch für ihre Schwestern ist sie nach wie vor das Nesthäkchen und wird dementsprechend behandelt. Es gelingt Anne Gesthuysen in ihrer Erzählung hervorragend, die unterschiedlichen Gefühle, die die Schwestern füreinander und im Umgang miteinander haben, zu vermitteln. So kann man sich mühelos in die Handlung hineinversetzen und interessiert der facettenreichen Familiengeschichte folgen.

Mir hat die Geschichte der drei Schwestern sehr gut gefallen, auch wenn ich zugeben muss, dass es leider einige Stellen gab, die auf mich etwas langatmig wirkten. Dennoch habe ich die gesamte Erzählung mit großem Interesse verfolgt und vergebe deshalb vier Bewertungssterne und eine klare Leseempfehlung für alle, die gerne in alten Familiengeschichten stöbern.

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Bewertung von uli123 aus syke am 17.11.2012 ***** ausgezeichnet
Das Gerüst der Erzählung bilden die Vorbereitungen der 84jährigen Katty Franken für den 100. Geburtstag ihrer Schwester Gertrud im Jahr 1994 auf dem Gut Tellemann in Wardt bei Xanten am Niederrhein. Auch die dritte Schwester Paula, 98 Jahre alt, ist zugegen.

Mit dem Tellemannshof sind für alle drei Erinnerungen verbunden. Daher sind in die Rahmenhandlung Geschichten aus der Vergangenheit eingebettet, die sich durch das ganze 20. Jahrhundert ziehen. Diese Geschichten werden aus den wechselnden Perspektiven der Schwestern erzählt und informieren so den Leser allumfassend. Durch den stetigen Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit wirkt die Erzählung recht lebendig.

Allen Geschichten ist gemeinsam, dass sie bewegend und komisch geschrieben sind: Bewegend, weil viele ernste Themen angesprochen werden; komisch, weil lustige Anekdoten eingestreut sind.

Zu den ernsten Themen gehören Alter und Tod. So wird immer wieder auf die Altersgebrechen (Blindheit und Schwerhörigkeit) der Schwestern eingegangen, aber durchaus humorvoll. Es ist die Rede vom Schwindsuchttod ihrer Mutter, dem Suizid ihres bei homosexuellen Handlungen ertappten Cousins, den tragischen Unfalltoden ihrer kleinen Neffen, woran deren Vater zerbrach, dem Fallen von Heinrichs einzigem Sohn Theodor in den letzten Kriegstagen 1945.

Von den lustigen Anekdoten ist mir z.B. in Erinnerung geblieben, wie sich Kattys auf Tellemannshof unerwünschter Verehrer vor Heinrich in einem Schrank versteckt und er seine Flucht über den Hinterausgang antreten soll. Dabei wird er gewarnt " … pass auf, hinten auf der Weide läuft der Stier frei rum. Mit deinem hochroten Kopf wird er dich schon von Weitem sehen" (S. 198).

Der Roman bietet dem Leser viel historisches und politisches Wissen über das Deutschland des 20. Jahrhunderts. Anhand des männlichen Protagonisten Heinrich wird ein gutes Bild der Parteienlandschaft in Deutschland, insbesondere der CDU, vermittelt. Das Thema Antisemitismus wird anhand Gertruds zweitem, jüdischem Verehrer Karl aufgegriffen. Interessant ist auch das anhand von Paulas geschiedenem, homosexuellem Ehemann Alfred in den Fokus gerückte Thema Homosexualität, die ja bis 1994 strafbar war.

Für weibliche Leser soll betont werden, dass es sich auch um einen Liebesroman handelt. Wie ein roter Faden zieht sich durch das Buch Gertruds Liebe zu Franz. Sie wird von seinem Bruder Heinrich als nicht standesgemäß abgelehnt und findet durch Franz' tragischen Tod im 1. Weltkrieg ein Ende. Dafür gibt Gertrud unerbittlich Heinrich bis zu dessen Lebensende die Schuld - was auch ihr Verhältnis zu Katty zeitlebens trübt. Rührend geschildert ist auch die ebenfalls nicht standesgemäße Liebe zwischen Katty und Heinrich, letztlich ebenfalls unerfüllt.

Die weiblichen Protagonisten sind allesamt starke Frauen mit eigener Persönlichkeit. Die Ursache dürfte in der zur damaligen Zeit ungewöhnlichen liberalen Erziehung durch den Vater zu finden sein. Eine ebenso starke Persönlichkeit ist der männliche Gegenspieler Heinrich Hegmann, Politiker und Machtmensch durch und durch, dessen zutreffend wiedergegebene Vita sich bei Wikipedia nachlesen lässt.

Über allem steht die unerschütterliche Zusammengehörigkeit von Katty, Paula und Gertrud. Zwar haben alle zu ihrem Lebensende hin das Bedürfnis , noch einmal reinen Tisch zu machen. Sie erkennen aber, dass sie doch Schwestern sind. Deshalb ist auch der Buchtitel treffend gewählt. Er findet sich auch in zwei Textstellen wieder (S. 111, 352).

Kurzum, eine lebendige Erzählung, die uneingeschränkt für Leser aller Art zu empfehlen ist.

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Bewertung von Barbara R. aus Regensburg am 16.11.2012 ***** gut
Mir hat das Buch 'Wir sind doch Schwestern' ganz gut gefallen. Es geht um drei Schwestern, die alle schon ein langes und aufregendes Leben hinter sich haben. Anlässlich des 100. Geburtstag der ältesten Schwester treffen sie sich um zu feiern. Aufgrund dieses Treffens werden viele alte Geschichten wieder aktuell und jede der Schwestern setzt sich mit ihrer Vergangenheit auseinander. Trotz vieler Schwierigkeiten und Konflikte haben die drei Schwestern doch immer zusammengehalten.
Es werden verschieden Zeitepochen angeschnitten und auch die Erzählperspektive wechselt zwischen den drei Schwestern. Gut gefallen hat mir auch, dass die Autorin immer an der passenden Stelle zu dem Schauplatz/in die Zeit gesprungen ist, der/die den Leser interessiert. Ich habe sofort eine Beziehung zu den drei Hauptpersonen aufbauen können und war gleich in der Geschichte drin. Schade fand ich, dass die ein oder andere Schwester ein wenig zu kurz gekommen ist. Ich hätte Paula gern noch ein bisschen besser kennengelernt.
Der Schreibstil ist sehr lebendig, durch seine kurzen Sätze oft ungewöhnlich, aber doch angenehm zu lesen.
Obwohl ich das Buch gerne gelesen habe, wird es mir doch nicht dauerhaft in Erinnerung bleiben, da einfach das besondere Etwas gefehlt hat. Es hat mich unterhalten aber eben nicht verzaubert.

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Bewertung von Xirxe aus Hannover am 11.11.2012 ***** weniger gut
Ein großes Fest steht an: Gertrud feiert ihren 100. Geburtstag, den ihr ihre jüngste Schwester Katty (84 Jahre) auf dem Tellemannshof ausgerichtet hat. Auch die dritte Schwester, die 98jährige Paula ist selbstverständlich mit dabei und neben den Festvorbereitungen gilt es auch, die Folgezeit zu planen. Doch nicht nur Zukünftiges wird besprochen, bei solch langen Lebensläufen kommt natürlich auch Vergangenes mit ins Spiel - und dies sind nicht nur freudige Gespräche. Manch Unausgesprochenes liegt noch zwischen den Schwestern und sorgt so immer wieder für Verstimmung zwischen den Dreien.

Ich tat mich schwer mit diesem Buch und zwar aus unterschiedlichen Gründen.
Sprachlich ist die Lektüre keine Offenbarung, der Satzbau ist zumeist recht einfach gehalten, sodass bei längerem Lesen (mehr als 50 Seiten) Ermüdungserscheinungen auftraten.
Doch wesentlich mehr ärgerten mich zwei der drei Hauptfiguren. Bis zum Ende des Buches gelang es mir nicht, Gertrud und Katty als sympathische Personen zu sehen, ganz im Gegenteil: Während ich zu Beginn zumindest noch von Kattys offener Art angetan war, ärgerte ich mich von Seite zu Seite mehr über sie wie auch über ihre Schwester. Machtbesessen, rücksichtslos, engstirnig und intolerant die Eine; spießbürgerlich, pedantisch, nachtragend und unduldsam die Andere. Von zwei Frauen mit dieser Intelligenz und Kenntnissen hätte ich ein bisschen mehr Selbstreflektion und 'über den Tellerrand hinausblicken' erwartet, auch wenn sie am Ende des 19. bzw. am Anfang des 20. Jahrhunderts geboren wurden. Statt dessen opfert die Eine für Macht ihre Liebe und stößt eine frühere Klassenkameradin ins Verderben, während die Andere sich über Kleinigkeiten mokiert sowie ihrer ersten und praktisch einzigen Liebe voller Verbitterung hinterhertrauert. Lediglich Paula überzeugt als sympathischer Charakter, die stets Optimistische, die voller Fröhlichkeit und Empathie daherkommt.
Die geschichtlichen Hintergründe, das gesamte 20. Jahrhundert, das von den Schwestern durchlebt wurde, taucht immer wieder in den einzelnen Rückblicken auf, wenn auch für mein Gefühl mehr am Rande. Man erfährt von Adenauer und Heinrich Lübke, die den Tellemanshof besuchten, vom 1. und 2. Weltkrieg, die als Zeit der Entbehrung dargestellt wurden, aber auch nicht mehr oder weniger.
Alles in allem: Na ja.... Wer Familiengeschichten liebt, hat vermutlich schon bessere gelesen als da wären 'Hannas Töchter' oder 'Wilde Schwäne' (dies aber besser im Original). 'Wir sind doch Schwestern' ist nicht völlig schlecht, aber auch nicht wirklich gut - liest man es nicht, hat man nichts verpasst.

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