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Bewertung von Conny Z. von dieseitenfluesterer-unserbuchblog.blogspot.de am 18.04.2013 |
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Kurzform meiner Rezension: Die Idee der Autorin Anne Gesthuyen, die Geschichte ihrer Großtanten in einem Roman zu verpacken, ist ihr gut gelungen. Von dem ersten Kapitel an habe ich vor allem Gertrud, wohl weil sie die Erzählungen vorantreibt, in mein Herz geschlossen. Vergangenheit und Gegenwart prallen an einem bedeutenden Tag aufeinander und die drei Geschwister verarbeiten miteinander eine aufregende Zeit. Die Erzählungen der Autorin sind sehr bildhaft verpackt und sprachen mich sehr an, sie schreibt darüber hinaus auch sehr flüssig und humorvoll. Am Anfang des Buches hatte ich erst kleine Einstiegsprobleme, da viele Gegebenheiten aus der Vergangenheit der drei Schwestern auf einmal auf einen einprasseln. Durch die gut gegliederten Kapitel wurde die Erzählweise aufgesplittet und so fand ich nach und nach in die Geschichte hinein. Durch die Sprünge zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart erfuhr ich unterschiedliche Gegebenheiten aus dem Leben der Schwestern und immer mehr und mehr setzten sich diese Geschichten zu einem großen Bild zusammen. Gerade das Schicksal von Gertrud hat mich sehr gefesselt, denn als sie den jungen Mann Franz kennen und lieben lernt, dachte auch ich zuerst, dass sie einer schönen Zukunft entgegensieht. Dass aber der Bruder Heinrich, der den Hof der Familie führte, etwas gegen diese Verbindung hat, veränderte Gertruds Leben auf eine schicksalhafte Weise. Sie war nicht nur die große Schwester für Katty, sondern fungierte auch als Mutterersatz und übernahm schnell die Erziehung ihrer kleinsten Schwester. Auch noch Jahrzehnte später hat sich daran nichts geändert und so liefert sich die mittlerweile über achtzigjährige Katty mit ihrer einhundertjährigen Schwester Gertrud die komischsten Wortgefechte. Katty ist mir nie sympathisch geworden, vielleicht lag es an ihrer naiven Art. Da der größte Schicksalsschlag im Zweiten Weltkrieg über zahllose Familien hereinbrach, spielt auch die Ansicht in der Vergangenheit in jenem schicksalhaften Jahrzehnt. “Wir sind doch Schwestern” ist eine Familiengeschichte, die ruhig noch mehr Inhalt und Erzählungen hätte vertragen können. Sie wird aber humorvoll und sehr liebenswert erzählt wird. Da bei diesen Schwester genau wie bei zahllosen anderen Familien zum Teil die größten Schicksalsschläge im Zweiten Weltkrieg hereinbrachen, spielt auch ein Blick in die Vergangenheit eine große Rolle - in genau jenes schicksalhafte Jahrzehnt. |
2 von 4 Kunden fanden diese Rezension hilfreich. War diese Bewertung für Sie hilfreich? |
Bewertung von Aenna (www.buecherspleen.blogspot.com) aus Niedersachsen am 04.03.2013 |
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Gertrud, Paula und Katty sind Schwestern und zusammen 282 Jahre alt. Die drei treffen sich auf dem Tellemannshof, auf dem die Jüngste von ihnen, die 84jährige Katty, seit ihrer Jugend lebt. Ein großes Fest steht bevor, denn Gertrud wird 100 Jahre alt, und das soll gebührend gefeiert werden. Aber nicht nur die Vorbereitungen zu Gertruds Ehrentag beschäftigen die betagten Damen, auch ihre Erinnerungen an vergangene Zeiten werden wieder wach, was nicht zuletzt am Tellemannshof und seinem letzten Besitzer, Heinrich Hegmann liegt. Erinnerungen, die nicht immer angenehm sind an Ereignisse, die noch immer schmerzen und die auch heute noch die eine oder andere Frage unbeantwortet lassen... Anne Gesthuysen schreibt in ihrem ersten Roman "Wir sind doch Schwestern" die Geschichte ihrer drei Großtanten auf. Sie beruft sich dabei auf alte, sich in Familienbesitz befindende Dokumente, auf mündliche Überlieferungen aus der Verwandschaft sowie auf ihre eigenen Erinnerungen. Herausgekommen ist ein mitreißendes Werk, welches das lange Leben von drei Frauen widerspiegelt, die neben zwei Kriegen noch weitere, ganz eigene Katastrophen erlebt haben. Geschickt verknüpft die Autorin Gegenwart und Vergangenheit. So erleben wir die betagten Damen bei den Vorbereitungen zum Geburtstagsfest und können oft ein Schmunzeln nicht verhindern angesichts ihrer humorvoll genommenen Wehwehchen und Zipperlein, mit denen man sich im Alter so herumzuschlagen hat. Die Methoden zur Bekämpfung derselbigen erlauben dagegen auch ein lautes Lachen... Wir tauchen in die Gedankenwelt von Katty, Paula und Gertrud ein und lernen sie ebenfalls als junge Frauen kennen, die sich, entgegen der damaligen Zeit, bilden und auch eine eigene Meinung vertreten durften. Jede für sich erleben wir als eine eine starke Persönlichkeit, die sich ihrem jeweiligen Schicksal zu stellen vermochte. Und jede für sich hat mich mit ihrer Geschichte ganz stark beeindruckt, auch wenn das eine oder andere Detail fiktiv sein mag. Und natürlich kreuzen sich auch die Wege der Schwestern im Lauf ihres Lebens, und hier wird dem Leser sehr stark und wohltuend deren gegenseitige Liebe und ihr Zusammenhalt bewusst - auch, wenn längst nicht jede alles über die anderen beiden weiß.... Anne Gesthuysen versteht es hervorragend, die damaligen Zeiten, wie sie eben waren, darzustellen, so dass ich beim Lesen die Bilder in schwarz-weiß vor Augen hatte. Mit ganz viel Wärme bringt uns die Autorin ihre Protagonistinnen so nahe, dass man den Wunsch verspürt, diese persönlich kennen zu lernen. Sicherlich ist es sehr schwierig, einen Roman über die eigene Verwandtschaft zu schreiben, erst recht, wenn es "delikat" wird. Anne Gesthuysen meistert diese Schwierigkeit umsichtig und mit viel Respekt. Der Autorin ist somit ein hervorragender Erstling gelungen, dessen ganz persönliche Note in jeder Zeile spürbar ist... Kurz und knapp: Warmherzig erzählte, faszinierende Familiengeschichte! |
6 von 13 Kunden fanden diese Rezension hilfreich. War diese Bewertung für Sie hilfreich? |
Bewertung von DaViNzI aus München am 28.02.2013 |
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In dem Buch geht es um Katty, Gertrud und Paula die sich zu Gertruds Geburtstag treffen an dem sich ihre Zukunft planen wollen gemeinsam haben die drei Freundinen schon viele Abenteuer erlebt die sich quer durch das 20.Jahrhundert... Mir gefällt dieses Buch sehr da es sehr Abwechslungsreich ist, und die drei Freundinen sich zusamen super ergänzen. |
5 von 9 Kunden fanden diese Rezension hilfreich. War diese Bewertung für Sie hilfreich? |
| Bewertung von mrs-lucky aus Norddeutschland am 23.02.2013 | |
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Eine schöne, berührende Geschichte über Liebe, Loyalität und Vergebung, das ist mein erster Eindruck, nachdem ich den Roman „Wir sind doch Schwestern“ gerade beendet habe. In diesem Buch verarbeitet Anne Gesthuysen einen Teil ihrer Familiengeschichte anhand der Schicksale ihrer drei Großtanten Gertrud, Paula und Katty. Gertruds bevorstehender 100ster Geburtstag ist nicht nur Anlass für eine große Familienfeier, sondern bietet den Schwestern auch Gelegenheit, über ihr Verhältnis zueinander und ihre Vergangenheit nachzudenken. Die Geschichten der Schwestern sind mit einander verwoben, ein wichtiger Drehpunkt sind der Tellmannhof, auf dem auch das Fest stattfindet, und sein früherer Eigentümer Heinrich Heegmann. Anne Gesthuysen lässt die Schwestern in Rückblenden von zentralen Ereignissen aus ihrer Vergangenheit erzählen. Dabei versucht sie, die Erzählerinnen ihre Beweggründe und Gedanken reflektieren zu lassen, ohne die Geschehnisse und Entscheidungen selber zu werten. So offenbaren sich auf sehr sensible, feinfühlige Art die Familiengeschichten der Heegmanns und Franckens. Aufgrund ihres hohen Alters, Paula ist ebenfalls bereits 98 Jahre alt, Katty ist 84, haben die drei eine Menge erlebt. So bekommt der Leser unter anderem Eindrücke in das Leben auf dem Lande am Niederrhein zu Zeiten der beiden Weltkriege. Die Schwestern stammen aus einfachen Verhältnissen, haben aber eine gute Ausbildung erhalten, die beiden älteren haben als Lehrerinnen gearbeitet. Alle drei besitzen bis ins Alter einen sehr wachen Verstand. Mich hat der Roman sehr bewegt. Die Schwestern erzählen sehr offen von einschneidenden Ereignissen aus ihrem Leben. Sie hatten alle drei über die Jahre einen engen Kontakt, auch wenn sie in vielen Dingen nicht immer einer Meinung waren. Sie gehen sehr kritisch miteinander ins Gericht, nutzen den Anlass des Fests aber auch als Möglichkeit der Aussprache. Meiner Meinung nach ist es der Autorin gut gelungen, in den einzelnen Abschnitten die Charaktere und Eigenarten der Schwestern sprachlich von einander abzugrenzen. Man fühlt sich ihnen in ihren Schilderungen jeweils sehr nahe. |
3 von 8 Kunden fanden diese Rezension hilfreich. War diese Bewertung für Sie hilfreich? |
| Bewertung von Lene aus Chemnitz am 14.01.2013 | |
| Das Leben der drei alten Damen ist wunderbar leicht lesbar erzählt. Für mich sind derartige Lebensgeschichten hochspannend, was mir dieses Buch besonders wertvoll macht. |
8 von 17 Kunden fanden diese Rezension hilfreich. War diese Bewertung für Sie hilfreich? |
| Bewertung von Nilly am 05.01.2013 | |
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Das Buch „Wir sind doch Schwestern“ hat mich berührt und gleichzeitig auch viel zum Nachdenken gebracht. Die Autorin, Anne Gesthuysen, erzählt herzlich und dennoch ohne Beschönigung das Leben ihrer drei interessanten Großtanten. Es ist für mich ein Geschenk, einen solch tiefen Blick in den bemerkenswerten Alltag der Damen blicken zu dürfen. Danke hierfür! Gertrud wird 100 Jahre alt. Das ist für Katty, die Jüngste des Schwesterntrios, natürlich ein willkommener Grund wieder auf dem Tellemannshof ein richtiges Fest zu organisieren. Trotz ihren stolzen 80 Jahren ist das für sie überhaupt kein Problem. Paula, die mittlere Schwester, darf dabei natürlich nicht fehlen! Und plötzlich steht der Leser in 3 Leben. Die Autorin gibt den starken Charakteren viel Zeit um ihre Geschichten in die Zukunft zu holen. Jede der dreien hat eine bewegende Lebensgeschichte hinter sich. Oft sind ihre Wege miteinander verbunden. Allerdings nicht immer im Guten… Stolz, Liebe, Ehre und Willenskraft begleitet dennoch alle. Viele Verluste und schlimme, für meine Generation kaum nachfühlbare Zeiten während der Kriege wurden irgendwie überlebt. Diese Angst und das ständige bibbern um das eigene Leben und das der Lieben muss kaum zum Aushalten gewesen sein. Die Autorin gibt den Damen Stimmen mit Tiefgang. Wut und Ängste sind genauso intensiv beschrieben wie die Liebe und das Glück. Mit diesem Buch bekam ich einen fantastischen und dennoch bedrückenden Eindruck in die Vergangenheit. Einen für mich überaus passenden Satz zur Beschreibung dieses Buches (um genau zu sein über Paula) fand ich im Epilog: "Geboren im 19., gelebt, geliebt, gelacht und gelitten im 20. und gestorben im 21. Jahrhundert." |
11 von 17 Kunden fanden diese Rezension hilfreich. War diese Bewertung für Sie hilfreich? |
| Bewertung von Philo aus Frankfurt am Main am 04.01.2013 | |
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Ich finde, dies ist ein außergewöhnliches und ganz besonderes Buch. Einmal angefangen zu lesen, konnte ich es nicht mehr aus der Hand legen. Beschrieben wid das Leben der drei Schwestern Gertrud, 100 Jahre alt, Paula, 98 Jahre alt und Katty, 84 Jahre alt. In ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, gehen die Schwestern alle ihren Weg, sind sich nicht immer einig und auch nicht immer gut gesonnen, wenn es aber darauf ankommt, gilt der Grundsatz "Wir sind doch Schwestern". Nun sind die drei hochbetagt zusammengekommen, um den einhundertsten Geburtstag von Gertrud zu feiern, die Vergangenheit aufzuarbeiten und sich Geheimnisse anzuvertrauen, die jede Einzelne bislang für sich bewahrt hat. Jede der Schwestern muß erkennen, daß alle drei schwere Schicksalsschläge haben hinnehmen müssen, von denen jede Einzelne vieles für sich behalten hat. Und trotz ihres hohen Alters sind die Schwestern noch in der Lage, zuzuhören und ein neues Vertrauen aufzubauen. Das Buch beleuchtet ein ganzes Jahrhundert mit zwei Weltkriegen, Hunger, Elend und dem Verlust von Familienangehörigen. Daß ein Cousin der Schwestern sich wegen der Entdeckung seiner Homosexualität das Leben nahm, weil er vor Scham nicht mehr weiterleben wollte, ist ein ganz schreckliches Ereignis, das heute kaum mehr vorstellbar ist. Genau so unvorstellbar ist für heutige Verhältnisse, daß Gertrud und Katty die Männer, die sie liebten, nicht heiraten konnten, weil die Standesunterschiede dies nicht zuließen. Die Autorin schreibt ihre Geschichte in einer Weise, die den Leser einbindet und mitnimmt auf die Reise durch das 20. Jahrhundert, und indem die Schwestern jetzt nach und nach offen und ehrlich miteinander umgehen, fühlt man sich mittendrin im Geschehen. Ein wunderbares Buch über Familienbande, Schwesternliebe, Zugehörigkeitsgefühl und gegenseitiges Verständnis, das durch die ehrliche Begegnung der drei Schwestern gegen Ende ihres Lebens eine besondere Bedeutung erreicht. Fünf Sterne für ein Buch, dem ich ganz viele Leser wünsche. |
10 von 16 Kunden fanden diese Rezension hilfreich. War diese Bewertung für Sie hilfreich? |
| Bewertung von KiKi66 aus Nordhessen am 27.12.2012 | |
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Die drei Schwestern Katty, Paula und Gertrud treffen sich zu Gertruds 100. Geburtstag auf dem Tellemannhof. Ein Ort mit Vergangenheit für zwei der Schwestern. Die eine fand ihre Bestimmung, die andere verlor ihre. Gertrud die älteste kann noch gut sehen, Paula die zweite auch schon 98 kann kaum noch sehen. Katty die jüngste mit 84 organisierte und feierte Feste das ganze Leben durch. 100 Jahre sind ein Grund doch mal einige Dinge zu klären. Gertrud soll auf den Hof ziehen, aber ihre Vergangenheit verbietet es ihr. Es gibt also etwas aufzuarbeiten. Zusammengefasst drei Schwestern, drei Leben. Die Geschichte ist angesiedelt am Niederrhein, so dass auch etwas Lokalkolorit dazukommt, der sture Niederrheiner, der gerne alles unter den Teppich kehrt und einfach weitermacht. Nach dem 1.Weltkrieg, nach dem zweiten Weltkrieg und der Naziherrschaft. Es ist eine schöne Idee, die Geschichte der Tanten aufzuschreiben, die Generation der Menschen mit der Erfahrung von zwei Weltkriegen stirbt aus. Es ist nur schade, dass die Charaktere ein wenig zu wenig Tiefgang haben, und die Konflikte alle aus der Jugend stammen, gab es keinen 70., 75. oder 80. Geburtstag den man hätte zum Anlass nehmen können Dinge zu klären? Aber das Buch liest sich nett und flüssig, man ist auf Verwandtenbesuch und hört sich die verschiedenen Geschichten, die verschiedenen Perspektiven der Schwestern an. Das trotzige „wir sind doch Schwestern“ konnten sie sich bis zum Tode bewahren. Das Buch ist zwar kein Highlight des Jahres, aber das durchaus lesenswert. Das Titelbild ließ mehr Geschichten aus dem Miteinander und nicht dem Auseinanderdriften der Schwestern vermuten. |
8 von 15 Kunden fanden diese Rezension hilfreich. War diese Bewertung für Sie hilfreich? |
| Bewertung von KleineHexe82 aus Bayreuth am 23.12.2012 | |
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„Wir sind doch Schwestern“ wurde von Anne Gesthuysen geschrieben, die auch dadurch bekannt ist, dass sie das ARD-Morgenmagazin moderiert. Sie wurde durch ihre Großtanten zu „Wir sind doch Schwestern“ inspiriert, die mit ihren Lebensgeschichten Vorbilder für die drei Romanfiguren wurden. Die alten Damen erreichten zusammen das beeindruckende und außergewöhnliche Alter von 298 Jahren. Zum 100. Geburtstag von Gertrud, der ältesten Schwester finden sich die Frauen bei Katty, die mit 84 Jahren die Jüngste und Fitteste der Drei ist, für die Feier auf dem Tellemannshof ein, mit dem vor allem Gertrud auch unangenehme Erinnerungen verbindet. So kommt es neben lebendigen und sehr liebevollen Schilderungen der Vorbereitung und Durchführung der großen Feier und damit verbundenen rührenden und komischen Szenen auch immer wieder zu Rückblicken in die Vergangenheit und man merkt deutlich, dass es hier noch einiges aufzuarbeiten gibt. Keine der drei Schwestern kann auf ein klassisches, geradliniges Leben zurückblicken, sodass man beim Lesen immer wieder überrascht wird. Zudem wird einem ins Bewusstsein gerufen, wie anders bestimmte Moralvorstellungen im vergangenen Jahrhundert noch waren und wie sehr diese auf das Leben eines Menschen Einfluss nehmen konnten. Man erhält in dem Buch Einblicke, welche konkreten Auswirkungen bestimmte geschichtliche Ereignisse, wie die beiden Weltkriege, der damals vorherrschende Judenhass oder das geltende Scheidungsrecht hatten, indem man mit den Beteiligten mitfühlen, mitfiebern und manche Verhaltensweisen vielleicht aus heutiger Sicht auch schwer verstehen kann. Besonders beeindruckend finde ich dabei, dass es sich hier nicht um reine Fiktion handelt, sondern dass sich dies alles wirklich innerhalb einer einzigen Familie zugetragen hat, auch wenn manches im Laufe der Jahre vielleicht etwas spektakulärer weitergegeben wurde, wie es ursprünglich einmal war, wie die Verfasserin am Ende relativiert. Vieles beruht aber tatsächlich auf handfesten Fakten. Neben den Schwestern spielt auch Heinrich Hegmann eine wichtige Rolle in dem Buch, an Hand seiner Person kann man eine Politikerkarriere mit all ihren privaten Konsequenzen vor und nach dem Zweiten Weltkrieg mitverfolgen, was ich persönlich auch interessant fand. Er saß zunächst für die Zentrumspartei im preußischen Landtag und trat nach dem Krieg dann in die CDU ein, für die er dann mehrmals als Direktkanditat in den Landtag von Nordrhein-Westfalen gewählt wurde. Mir hat die Konstruktion des Buches mit dem 100. Geburtstag als Anlass für Rückblicke in die Vergangenheit und das Ansprechen ungeklärter Konflikte zwischen den Schwestern gut gefallen. Das Buch hat mich besonders in der zweiten Hälfte in seinen Bann gezogen und mich immer wieder überrascht. Abstrakte historische Fakten wurden für mich durch die damit verbundenen persönlichen Schicksale nachvollziehbar. Auch der Schreibstil von Anne Gesthuysen hat mir gut gefallen. Er sorgt für einen guten Lesefluss und zugleich für Anschaulichkeit und Lebendigkeit. Die alten Damen wirken jede auf ihre Art sympathisch und sehr gebildet und vielseitig interessiert, auch wenn ich aus heutiger Sicht nicht alle ihre Entscheidungen nachvollziehen kann. Positiv aufgefallen sind mir auch die treffend gewählten Kapitelüberschriften, die Orientierung bieten, in welcher Zeit man sich gerade befindet und worum es ungefähr geht, die aber gleichzeitig so formuliert sind, dass sie nicht zu viel verraten. Auch der Buchtitel ist sehr gut gewählt, da das "doch" bereits aussagt, dass zwischen den Schwestern nicht immer nur "Friede, Freude, Eierkuchen" herrschte, aber sie dennoch in Notsituationen zueinander gehalten haben, wie der komplette Titel beschreibt. |
13 von 17 Kunden fanden diese Rezension hilfreich. War diese Bewertung für Sie hilfreich? |
| Bewertung von cachingguys aus Jülich am 08.12.2012 | |
| 1994 der 100.Geburtstag von Gertrud steht an. Ihre 84-jährige Schwester Katty bereitet alles vor. Auch die dritte der Schwestern Paula, 98 Jahre alt, reist an. Erzählt wird eine wahre Geschichte der Großtanten von Anne Gesthuysen. Gefeiert wird auf dem Gut Tellemann in Wardt bei Xanten am Niederrhein. Mit dem Tellemannhof sind für alle drei Erinnerungen verbunden. In diese Rahmenhandlung des anstehenden Geburtstages, sind Geschichten aus der Vergangenheit eingebettet, die sich durch das ganze 20. Jahrhundert ziehen. Diese Geschichten werden aus den wechselnden Perspektiven der Schwestern erzählt und informieren so den Leser. Durch den stetigen Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit wirkt die Erzählung lebendig. Gertrud lernte mit 20 Jahren Franz Hegmann kennen und er verlobte sich mit ihr gegen den ausdrücklichen Rat seines Bruders Heinrich. Um die nicht standesgemäße Heirat von Gertrud und Franz aufzuschieben wird er in den Krieg geschickt und kommt nicht mehr zurück. Dies verzeiht Gertrud Heinrich nie. 1927 lernt sie in Berlin den wortgewandten und gebildeten Karl Liechtenstein kennen und lieben, lehnt jedoch seinen Heiratsantrag ab, als sie erfährt, dass er Jude ist. Sie heiratet nie.Paula lernte Alfred mit 18 Jahren kennen. Sie verloben sich sehr schnell, schieben jedoch die Heirat auf, nachdem Gertruds Verlobter im Krieg fällt. 1920 entdeckte Paula, dass sie schwanger ist und so heiraten sie kurz darauf. Sie bekommt vier Jahre später ein zweites Mädchen, doch die Leidenschaft zwischen dem Paar schläft langsam ein und während seiner Kriegsgefangenschaft 1945-1946 entdeckt Alfred seine homosexuellen Neigungen. Paulas Cousin Peter wird von seiner Frau inflagranti mit Alfred überrascht und begeht daraufhin Selbstmord. Es wird als Unfall dargestellt und um der Familienehre willen hält Paula an der Ehe fest, doch sechs Jahre später wird Alfred wegen seiner Neigungen verhaftet und inhaftiert. Sie reicht daraufhin die Scheidung ein, unterhält jedoch bis zu seinem Tod ein heimliches freundschaftliches Verhältnis mit ihrem Exmann. Katharina, von allen nur Katty genannt, ist die jüngste Tochter der Familie Franken und erst zwölf Jahre alt, als ihre Mutter nach an Schwindsucht stirbt. Die Familie ist arm und nach dem Tod der Mutter kommt der Vater kaum noch finanziell zurecht, weshalb Katty zu Heinrich Hegmann und seiner Frau auf den Tellemannshof zieht. Nachdem sie weggeschickt wurde kommt sie 10 Jahre später wieder auf den Hof und diesmal bleibt sie. Sie ist dort Hauswirtschafterin, wird jedoch nicht als Angestellte behandelt sondern mehr und mehr gleichberechtigt. Es entwickelt sich erst eine Freundschaft, nach Jahren dann eine Liebe, die jedoch auf Grund des Standesunterschiedes nie ihre Erfüllung findet. Trotzdem unterstützt sie Heinrich vor allem bei seiner politischen Karriere. Ein halbes Jahrhundert nach dem zweiten Weltkrieg sind die drei die letzten noch lebenden von 11 Geschwistern. Sie treffen sich auf dem Tellemannshof, um Gertruds 100. Geburtstag zu feiern. Während der Vorbereitungen und der eigentlichen Feier streiten sich die Schwestern immer wieder; Katty fühlt sich von Gertrud immer noch bevormundet und wirft ihr vor, sie könne ihr nichts recht machen. Gertrud versteht Kattys Loyalität zum lange verstorbenen Heinrich nicht, dem sie noch immer nicht verzeihen konnte. Dazwischen steht Paula, die sich immer wieder im Spagat zwischen den Schwestern versucht und um Harmonie bemüht ist. Zwischen Tränen und herzhaften Lachern finden sich rührenden Stunden, in denen sie sich immer wieder darauf besinnen, dass sie trotz allem Schwestern sind und füreinander durchs Feuer gehen würden. Der Roman bietet dem Leser viel historisches und politisches Wissen und Einblicke über das Deutschland des 20. Jahrhunderts. Das alles gut verpackt in den Lebenslauf von drei starken Frauen. Da auch die Liebe nicht zu kurz kommt handelt sich um eine sehr gute Mischung und um ein hervorragendes Buch, das sowohl sehr bewegend, aber auch lus |
16 von 24 Kunden fanden diese Rezension hilfreich. War diese Bewertung für Sie hilfreich? |
| Zustand | Preis | Porto | Zahlung | Verkäufer | Rating | |
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| Wie neu | 19,20 | 0,00 | Selbstabholung und Barzahlung, Banküberweisung | Buchversand Zorneding | 98,6% | ansehen |
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