Lüge - Hofmann, Viktor

Viktor Hofmann 

Lüge

Die Erzählungen

Aus d. Russ. u. Nachw. v. Alexander Nitzberg
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Lüge

Begierde, Liebe, Enttäuschung - in einem Reigen aus Psychologie, Erotik und dem Lebensgefühl der Moderne führen die Erzählungen Viktor Hofmanns in die morbide und experimentierfreudige Epoche der russischen Decadence.

In der Großstadt, auf dem Land, in den Bergen, am Meer und auf der Rollschuhbahn - überall beschwört Viktor Hofmann die Antwort auf die Frage nach der Liebe: Ist sie geistiger oder bloß körperlicher Natur? Zwischen ekstatischen Visionen und einer allzu nüchternen Realität hin- und hergerissen, bietet sich ihm aber immer nur eine Lösung, und die ist alles andere als tröstlich: Im Lächeln der Geliebten - sei sie Reisebekanntschaft, Gesellschaftsdame oder Prostituierte -, im Rauschen des Meeres oder im Licht der Sterne, überall erblickt er bloß eine einzige kosmische Lüge ... Die zwischen Sanftheit und greller Collage changierende Prosa Viktor Hofmanns, dessen Lyrik unter anderem den jungen Majakowski beeinflußte, erscheint erstmals in deutscher Übersetzung.


Produktinformation

  • Verlag: Lilienfeld Verlag
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 214 S.
  • Seitenzahl: 214
  • Lilienfeldiana Bd.5
  • Deutsch
  • Abmessung: 185mm x 114mm x 20mm
  • Gewicht: 225g
  • ISBN-13: 9783940357106
  • ISBN-10: 3940357103
  • Best.Nr.: 25733574
"Das alles liest sich erstaunlich modern. Und doch war Hofmann ... ein Kind seiner Zeit, des Fin de Siècle. Seine Sprache zeugt von einer Faszination für die Macht der Psyche, seine Sätze sind atmosphärisch aufgeladen. Der Dichter ist längst verstorben, aber sein Werk ist so jung geblieben, wie es Hofmann bei seinem Tod war." CLAUDIA VOIGT, SPIEGEL ONLINE "Sein Stil ist etwas ganz Besonderes, und daher lohnt es sich, diese Liebesgeschichten ... genauer anzusehen. Von dem schnellen Wechsel zwischen Hoffnung und Ernüchterung, von den Konflikten zwischen äußerem und innerem Begehren lassen wir uns auf solche Weise gern erzählen und loben den Lilienfeld Verlag für Wiederentdeckung und Edition." ROLAND KOCH, WESTDEUTSCHER RUNDFUNK "Die Kunst des selbsternannten ,mystischen Intimisten', der sich mit 27 Jahren das Leben nahm, besteht darin, seinen diamantharten Geschichten jedes Pathos auszutreiben, sie dafür mit einer faszinierenden Mischung aus scheinbarer Ironie, bescheidener Weisheit, wunderbar originellen Bildern und unterschwelligem Mitgefühl aufzuladen, die sie rührend, desillusionierend, amüsant und regelrecht körperlich packend machen." MICHAEL SAILER, KONKRET "Der Einband verleiht dem Buch eine besondere Qualität, wie sie nur noch von wenigen deutschen Verlagen angeboten wird. Dieses Lob kann auch auf die Übersetzungen von Alexander Nitzberg übertragen werden. Sie zeichnen sich vor allem durch den geglückten Versuch aus, die verdichteten ... ,Bilder' in eine zeitgenössisch-transparente Sprache zu übertragen." WOLFGANG SCHLOTT, OSTEUROPA
Viktor Hofmann wurde 1884 in Moskau als Sohn eines kulturbeflissenen österreichischen Möbelfabrikanten geboren. Schon als Schüler schrieb er Verse, verkehrte in Symbolistenkreisen und publizierte in bedeutenden Almanachen der Decadence. Zu seinen Freunden zählte auch der junge Ossip Mandelstam. 1904 trat er dann mit dem "Buch der Anfänge" als Lyriker an eine breitere Öffentlichkeit, 1909 folgte der Band "Die Probe". Er begründete den Stil des "mystischen Intimismus" und verfaßte als Redakteur der Zeitschrift "Die Kunst" zahlreiche en und Essays. 1909 beschloß Hofmann auch, keine weiteren Gedichte mehr zu schreiben, und widmete sich nur noch der Prosa. Er übersetzte Guy de Maupassant und Heinrich Mann und arbeitete am eigenen erzählerischen Werk. 1911 wurde er während eines Paris-Aufenthaltes so von Neurasthenie geplagt, daß er sich aus Furcht vor dem Wahnsinn umbringen wollte. Bei einem ersten Selbstmordversuch schoß er sich einen Finger ab, beim zweiten starb der Siebenundzwanzigjährige.

Blick ins Buch "Lüge"


Leseprobe zu "Lüge" von Viktor Hofmann

"Das alles war - wie eine Parodie auf die Liebe. Selbst dieses Wehren, dieses Was tun Sie da? - alles so, wie es sich gehört. Wie von Federn angetriebene Puppen bewegen sie sich im Raum. Denn an tausend Orten geschieht jetzt haargenau das gleiche, wird das gleiche gesprochen, denn das alles ist mit äußerster Präzision - vorherbestimmt. Wo ist da die Freiheit?"

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