Herztöne - Kessler, Katja

Katja Kessler 

Herztöne

Roman

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Herztöne

"Ich habe dieses Buch nicht gelesen, sondern verschlungen." -- Reinhold Beckmann

"Auf Tempo geschrieben, oft amüsant und sehr komisch." -- Der Spiegel

"Die unterhaltsamste Liebesachterbahn seit SEX AND THE CITY." (Bunte) Welche drei Dinge können einer Journalistin passieren, die eigentlich eine Verabredung mit ihrer Couch hat, aber leider auf der Ober-Langweiler-Party des Jahres landet?

1. Sie tüdelt sich aus Frust einen an.

2. Sie verliebt sich Hals über Kopf in den größten Spießer aller Zeiten.

3. Sie wacht morgens auf - ohne Spießer, aber mit Abschiedsbrief.

Und noch während sich Lissie vor lauter Tränen fast verflüssigt, macht sie eine weitere folgenschwere Entdeckung ...


Produktinformation

  • Verlag: Heyne
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 414 S.
  • Seitenzahl: 414
  • Heyne Bücher Nr.72274
  • Deutsch
  • Abmessung: 181mm x 118mm x 33mm
  • Gewicht: 322g
  • ISBN-13: 9783453722743
  • ISBN-10: 3453722744
  • Best.Nr.: 26924607
"Auf Tempo geschrieben, oft amüsant und sehr komisch." (Der Spiegel)

»Auf Tempo geschrieben, oft amüsant und sehr komisch.«

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 04.01.2008

Frauen ohne Maulkorb

Wieso weite Teile der lesenden Menschheit unentwegt nach Büchern der Marken Mord und Totschlag und Herz-Schmerz lechzten, wird auch in diesem Jahr unbegreiflich bleiben. Stichproben tragen am allerwenigsten zur Aufklärung des Phänomens bei. Immerhin: Alles, was man schon immer nicht übers eigene Geschlecht wissen wollte, erfährt man auf diese Weise so zuverlässig wie plakativ formuliert. Katja Kessler, ehemals Zahnärztin, "Bild"-Kolumnistin und Formulierungskanone hinter Dieter Bohlens Autobiographie, hat sich auch in ihrem ersten richtigen Roman keinen Maulkorb angelegt. Zum Glück. Denn wäre da nicht die waffenscheinpflichtig bitterböse Zunge der Autorin, wäre die peinliche Geschichte von Aschenbrödel-Journalistin Lissie Lensen, die sich in einen offensichtlich gutaussehenden, weniger offensichtlich steinreichen Typen verguckt und mit ihm erst eine Nacht und in seiner Bugwelle dann ganz andere Abenteuer erlebt, nicht zu ertragen. In geringen Dosen und beißwütiger Grundstimmung lässt sich über die aufgekratzte Mischung aus den Standardreferenzen der Frauenmagazine ("Sex and the City", "Der Teufel trägt Prada" und das …

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" ... Barbara Schöneberger liest die flapsig erzählte Liebes- und Jobstory quirlig-ironisierend - eine nette Urlaubsunterhaltung." TV Movie / Multimedia

"Wenn Katja Kessler schwanger ist, kommen halt nicht nur süße Babys heraus, sondern auch Kassenknüller." bücher

"Auch wenn Barbara Schönebergers Stimme nicht jedermanns Geschmack ist, hat sie in diesem Hörbuch ihr wahres Talent als Vorleserin bewiesen. Es kommt beim Hören keine Langeweile auf und das Publikum ist stets bei der Handlung." nemo

"Die Geschichte lebt von der sympathischen Trotzigkeit Lissies, den ungewöhnlichen und komischen Formulierungen und der lebendigen Stimme von Barbara Schöneberger." Rottaler Anzeiger

"Die Geschichte lebt von der sympathischen Trotzigkeit Lissies, den ungewöhnlichen und komischen Formulierungen und der lebendigen Stimme von Barbara Schöneberger."
Katja Kessler über Katja Kessler: Was ich NICHT bin oder habe: Nein, ich bin nicht in der Bronx aufgewachsen. Ich tanzte in meiner Jugend um keine brennenden Mülltonnen. Ich spielte nie Gitarre an einem Lagerfeuer im Kosovo. Und, sorry! Ich habe auch keinen Mann, der mich schlägt. Ich bin so was von stinklangweilig, mein Verlag hat schon mit mir geschimpft: „Wie sollen wir da Reklame machen?!“

Was stimmt: Ja, ich habe vier Kinder, ich bin 41.Werden Sie gefragt, tun Sie aber bitte so, als ob Sie das nicht wüssten. Ich lebe als Hausfrau in der Berliner Vorstadt. Und falls Sie mich mal zum Kaffee einladen wollen: Achtung, ich komme mit Überwachungskamera und Richtmikrofon!

Leseprobe zu "Herztöne" von Katja Kessler

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Leseprobe zu "Herztöne" von Katja Kessler

Lissie Lensens Leben war toll. Mal abgesehen davon, dass sie gerade die unglücklichste Frau der Welt war und demnächst zwei Menschen um die Ecke bringen würde, lief alles wirklich hervorragend.

Opfer Nummer eins würde dieser Kellner sein. Der rannte schon wieder - das zehnte Mal vielleicht? - an ihr vorbei und tat so, als sei sie Luft. Dabei hätte sie so gern was getrunken.

Und Opfer Nummer zwei stand auch schon fest: diese Blondine zu ihrer Rechten, von der sie seit zwanzig Minuten vollgetextet wurde und die an akutem "PUPS" litt - PR-Geilheit und Promi-Wichtigtuerinnen-Syndrom. (Eine schwere, degenerative Veränderung des Kleinhirns, für die es nur einen wirkungsvollen Therapieansatz gab: man verkorkte der Patientin einen Stiletto-Absatz im Hintern. Neueste Studien aus Hollywood belegten auch die heilende Wirkung eines Föhns, den man mit dem Luft ansaugenden Ende an die Frisur hielt. So ein Gerät hatte Lissie nur leider gerade nicht zur Hand.) In dieser Sekunde strömten alle Models der großen "Dessous against Bombs"-Modenschau zum Abschluss-Defilee auf den Laufsteg und ließen Ballons mit "Say no to Bombs!"-Aufdruck zur Bunkerdecke steigen. Das laute "Peng!", wenn die Ballons mit den glühend heißen Scheinwerfern in Berührung kamen und zerplatzten, riss Lissie aus ihren Gedanken.

"Wollen Sie nicht mal ein Interview mit mir machen?", fragte Blondie. Und Lissie hörte sich "Oh, ja, auf jeden Fall!" antworten.

Was tust du hier eigentlich, Elisabeth Lensen?

"Sie haben doch sicher heute Abend noch nichts vor!" So war Carmen Clausen, Chefredakteurin bei Cleo, vor einer Stunde in Lissies Büro gestürmt und hatte ihr eine Einladung auf den Tisch geklatscht. "Hier! Die ist von dieser abgehalfterten Modedesignerin, dieser Tomke Momsen. Sie wissen schon! Die, die einen Blazer nicht von einer Hose unterscheiden kann. Hat natürlich wieder den Schah von Persien und Papst Benedikt auf ihrer Gästeliste stehen. Für wie doof hält die uns eigentlich?! Ich kann auch Michael Douglas und den Dalai Lama einladen! Aber diesmal soll tatsächlich Victoria Beckham da sein. Hat mir gerade Giovanni, der Pressesprecher, beim Leben seiner fünf unehelichen Kinder versichert. Gloss wird auch eine Redakteurin schicken." Dann hatte sie in den Katakomben ihrer dunklen Seele tatsächlich noch ein Lächeln gefunden und angeknipst: "Und es wäre doch wunderschön, wenn mal wieder eine größere Geschichte von Ihnen im Heft wär - nicht?! wahr?! Frau?! Lensen?!"

Auf der Einladungsliste, die Lissie während der zehnminütigen Taxifahrt überflogen hatte, waren außer Frau Beckham noch hundertfünfzig weitere Namen aufgelistet, darunter zehn Möchtegern-, zwei nachgemachte, siebzehn angehende, sechs ehemalige und drei waschechte Promis. Hinzu kamen, wie sie mittlerweile hatte feststellen dürfen, die üblichen drei scharf gedressten Partyluder, deren Eintrittskarte im Höschen steckte. Und - last, but not least, wie Putzerfische am Hai - mindestens vierzig Journalisten und Fotografen.

Eigentlich hatte Lissie heute Abend ein Date mit ihrer Couch gehabt. Jetzt stand sie hier, wie die arme Verwandte aus Sibirien, in einem viel zu dünnen "Ist ja nur fürs Büro"-19-Euro-90-Schlussverkaufskleidchen, offizielle Stilrichtung "Empire", inoffizielle Stilrichtung "Möpse hoch, Bauch weg-Kleid", dessen Gummibündchen ziemlich doll an den Oberarmen spannten, und durfte sich eine Runde wegschämen.

Was kann ich bitte dafür, wenn die Clausen in der Mittagspause zur Kosmetik rennt und anschließend aussieht wie Tomate? Das nächste Mal kann sie sich eine andere Party-Lückenbüßerin suchen. Jawoll! Nicht mit mir.

Sie schniefte. Und schluckte. Rollte ein bisschen mit den Augäpfeln, und ihre Lider begannen verdächtig zu flattern.

Und jetzt weinst du auch noch, Elisabeth Lensen. Dich kann man echt nirgendwo mit hinnehmen.

Wobei der Klamotten-Gau noch nicht das größte ihrer Probleme war. Sie wusste, ohne dass es ihr ein Spiegel hätte verraten müssen, dass sie den Kampf gegen Unglücklichsein-Pickel und dunkle Augenringe leider schon lange verloren hatte. Das Make-up, heute Morgen nach dem Verschlafen hastig draufgekleistert, im Laufe des Tages noch diverse Male nachgespachtelt, übergepinselt und abgepudert, fühlte sich mittlerweile beim Sprechen an wie die Totenmaske von Tutanchamun.

Sie ließ ihren Blick durch den alten Flaksturmbunker schweifen, in dem der In-Club Private Ryan untergebracht war. Aber wo sie auch hinschaute - nur (wie wahr!) bombig gelaunte, lachende, flirtende Partygäste. Und gleich würde oben auf dem Dach auch noch das große Galadiner losgehen. Minimum drei weitere Stunden Ansprachen, Reden und Gähnen hinter vorgehaltener Hand.

Du brauchst jetzt echt was zu trinken, Lissie.

Ein paar Meter entfernt schwebte mal wieder ein Tablett mit Cocktails über den Köpfen. Sie ließ - "Oh Entschuldigung!, ich seh da gerade einen guten alten Bekannten!" - Schnabbel-Blondie mitten im Satz stehen, die unverdrossen und wie ein Floh gleich beim nächsten Wirtstier andockte (in diesem Falle einem Reporter von der MOPO). Drängte durch Menschentrauben, Parfümwolken, Aftershave-Schwaden und Achselaroma und tippte dem abgebrochenen Kellner mit einem "Hallo, guten Abend, hier bitte!" vorsichtig von hinten auf die Schulter.

Keine Reaktion.

Dafür waren ihre Fingerspitzen jetzt unangenehm feucht. Sie wischte sich die Hände dezent am Kleid ab, guckte unentschlossen auf den solariumgebräunten Stiernacken und die hochgegelten schwarzen Haare runter, durch die rosa Kopfhaut schimmerte.

Sie überlegte: Zeit ihres Lebens arbeitete sie, Elisabeth Lensen, jetzt schon an einer lässigen, abgeklärten, coolen Performance, sprich, nicht als Erste den Teller hinhalten, wenn jemand Nudeln auffüllte. Und nach der ersten Kelle auf jeden Fall "Oh, danke, das reicht, viel zu viel!" rufen. Und Fakt war: Zeit ihres Lebens wurden es doch zwei Portionen, wischte sie die Soßenreste mit Brot auf und leckte sich anschließend die Finger. Sie wollte jetzt was trinken. Sofort. Dringend. Schnell.

Wie ein Jäger, der aufs Karnickel anlegt, kniff sie die Augen zusammen, nahm ihre Beute ins Fadenkreuz - eines der Cocktailgläser, an dem eine lustige gekringelte Gurkenscheibe baumelte - und griff dann, zack, dem Kellner über die Schulter.

"Eiy!", fiepte es sofort angezickt, und der Stiernacken schoss herum. "So geht's ja nu' nich'! Was soll 'n das?"

Lissie lächelte dem Kellner tapfer ins Gesicht, das wesentlich besser geschminkt war als ihr eigenes, das musste sie neidlos zugeben, nahm zur schnellen Besitzstandswahrung einen tiefen Schluck - und hätte ihn am liebsten auf der Stelle wieder ausgespuckt: In ihrem Mund schwappte eine schleimig-süß-saure Soße mit kleinen Stückchen.

Iih! Schmeckt j'a original wie ... Alien-Sperma.

Kundenbewertungen zu "Herztöne" von "Katja Kessler"

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Bewertung von A. Löhr aus Glonn am 06.12.2008 ***** ausgezeichnet
Eine wunderbare Liebesgeschichte! Mit viel Humor und Selbstkritik seitens der Hauptperson. Selten so viel gelacht und mitgelitten.
Genau richtig für die kalten Wintertage.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch

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