Die Nähe des Himmels - Sparks, Nicholas

Die Nähe des Himmels

Roman

Nicholas Sparks 

Übers. v. Adelheid Zöfel
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Die Nähe des Himmels

Der Wissenschaftsjournalist Jeremy Marsh glaubt nur an Fakten und Beweisbares. Bis er sich hoffnungslos in Lexie verliebt, die Enkelin einer Hellseherin. Um Lexie zu gewinnen, muss er zum ersten Mal in seinem Leben blind seinem Herzen folgen.

Eine ergreifende Geschichte über die Macht der Liebe.

"Nicholas Sparks weiß, wie man die Herzen der Leser im Innersten trifft." - Woman

"Der Stoff, aus dem die Hollywood-Träume gemacht sind." - Welt am Sonntag

"Sparks hat die Sensibilität und das Talent, tiefe Gefühle zu wecken." - Stern


Produktinformation

  • Verlag: Heyne
  • 2006
  • Ausstattung/Bilder: 2006. 448 S.
  • Seitenzahl: 448
  • Heyne Bücher Bd.81067
  • Deutsch
  • Abmessung: 189mm x 120mm x 35mm
  • Gewicht: 369g
  • ISBN-13: 9783453810679
  • ISBN-10: 3453810678
  • Best.Nr.: 20841573
»Nicholas Sparks weiß, wie man die Herzen der Leser im Innersten trifft.«»Der Stoff, aus dem die Hollywood-Träume gemacht sind.«

Der neue Sparks ist da! Lesen. Leiden. Verstehen. Mitfühlen. Trauern. Glücklich sein. Nicholas Sparks lässt auch diesmal kein Herz unberührt.

Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Nicholas Sparks' "triviales oder halbtriviales" Buch verkauft sich deshalb so gut, weil darin nicht viel passiert, erkennt Ursula März. Man könnte auch von einem "echten Langweiler" sprechen. März jedenfalls gibt vor, schon ab Seite 30 zu wissen, wie das 450-Seiten-Buch ausgeht. Dazwischen wird so "schläfrig" erzählt, dass der Rezensentin unwillkürlich Beckett und Genazino in den Sinn kommen. Ein rationaler Wissenschaftsjournalist verliebt sich in eine Kleinstadt-Bibliothekarin und entdeckt die Schönheit des irrationalen Gefühls. Sonst passiert nichts, beteuert März, die sich die offensichtliche Attraktivität dieser "Lahmheit" ein wenig verzweifelt mit den allerorts rauen Zeiten erklärt. Für sie hat es den Anschein, dass das triviale Genre heutzutage dazu da ist, "von der Konservierbarkeit der Welt zu erzählen".

© Perlentaucher Medien GmbH
Nicholas Sparks, geb. 1965 in Nebraska, lebt mit seiner Frau und den fünf Kindern in North Carolina. Mit seinen gefühlvollen Romanen, die ausnahmslos die Bestsellerlisten eroberten und weltweit in 46 Ländern erscheinen, gilt Sparks als einer der meistgelesenen Autoren der Welt. Mehrere seiner Bestseller wurden erfolgreich verfilmt.

Leseprobe zu "Die Nähe des Himmels" von Nicholas Sparks

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Kapitel 1

Jeremy Marsh hatte das Gefühl, dass alle im Fernsehstudio ihn anstarrten. Er saß mitten im Publikum der Liveshow, und an diesem Nachmittag im Dezember waren außer ihm noch höchstens fünf, sechs Männer unter den Zuschauern. Sonst nur Frauen. Wie gewöhnlich trug er Schwarz und sah überhaupt aus wie ein typischer New Yorker - was er ja auch war: dunkle, wellige Haare, hellblaue Augen, lässiger Dreitagebart. Während er den Showgast auf dem Podium beobachtete, warf er hin und wieder verstohlene Blicke auf die attraktive blonde Frau drei Reihen hinter ihm. Sein Beruf hatte ihn gelehrt, ständig auf mehrere Dinge gleichzeitig zu achten. Er arbeitete als investigativer Journalist und war wie immer auf der Jagd nach einer guten Story. Die Blondine schien zwar ohne besonderen Anlass hierher gekommen zu sein, doch der professionelle Beobachter in ihm registrierte sofort, dass sie in ihrem ärmellosen Top und den Jeans extrem anziehend wirkte. Rein journalistisch betrachtet, versteht sich.

Aber er durfte sich nicht ablenken lassen, im Gegenteil, er musste sich ganz auf den Studiogast konzentrieren. Der Typ war im Grund eine Lachnummer! Im

Scheinwerferlicht sah dieser Geisterführer aus, als litte er an fürchterlichen Blähungen. Dabei behauptete er, Stimmen aus dem Jenseits zu vernehmen. Geschickt verbreitete er eine Aura der Intimität, indem er seinen Zuhörern vorgaukelte, er wolle sich mit ihnen verbrüdern. Dem Publikum gefiel das offenbar; voller Andacht bestaunten ihn alle wie ein Geschenk das Himmels - die Blondine bildete da keine Ausnahme. Erst recht nicht die Frau, auf die der Herr gerade einredete. Irgendwie konnte man die Leute auch verstehen, fand Jeremy, denn schließlich schien er den Ort zu kennen, an dem sich die geliebten Menschen aufhielten, von denen sie hatten Abschied nehmen müssen. Die Seelen im Jenseits waren nach den Worten dieser Geisterführer immer von strahlendem Himmelslicht umflutet und verströmten Frieden und Ruhe. Noch nie hatte Jeremy von einem gehört, der zu jenem anderen Ort, wo das Feuer loderte, Kontakt aufnahm. Kein einziger der Verstorbenen berichtete je, er werde an einem Pfahl geröstet oder müsse in einem Bottich mit siedendem Motoröl schmoren. Das könnte doch auch sein, oder? Jeremy wusste, dass er ein hoffnungsloser Zyniker war. Eins musste er allerdings zugeben: Die Show war nicht übel. Timothy Clausen machte seine Sache ausgezeichnet - wesentlich besser als die meisten anderen Scharlatane, über die Jeremy im Laufe der Jahre geschrieben hatte.

"Ich weiß, es ist nicht leicht", flötete Clausen ins Mikrofon, "aber Frank teilt Ihnen mit, dass Sie ihn jetzt gehen lassen müssen."

Die Frau, die er mit so viel Einfühlungsvermögen behandelte, sah aus, als wollte sie gleich in Ohnmacht fallen. Sie war um die fünfzig, trug eine grün gestreifte Bluse, und ihre rote Dauerwelle stand in alle Richtungen ab. Die Hände hielt sie so verkrampft über der Brust gefaltet, dass die Knöchel schon ganz weiß wurden.

Clausen schwieg und legte die Hand an die Stirn, um noch einmal mit dem "Jenseits", wie er es formulierte, zu kommunizieren. In stummer Erwartung beugten sich die Zuschauer vor. Alle wussten, was als Nächstes kommen würde. Die Frau war schon die dritte Zuschauerin, die Clausen in dieser Sendung ausgewählt hatte. Da er heute als einziger Gast auftrat, konnte er über die Zeit frei verfügen.

"Erinnern Sie sich an den Brief, den er Ihnen geschrieben hat?", fragte Clausen. "Kurz vor seinem Tod?"

Die Frau schnappte nach Luft. Der Mann vom Technikteam hielt ihr das Mikro noch dichter vor die Nase, damit die ganze Fernsehwelt sie japsen hören konnte.

"Ja, natürlich, aber woher ...", stammelte sie.

Clausen unterbrach sie. "Wissen Sie noch, was in dem Brief stand?"

"Ja", krächzte sie.

Clausen nickte wissend, als hätte er den Brief gelesen. "Es ging um Vergebung, nicht wahr?"

Die Gastgeberin der Talkshow, der beliebtesten Nachmittagssendung in den ganzen Vereinigten Staaten, saß auf einem Sofa und ließ ihren Blick von Clausen zu der Frau wandern und wieder zurück. Ihre Miene drückte leises Staunen und große Zufriedenheit aus. Geisterführer waren Balsam für die Quote.

Die Frau auf dem Podium nickte. Schon begann ihre Wimperntusche zu laufen. Die Kamera zoomte auf ihr

Gesicht. So etwas brauchte man in Großaufnahme! Tagesfernsehen vom Feinsten.

"Aber woher .?", wiederholte die Frau.

"Er hat auch von Ihrer Schwester gesprochen", murmelte Clausen feierlich. "Nicht nur von sich selbst."

Sie starrte Clausen fassungslos an.

"Von Ihrer Schwester Ellen", fügte er hinzu.

Die Frau stieß einen spitzen Schrei aus. Inzwischen kullerten ihr die Tränen nur so über die Wangen, als hätte jemand eine automatische Sprinkleranlage angestellt. Clausen - braun gebrannt und schlank, schwarzer Anzug und eine makellose Frisur, bei der kein Härchen aus der Reihe tanzte - nickte immer noch, wie einer dieser Wackelhunde, die man sich aufs Armaturenbrett stellt. Im Publikum war es totenstill. Alle starrten wie gebannt auf die arme Frau.

"Frank hat noch etwas für Sie hinterlassen, stimmt's? Etwas aus Ihrer gemeinsamen Vergangenheit."

Trotz der heißen Studioscheinwerfer erblasste das Opfer. In einer Ecke der Kulissen, in die nicht alle Zuschauer Einblick hatten, sah Jeremy den Produzenten, der mit erhobenem Zeigefinger eine Hubschrauberdrehung vollführte. Gleich würde die Werbepause beginnen. Clausen spähte unauffällig in seine Richtung. Niemand außer Jeremy schien diesen Austausch zu bemerken. Er staunte oft darüber, dass sich die Zuschauer nie fragten, weshalb diese Geisterkontakte so exakt zwischen die Werbeblöcke passten.

Unbeirrt fuhr Clausen fort: "Einen Gegenstand, von dem niemand etwas wissen konnte, außer Ihnen beiden. Eine Art Schlüssel. Stimmt das?"

Schluchzend nickte die Frau. "Sie hätten nicht gedacht, dass er ihn aufbewahrt hat, oder?"

Okay, jetzt sind wir am entscheidenden Punkt, dachte Jeremy. Gleich hat er eine neue gläubige Anhängerin gewonnen.

"Der Schlüssel stammte aus dem Hotel, in dem Sie während der Hochzeitsreise gewohnt haben. Frank hat ihn hingelegt, damit Sie sich, wenn Sie ihn finden, an das Glück an seiner Seite erinnern. Er will nicht, dass Sie nur an sein Leiden denken und sich quälen, denn er liebt Sie."

"Oooohhhh ." Die Frau konnte sich nicht mehr beherrschen und schluchzte hemmungslos.

Oder stöhnte sie nur? Von seinem Platz aus konnte Jeremy das nicht richtig beurteilen, weil ihr Gejammer plötzlich von enthusiastischem Beifall unterbrochen wurde. Das Mikro verschwand, die Kamera zoomte weg. Ihre fünfzehn Minuten im Scheinwerferlicht waren zu Ende. Sie ließ sich in ihren Stuhl zurückfallen. Wie auf Kommando erhob sich die Showmasterin von ihrem Sofa und sprach in die Kamera.

"Vergessen Sie nicht - alles, was Sie hier sehen, ist authentisch. Von den Besuchern hier hat kein einziger Timothy Clausen je vorher gesehen." Sie lächelte. "Wir machen jetzt eine kurze Pause, danach erleben Sie eine weitere Begegnung."

Wieder brandete Beifall auf, und die Sendung wurde unterbrochen. Jeremy lehnte sich entspannt zurück.

Sein Spezialgebiet waren die Naturwissenschaften. Dafür war er bekannt - er hatte sich als investigativer Journalist einen Namen gemacht, nicht zuletzt durch Artikel über Leute wie Clausen. Meistens machte ihm die Arbeit Spaß, und er war stolz, weil er darin einen wichtigen Dienst an der Öffentlichkeit sah. Der Beruf des Journalisten war immerhin so wichtig, dass seine Ausübung indirekt im First Amendment der amerikanischen Verfassung verbrieft war: Die Freiheit der Meinungsäußerung war ein hohes Gut. Für seine regelmäßig erscheinende Kolumne im Scientific American hatte er schon Nobelpreisträger interviewt, er hatte die Theorien von Stephen Hawking und Einstein für Laien erklärt und den Anstoß dafür gegeben, dass ein gefährliches Antidepressivum vom Markt genommen wurde. Er hatte ausführlich über das Cassini-Projekt, die Mission zum Saturn, geschrieben, über den fehlerhaften Hauptspiegel im Hubble-Weltraumteleskop und den Einbau des Linsenkorrektors, und er war der Erste gewesen, der öffentlich das Experiment einer kalten Fusion in Utah als Betrug entlarvte.

Bedauerlicherweise verdiente er mit dieser Kolumne nicht besonders viel Geld, trotz des Renommees. Für die laufenden Lebenshaltungskosten arbeitete er hauptsächlich als freier Journalist, und wie alle Freischaffenden hielt er stets Ausschau nach Themen, die den Redakteuren bei den großen Zeitschriften und Zeitungen gefallen könnten. Er hatte seine Spezialnische ausgebaut und alles integriert, was in die Kategorie "irgendwie ungewöhnlich" fiel. Während der vergangenen fünfzehn Jahre hatte er sich vorrangig mit Hellsehern, Geisterführern, Glaubensheilern und spirituellen Medien beschäftigt. Er hatte Betrügereien, Tricks und Fälschungen aufgedeckt. Er hatte Spukhäuser besucht, nach mystischen Wesen gefahndet und war den Ursprüngen urbaner Legenden nachgegangen. Von Natur aus war er eher skeptisch veranlagt und besaß außerdem die seltene Gabe, komplexe naturwissenschaftliche Zusammenhänge so einfach und verständlich zu erklären, dass auch durchschnittliche Leser sie nachvollziehen konnten. Deshalb waren seine Artikel in hunderten von Zeitungen und Zeitschriften überall auf der Welt abgedruckt worden. Wissenschaftliche Aufklärung war seiner Meinung nach extrem wichtig, selbst wenn die Allgemeinheit sie nicht immer entsprechend zu würdigen wusste. Oft waren die Briefe, die er als Reaktionen auf seine Veröffentlichungen erhielt, mit absurden Beschimpfungen gespickt, er war schon als "Idiot", "Schwachkopf" und "Regierungsdepp" bezeichnet worden, wobei ihn persönlich der letzte Ausdruck am meisten belustigte.

Investigativer Journalismus war ein undankbares Geschäft. Daran gab es leider nichts zu rütteln.

Während er solchen Gedanken nachhing, spekulierten die anderen Anwesenden lebhaft darüber, wer wohl als Nächster drankommen würde. Jeremy schaute wieder kurz zu der Blondine, die gerade in einem Handspiegel ihre geschminkten Lippen überprüfte.

Es stimmte tatsächlich, dass die Personen, die von Clausen ausgewählt wurden, nicht Teil der Show waren, sie waren nicht vorher eingeweiht worden, obwohl sein Auftritt überall angekündigt wurde und die Leute sich um die Eintrittskarten regelrecht prügelten. Daraus konnte man schließen, dass die meisten Anwesenden ohnehin an ein Leben nach dem Tod glaubten. Für sie war Clausen absolut überzeugend. Dieser Mann konnte doch keine Mogelpackung sein! Wie würde er sonst derart persönliche Fakten über Menschen wissen, die er gar nicht kannte - dafür musste er doch mit den Geistern der Verstorbenen sprechen, das ging gar nicht anders! Doch wie bei jedem guten Zauberer, der sein Metier perfekt beherrscht, war und blieb auch bei ihm eine Illusion nichts als eine Illusion, und kurz vor der Show hatte Jeremy nicht nur herausgefunden, wie er vorging, sondern besaß sogar fotografische Beweise dafür.

Sollte es ihm gelingen, Clausen zu entlarven, wäre das sein bisher größter Coup. Der Typ hatte es verdient, dass man ihn ins Visier nahm. Er gehörte zur schlimmsten Sorte Betrüger. Jeremy wusste, dass er einen Fisch an der Angel hatte, wie man ihn nicht jeden Tag fing, deshalb wollte er möglichst viel aus der Sache herausholen. Clausen stand auf dem Gipfel seines Ruhms, und Berühmtheit zählte in den USA mehr als alles Übrige.

Es war zwar eher unwahrscheinlich, doch Jeremy malte sich aus, wie es wäre, wenn Clausen ihn als Nächsten drannehmen würde. Damit rechnen konnte er nicht, es war fast wie ein Lotteriegewinn. Aber selbst wenn er nicht an die Reihe kam, hatte er trotzdem erstklassiges Material. Andererseits wusste er, dass es oft eine Kleinigkeit war, die darüber entschied, ob ein Artikel nur gut oder wirklich gut war. Ein echter Volltreffer brauchte das sprichwörtliche Sahnehäubchen.

Als die Werbepause zu Ende ging, klammerte er sich deshalb an die kleine, unbegründete Hoffnung, Clausen könnte sich tatsächlich auf ihn stürzen.

Anscheinend war der liebe Gott auf seiner Seite. Hatte er vielleicht auch etwas gegen Clausens Machenschaften einzuwenden? Jedenfalls trat genau das ein, was Jeremy sich ersehnt hatte: Er wurde ausgewählt.

Drei Wochen später. Der Winter hatte Manhattan erbarmungslos im Griff. Eine Kaltfront aus Kanada war bis nach New York vorgedrungen, die Temperaturen lagen bei minus zwanzig Grad Celsius. Aus den Gullyschächten stiegen kleine Dampfwolken auf und sorgten für vereiste Gehwege. Nicht, dass dies die New Yorker besonders gestört hätte. Sie waren hart ihm Nehmen und ließen sich vom Wetter nicht einschüchtern. Einen Freitagabend wegen eines Kälteeinbruchs ungenutzt verstreichen zu lassen schien völlig undenkbar. Man arbeitete die ganze Woche über wie verrückt, deshalb wollte man das Wochenende genießen. Erst recht, wenn es einen Anlass zum Feiern gab! Und einen Anlass hatten Nate Johnson und Alvin Bernstein tatsächlich. Seit einer Stunde feierten sie ausgelassen mit ein paar Dutzend Freunden und Journalisten - unter ihnen mehrere Mitarbeiter des Scientific American. Man hatte sich zu Jeremys Ehren versammelt und amüsierte sich blendend, nicht zuletzt, weil Nate die Zeche übernehmen würde und Journalisten in der Regel sehr aufs Geld achten müssen.

Nate Johnson war Jeremys Agent. Alvin Bernstein arbeitete als freier Kameramann und war Jeremys bester Freund. Man hatte sich in dieser angesagten Bar in der Upper West Side getroffen, um auf Jeremys Auftritt in der Fernsehsendung Primetime Live anzustoßen. Die Werbung für Primetime Live hatte sich diese Woche fast ausschließlich auf Jeremy konzentriert und eine größere Skandalenthüllung angekündigt. Aus dem ganzen Land waren in Nates Büro Interview-Anfragen eingetroffen. Noch am frühen Nachmittag hatte die Redaktion vom People Magazine angerufen und einen Termin für kommenden Montag vereinbart.

Um einen privaten Raum zu organisieren, hatte die Zeit nicht mehr gereicht, doch der Stimmung tat das keinen Abbruch. Mit seinem langen Tresen aus Granit und der dramatischen, effektvollen Beleuchtung war dieses Lokal ein typischer Yuppie-Treffpunkt. Während die Journalisten vom Scientific American größtenteils Sportsakkos aus Tweed trugen und sich in eine Ecke verzogen, um über Photonen zu debattieren, hatte man bei den anderen Gästen den Eindruck, als kämen sie direkt von ihrem Job in der Wall Street oder in der Madison Avenue: italienische Anzüge, die Jacketts lässig über die Stuhllehne gehängt, Krawatten von Hermès, locker gebunden - Männer, die nichts anderes im Sinn zu haben schienen, als die anwesenden Frauen zu begutachten und ihre Rolex-Uhren blitzen zu lassen. Die Frauen, die von ihren Jobs im Verlagswesen oder in der Werbebranche hierher geeilt waren, trugen Designerröcke und unglaublich hochhackige Schuhe, nippten an ihren Martinis und taten so, als würden sie die Männerblicke gar nicht bemerken. Jeremy hatte ein Auge auf eine hochgewachsene Frau mit roten Haaren geworfen, die dauernd in seine Richtung schaute. Ob sie ihn wohl von der Fernsehwerbung her kannte? Oder suchte sie nur Gesellschaft? Zwischendurch wandte sie sich ab, als hätte sie kein Interesse, doch dann fixierte sie ihn wieder. Jeremy hob sein Glas.

"Mensch, Jeremy - hier spielt die Musik!", ermahnte Nate ihn mit einem freundschaftlichen Rippenstoß. "Du kommst im Fernsehen! Willst du nicht sehen, wie du dich machst?"

Fast widerstrebend überließ Jeremy die Rothaarige ihrem Schicksal und schaute zum Bildschirm. Ja, da saß er, gegenüber von Diane Sawyer. Wie komisch, dachte er, das ist fast so, als könnte ich an zwei Orten gleichzeitig sein - hier in der Bar und auf der Mattscheibe. Irgendwie erschien es ihm unwirklich, aber in den vergangenen drei Wochen war ihm vieles surreal vorgekommen, obwohl er sich doch seit etlichen Jahren in der Medienwelt bewegte.

Diane beschrieb ihn als "Amerikas angesehensten Wissenschaftsjournalisten". Die Geschichte mit Clausen hatte nicht nur all seine Erwartungen übertroffen - es war sogar so, dass Primetime Live schon mit Nate darüber verhandelt hatte, ob Jeremy vielleicht regelmäßig für sie berichten könnte. Und ob sie ihn denn auch für Beiträge in Good Morning America einplanen dürften? Viele Journalisten hielten das Fernsehen für weniger wichtig als andere, seriösere Formen der Berichterstattung, aber das hinderte sie in der Regel nicht daran, dieses Medium trotzdem insgeheim als den heiligen Gral zu betrachten. Das hieß zuerst und vor allem: als eine fantastische Geldquelle. Trotz aller Glückwünsche waren also manche innerlich grün vor Neid, so viel war sicher. Beneidet zu werden war für Jeremy so ungewohnt und abwegig wie eine Reise zum Mars. Journalisten seines

Schlags rangierten schließlich in der Hackordnung nicht besonders weit oben. Und das hatte auch für ihn gegolten - bis heute.

"Hat sie tatsächlich gerade gesagt >Amerikas angesehenster Wissenschaftsjournalist


Kundenbewertungen zu "Die Nähe des Himmels" von "Nicholas Sparks"

5 Kundenbewertungen (Durchschnitt 2.8 von 5 Sterne bei 5 Bewertungen   gut)
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Bewertung von Noima aus Hamburg am 22.08.2012   schlecht
Ich habe dieses buch, wo es erschienen ist geschenk bekommen..das ist jetzt 6 jahre her!

Ich lese wirklich viel und liebe bücher über alles aber dieses ist echt schlecht...ich nehme es jedes jahr in die hand und möchte es nun endlich zu ende lesen...aber es geht einfach nicht...es ist eigentlich ganz leicht geschrieben...nur leider passiert da nichts...ich bin jetzt mitten drin und ich leg es nach höchstens 10 seiten wieder weg weils es sich wie kugummi zieht....

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Bewertung von Lea&Bärbel aus kelsterbach am 18.04.2011   ausgezeichnet
ich finde die´se romane ausgezeichnet weil,sie lebensbetreu geschrieben sind .

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Bewertung von schmille aus Nordhorn am 04.05.2010   sehr gut
Die Hauptfiguren in der Geschichte sind Jeremy Marsh, ein kurz vor dem Durchbruch stehender Wirtschaftsjournalist, und Lexie, eine Bibliothekarin und Enkelin einer Wahrsagerin.
Jeremy Marsh reist für eine Reportage nach Boone Creek in North Carolina, um vor Ort übernatürliche Phänomene zu untersuchen. Er lernt dort Lexie kennen, und zwischen ihnen entwickelt sich nach anfänglichen Schwierigkeiten eine Beziehung, für die er große Opfer aufbringen muss.
Ich habe dieses Buch in meinem Urlaub auf Mallorca gelesen, und konnte einfach nicht aufhören zu lesen. Die Geschichten von Nicholas Sparks sind einfach so ergreifend und so wunderbar erzählt, dass man einfach weiterlesen muss. Man kann nie vorhersagen, was als nächstes passiert oder wie das Buch endet, das ist bei allen seiner Bücher so. Er hat das Talent, tiefe Gefühle zu wecken.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch

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Bewertung von Nicole aus GE am 28.04.2008   gut
Nettes Buch für "Zwischendurch", aber nicht eines seiner Besten Kreationen. Zwischendurch etwas langatmig - vor allem etwas für eingefleischte Sparks Fans. Fortsetzung der Geschichte: "Das Wunder eines Augenblicks"

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Bewertung von Franzi am 31.03.2007   schlecht
Ich war echt tierisch gespannt auf das Buch, wurde aber im höchsten Maße enttäuscht.
Es war die reinste Quälerei.

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