Der Architekt am Strand - Maak, Niklas

Niklas Maak 

Der Architekt am Strand

Le Corbusier und das Geheimnis der Seeschnecke

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Produktbeschreibung zu Der Architekt am Strand

Le Corbusiers Bauten sorgten für Verwirrung. War seine 1955 im Dorf Ronchamps in Frankreich errichtete Kirche, die "Notre-Dame du Haut", ein neues Kapitel der Baugeschichte? Oder ein "nicht zu überbietendes Beispiel von Neuerungssucht, Willkür und Unordnung"? Der damals weltberühmte Architekt gilt vielen noch immer als Vertreter einer technokratisch-mechanistischen Moderne. Niklas Maak folgt ihm an den Strand, wo dieser unablässig Steine, Muscheln und anderes Strandgut studierte. Die Objekte, die immer wieder an zentralen Stellen in Le Corbusiers Werk auftauchen, beschäftigen bis heute Architekten auf der Suche nach neuen Formen.

Produktinformation


  • Verlag: Hanser
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 237 S. . m. zahlr. Abb.
  • Seitenzahl: 237
  • Edition Akzente
  • Best.Nr. des Verlages: 505/23499
  • Deutsch
  • Abmessung: 206mm x 121mm x 25mm
  • Gewicht: 275g
  • ISBN-13: 9783446234994
  • ISBN-10: 3446234993
  • Best.Nr.: 27975899
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 09.03.2010

Vom Nutzen des Strandguts
So etwas geschieht nur einem edlen Wilden: Niklas Maak enthüllt Le Corbusiers Geheimnis der Seeschnecke
Nur die Brille blieb gleich. Da gibt es einmal die Fotos des Architekten in Anzug und Fliege, neben sich ein Entwurfsmodell, so klinisch weiß wie sein Hemd, und um sich eine Schar von Bewunderern oder auch nur die kühle Ausstrahlung des rationalistischen Baumeisters einer modernen Welt. Und dann sind da diese Bilder eines Mannes am Strand, einen seltsamen Veitstanz aufführend, vor sich nur das Meer und ein paar Spuren im Sand, bekleidet allein mit einer Badehose und eben dieser schwarzen Brille mit den runden Gläsern – dem Markenzeichen von Le Corbusier.
Eine scharfe Grenze trennte bislang die beiden Darstellungsweisen des Architekten und unterteilte damit auch die Bauten, die Le Corbusier im Stil der Fotos schuf: Hier der Vater der „Wohnmaschine”, technikverliebt, seine Glas- und Stahlbetonarchitektur auf den rechten Winkel trimmend, dort der esoterische Naturmensch am Strand, fern der Zivilisation, die er mit seltsamen Baukörpern wie der Kirche von Ronchamp verstörte. Dass es diesen Bruch zwischen Früh- und Spätwerk …

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Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

In der aus seiner Doktorarbeit hervorgegangenen Arbeit über den Architekten Le Corbusier gelingt es Niklas Maak, den kühlen Konstrukteur der "Wohnmaschine" und den "esoterischen Naturmensch" des späteren Werks miteinander zu versöhnen, stellt Laura Weißmüller begeistert fest. Dabei entsteht ein plastisches Porträt Le Corbusiers, und es liest sich auch noch außerordentlich packend und kurzweilig, so die Rezensentin hocherfreut. Der Autor kann in seiner materialreichen Studie nicht nur schlüssig nachweisen, dass die bislang zumeist als farbenfrohes Beiwerk betrachtete Malerei des Architekten bereits Ideen und Konstruktionsprinzipien Le Corbusiers ausprobiert und so als "Versuchslabor" für seine architektonischen Entwürfe gelten kann. Er macht zudem einen Schlüsseltext von Paul Valery ausfindig, der in einem fiktiven Dialog zwischen Sokrates und Phaidros über Architektur die für Le Corbusier so wichtige Seeschnecke als Symbol der "vollkommensten Verkörperung der Naturgesetze" einführt, erklärt die Rezensentin. Daraus habe der Architekt dann seine ganz eigene Synthese von mathematischen Ordnungsprinzipien und Natur konstruiert, die, wie der Autor nachweist, sein Früh- wie sein Spätwerk gleichermaßen prägt, so Weißmüller fasziniert.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 01.04.2010

NIKLAS MAAK, Redakteur im Feuilleton dieser Zeitung, hat ein Buch über Le Corbusier und dessen Bemühung geschrieben, sich nach 1945 ein neues Image zu geben. Statt in Anzug und Fliege ließ der Architekt sich vermehrt am Strand fotografieren. Der Ursprung seiner Architektur, erklärte er nun, liege in den Gesetzen der Natur. Ein wichtiges Vorbild für diesen Rollen- und Formwandel war eine literarische Figur: Le Corbusier las Paul Valérys "Der Mensch und die Muschel" und "Eupalinos" und inszenierte sich im Geist der Valéryschen Architektenfiguren. Der Philosoph, Essayist und manische Muschelsammler prägte das Denken Le Corbusiers stark; er sammelte wie der Philosoph unablässig Steine, Muscheln und anderes Strandgut. Diese Objekte und Valérys Objekttheorie entpuppen sich als ein neuer Schlüssel zu Le Corbusiers Architektur. (Niklas Maak: "Der Architekt am Strand". Le Corbusier oder das Geheimnis der Seeschnecke. Hanser Verlag, München 2010. 240 S., br., 17,90 [Euro].)

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