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Die unendliche Heilung
Aby Warburgs Krankengeschichte. Hrsg. v. Davide Stimilli u. Chantal Marazia
Herausgeber: Stimilli, Davide; Marazia, Chantal
- Einband: Gebunden
- Gebundenes Buch
Produktinformation
- Verlag: Diaphanes
- 2007
- Ausstattung/Bilder: 2007. 287 S. m. Abb.
- Seitenzahl: 287
- Sequenzia
- Deutsch
- Abmessung: 239mm x 157mm x 27mm
- Gewicht: 570g
- ISBN-13: 9783037340080
- ISBN-10: 3037340088
- Best.Nr.: 22845609
Produktbeschreibung zu "Die unendliche Heilung"
Beschreibung
06.01.2008
Gegen Irrsinn hilft der Wilde Westen
Wie der Kunsthistoriker Aby Warburg sich selber heilte: Endlich
gibt es die Krankengeschichte
Im Oktober 1918, kurz vor Ende des Weltkriegs, holte Aby Warburg
seinen Revolver und drohte, seine Frau und die drei Kinder zu
erschießen. Er hatte einen psychotisch-paranoiden Schub und war in
seiner Zwangsvorstellung davon überzeugt, dass seine Familie von
unbekannten Verfolgern entführt, verschleppt, gefoltert und getötet
werden würde und nur der Selbstmord bliebe. Glücklicherweise konnte
man dem Wahnsinnigen die Pistole rechtzeitig entwenden. Die
Psychose hatte sich in den letzten Kriegsmonaten angekündigt.
Warburgs Schüler Carl Georg Heise besuchte ihn Ende 1918 in Hamburg
und fand ihn "völlig zerstört", aber noch nicht
"irrsinnig" vor: "Sein Gehirn arbeitete fieberhaft
und hemmungslos, alles übertreibend und dadurch verzerrend, doch
war die Logik seiner allerdings sehr sprunghaften, immer wieder
abreißenden Gedankengänge keineswegs unklar, sondern von einer auf
die Spitze getriebenen Schärfe und Folgerichtigkeit, die sich eben
deshalb als ungültig im Dunstkreis der Wirklichkeit erwies. Alles,
was ihn je in …
25.08.2008
Der Gefesselte von Kreuzlingen oder Nachrichten aus dem Parkhaus
Durch den Tod hindurchgegangen: Ein notwendiges und zugleich verstörendes Buch dokumentiert die Krankheitsjahre des Kunsthistorikers Aby Warburg
In seiner Besprechung der Gesammelten Schriften von Aby Warburg kam der Burckhardt-Forscher Werner Kaegi 1933 in der Neuen Schweizer Rundschau als einer der ersten Autoren unverhohlen auf Warburgs Krankheitsjahre und den Aufenthalt im Sanatorium Bellevue in Kreuzlingen zu sprechen. Der angehende Historiker war dem Hamburger Gelehrten im Herbst 1921 bei einem Spaziergang im Park zufällig begegnet und mit ihm in ein kurzes Fachgespräch über die Florentiner Kulturgeschichte geraten. Ebenso überrascht wie beeindruckt von dem Kenntnisreichtum und der Beredtheit des Kranken hat sich die Begegnung dem Studenten tief eingeprägt.
In seiner Erinnerung zeichnet Kaegi das Janusgesicht der Krankheit, die zwischen Furor, Stupor und Humor schwankt: Der da unter Bäumen sich ergeht, kann in lichten Momenten sein Gegenüber fast vollständig vergessen machen, dass er seit Herbst 1918 an schweren Depressionen und Wahnvorstellungen leidet und seinen Alltag nur …
25.08.2008
Von dem Foto auf dem Buchumschlag lässt sich Michael Diers nicht in
die Irre führen. Hier gehts nicht um den Warburg der
Vorkriegszeit, sondern um die Krankenjahre des berühmten
Kunsthistorikers, ein laut Diers eher bescheiden beackertes Gebiet
in der jüngeren Warburg-Literatur. Um so verdienstvoller erscheint
Diers die deutsche Erstausgabe des Buches von Davide Stimilli und
Chantal Marazia. Stürzt die Edition von Warburgs Krankenakte den
Rezensenten auch in ein Wechselbad der Gefühle, zwischen Verstörung
(über die Härte der klinischen Fakten aus dem Sanatorium
Kreuzlingen) und Ermutigung (über Warburgs selbsttherapeutische
Energie), so entschließt sich Diers dennoch dazu, beim Betrachten
des intim Menschlichen in diesem Buch sich nicht als Voyeur zu
fühlen, sondern die Person Warburg, ihre Verwurzelung im 19.
Jahrhundert, ihren durch den Ersten Weltkrieg mitbedingten Wahn und
ihre Heilung aufmerksam und mit Gewinn nachzuvollziehen.
© Perlentaucher Medien GmbH
Autorenporträt zu "Ludwig Binswanger; Aby M. Warburg"
Aby M. Warburg, geboren 1866 in Hamburg. Begründung der kulturwissenschaftlichen Disziplin der Ikonologie und die nach ihm benannte Bibliothek für Kulturwissenschaft in Hamburg. Der Autor verstarb 1929 in Hamburg.
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