Es war einmal mein Vater - Ungerer, Tomi

Tomi Ungerer 

Es war einmal mein Vater

Nachw. v. Therese Willer

Aus d. Französ.v. Ulrich Hartmann
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Es war einmal mein Vater

Nach Die Gedanken sind frei legt Tomi Ungerer ein weiteres Erinnerungsbuch vor. Wieder kehrt er zurück ins Elsaß, in die Zeit seiner Kindheit. Dabei entdeckt er in seinem Vater einen vielseitig begabten Künstler, dessen Talente auf rätselhafte Weise auf ihn übergegangen zu sein scheinen, und er stößt auf eine wunderbare Liebesgeschichte, nämlich die seiner Eltern...

Als Tomi Ungerer vier Jahre alt ist, stirbt sein Vater, Théo Ungerer, Kurator der astronomischen Uhr von Straßburg und Künstler mit vielfältigen Talenten. Viele Jahrzehnte später macht sich Tomi auf die Suche nach diesem geheimnisvollen Vater. Er verfolgt die lange Uhrmachertradition der Ungerers bis zurück zu seinen Urgroßvätern, und in der Korrespondenz seiner Eltern stößt er auf die Spuren ihrer leidenschaftlichen Liebesgeschichte, die sich denn auch wie ein roter Faden durch das Buch zieht. Vor allem aber entdeckt er den Vater als sensiblen und vielfältigen Künstler, dessen Werk viele Parallelen mit dem eigenen aufweist, als seien die Talente des Vaters eins zu eins auf den Sohn übergegangen...


Produktinformation

  • Verlag: DIOGENES
  • 2003
  • Ausstattung/Bilder: 2003. 141 S. m. zahlr.meist farb. Abb.
  • Deutsch
  • Abmessung: 253mm x 187mm x 20mm
  • Gewicht: 530g
  • ISBN-13: 9783257020809
  • ISBN-10: 3257020805
  • Best.Nr.: 11786372
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 20.01.2004

Schönheit im Flügelschuh
Schatten im Schnee: Tomi Ungerer auf den Spuren seines Vaters

Auf dem Buchumschlag ist der Schattenriß eines Baskenmützenmannes zu sehen, dessen Atem, die Rauchkringel seiner Zigarette und der Dampf der Kaffeetasse sich zu einem Jugenstilkringel vereinen, der über den Bildausschnitt hinausschwebt. Mit diesem graphischen Kürzel signalisiert der Zeichner Tomi Ungerer dem Leser und Betrachter seines materialreichen Erinnerungsbandes "Es war einmal mein Vater" bereits die historische Dimension der genealogischen Retrospektive. Gibt es etwas Schöneres für einen Vater als die Würdigung durch seinen Sohn? Wobei der Vater inzwischen seit beinahe siebzig Jahren tot, der Sohn seit einem halben Jahrhundert als Zeichner und Kinderbuchautor international bekannt ist.

Théodore Ungerer war ein hochangesehener Bürger Straßburgs, Autor eines Buchs über die astronomische Uhr seiner Heimatstadt, der in vier Sprachen mit Uhrenspezialisten korrespondierte, Sammler beriet und im Museum Straßburg den Uhrensaal eingerichtet hatte. Höhepunkt seines Schaffens war die Konstruktion der astronomischen Uhr von Messina, der größten der …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Der Sohn würdigt den Vater, den er persönlich kaum gekannt hat, dem er aber - stellt Peter Winter überrascht fest - offensichtlich einiges von seinem Talent als Zeichner verdankt. Auch Tomi Ungerer müssen bei der Arbeit an diesem Erinnerungsbuch stilistische und motivische Affinitäten aufgefallen sein: sei es das Interesse für mechanische Tüfteleien, seien es alte Torbögen und Gassen oder alte Käuze und das Leben des Waldes, farbige Schatten im Schnee oder die holde Weiblichkeit, all das gefiel beiden, zählt Winter auf. Der Band enthält Briefe, Dokumente, Fotos, Gemälde und Zeichungen von Theodore Ungerer, die ihn als angesehenen Bürger Straßburgs ausweisen, wo er beispielsweise im Museum den Uhrensaal einrichtete, aber auch als eigenständigen Künstler "zwischen Pleinair-Flockigkeit und Vogue-Linie", so Winter. Für den Rezensenten kommt hinter dem Familienporträt der Künstler Tomi Ungerer zum Vorschein, der noch stärker, als bislang bereits zu vermuten stand, in seiner elsässischen Heimat verwurzelt ist und der seinen väterlichen und heimatlichen Tradition viel zu verdanken hat.

© Perlentaucher Medien GmbH

"Tomi Ungerer hatte einen Vater: darin steckt schon alles. Eine schöne und bewegende Hommage." (Le Nouvel Observateur, Paris)
Tomi Ungerer, geboren 1931, stammt aus einer Straßburger Uhrmacherfamilie. Mitte der 50er Jahre ging er nach New York, wo sein unaufhaltsamer Aufstieg als Zeichner, Maler, Kinderbuchautor und Werbegrafiker begann. Nach einigen Jahren auf einer Farm in Nova Scotia (Kanada) lebt er heute mit seiner Familie in Irland und in Straßburg. 2004 erhielt Tomi Ungerer für seine besonderen Verdienste um die pädagogische Weiterentwicklung der Kultur des Kinderbuchs die Ehrendoktorwürde der Universität Karlsruhe (TH). 2008 wurde ihm der "Prix de l'Académie de Berlin" für seinen kulturellen Beitrag zur deutsch-französischen Verständigung verliehen.

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