Ruhe sanft - Sörries, Reiner

Reiner Sörries 

Ruhe sanft

Kulturgeschichte des Friedhofs

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Ruhe sanft

Der Umgang mit den Toten ist immer auch ein Spiegel der Gesellschaft. Entsprechend hat sich die christliche Bestattungskultur in den letzten 2000 Jahren kontinuierlich verändert und den sozialen Entwicklungen angepasst - von den Katakomben der frühen Christen über den kollektiven Friedhof hin zur Waldbestattung und zur Verwandlung in Erinnerungsdiamanten. Letztere markieren den aktuellen Umbruch. Das lang bewährte 'Erfolgsmodell' des von der Gemeinschaft getragenen Friedhofs scheint zugunsten eines schillernden Spektrums von Beisetzungsmöglichkeiten für die individualisierte Gesellschaft seine Tragfähigkeit zu verlieren.
Wie geht es weiter? Ein Blick in Geschichte und Zukunft.


Produktinformation

  • Verlag: Butzon & Bercker
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 331 S. m. 49 Abb.
  • Seitenzahl: 304
  • Deutsch
  • Abmessung: 212mm x 138mm x 33mm
  • Gewicht: 510g
  • ISBN-13: 9783766613165
  • ISBN-10: 3766613162
  • Best.Nr.: 26477941

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Eingenommen ist Rezensent Helmut Mayer für diese Kulturgeschichte des Friedhofs von Reiner Sörries. Die zweitausendjährige Geschichte von der Erfindung des christlichen Friedhofs bis zur Säkularisierung des Bestattungswesen hat ihn überaus fasziniert. Er lobt das Buch als durchweg instruktiv und klar geschrieben. Besonders hebt Mayer die Abschnitte über neuartige und alternative Bestattungsformen hervor, hinter denen eine Individualisierung der Bestattungskultur steht. Und nicht zuletzt hat er einiges über das ökologisch korrekte Begräbnis erfahren. Auch wenn es um "esoterisch aufgemischte Übergangsriten" geht, bleibt der Autor in seinen Augen meist sachlich. "Nur hie und da blitzt ein wenig Ironie auf", so der Rezensent, "die sich aber sehr im Zaum hält."

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 13.02.2010

Wenn die Reihen sich lichten

Von der Aschestreuwiese über den Erinnerungsdiamanten bis zum Ökosarg: Die überaus lesenswerte Kulturgeschichte des Friedhofs von Reiner Sörries führt eine Bestattungskultur im Umbruch vor Augen.

Der Wiener Zentralfriedhof hatte verwilderte Ecken, in denen man wunderbar hätte herumtollen können. Aber dorthin ging es ja gerade nicht, sondern den Eltern hinterdrein zu den monotonen neuen Gräberreihen, die so endlos wirkten. Die Steine mochten die eine oder andere Abwandlung zeigen, die eingefassten Beete mit dieser oder jener robusten Bepflanzung versehen sein - man musste sich trotzdem die Nummer der Reihe einprägen, um das richtige Grab auch wirklich zu finden.

Das war vor vierzig Jahren, und wäre es einfach nach den städtischen Verwaltungen und den Kirchen gegangen, sähen Friedhöfe wohl heute noch so aus. Doch es kam anders, denn seit den achtziger Jahren zeigten sich Tendenzen, aus der Ordnung der Reihengräber auszubrechen. Aus den unscheinbaren Anfängen gingen dann unübersehbare Veränderungen der Friedhöfe hervor oder allgemeiner: der Bestattungskultur. Denn mittlerweile werden die Toten auch …

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"Von der Aschestreuwiese über den Erinnerungsdiamanten bis zum Ökosarg: Die überaus lesenswerte Kulturgeschichte des Friedhofs von Reiner Sörries führt eine Bestattungskultur im Umbruch vor Augen.

Der Wiener Zentralfriedhof hatte verwilderte Ecken, in denen man wunderbar hätte herumtollen können. Aber dorthin ging es ja gerade nicht, sondern den Eltern hinterdrein zu den monotonen neuen Gräberreihen, die so endlos wirkten. Die Steine mochten die eine oder andere Abwandlung zeigen, die eingefassten Beete mit dieser oder jener robusten Bepflanzung versehen sein - man musste sich trotzdem die Nummer der Reihe einprägen, um das richtige Grab auch wirklich zu finden." (Frankfurter Allgemeine)

"Reiner Sörries schlägt den Bogen der Geschichte rund um das Thema Bestattung von der Antike bis in die heutige Zeit. Er zeigt dabei die Kulturgeschichte des Friedhofs auf, die auch immer einen Spiegel für die Veränderungen innerhalb einer Gesellschaft darstellt." (ZDF)

"... Sörries ist ein milder Mensch mit Vollbart, er hat gerade ein dickes Buch mit Namen "Ruhe sanft" veröffentlicht, es geht um die Kulturgeschichte des Friedhofs und ist trotzdem spannende Lektüre. Sörries kennt sich aus, und er ist keiner, der pauschal über einen Kulturverfall wettern würde. Er schaut sich die Sachen im Einzelnen an und zieht danach seine Schlüsse." (Spiegel)

"Erst in den vergangenen Jahren setzte sich wie in anderen gesellschaftlichen Bereichen auch in der Bestattungskultur der Trend zur Individualisierung durch. Angesichts der vielfältigen alternativen Bestattungsformen zu Wasser, zu Lande und in der Luft, so Reiner Sörries, erscheint der herkömmliche Friedhof als Auslaufmodell." (Die Welt)
Reiner Sörries ist Direktor des Museums für Sepulkralkultur in Kassel und apl. Professor für Christliche Archäologie und Kunstgeschichte an der Universität Erlangen.

Leseprobe zu "Ruhe sanft"

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