Fast ganz unten - Selke, Stefan

Stefan Selke 

Fast ganz unten

Wie man in Deutschland durch die Hilfe von Lebensmitteltafeln satt wird

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Produktbeschreibung zu Fast ganz unten

Knapp 800 Lebensmitteltafeln gehören mittlerweile zur fast selbstverständlichen Grundausstattung des erodierten Wohlfahrtsstaates in Deutschland. Sie versorgen Woche für Woche fast eine Million bedürftige Menschen mit Waren aus der Überproduktion der Lebensmittelbranche. Die Innenwelt der Tafeln und die mit ihrer Praxis verbundenen Paradoxien sind Gegenstand der Sozialreportage Fast ganz unten. Sie enthält viele konkrete Antworten auf die Frage, wie man heute an der Peripherie der Gesellschaft satt wird. Ein Jahr lang beobachtete der Autor die Arbeit von Helfern und das Leben Bedürftiger. Herausgekommen sind ein hintergründiger Erfahrungsbericht und ein vielschichtiges Bild von einem sozialen Ort, der schleichend Teil unserer Gesellschaft wurde. Armut bekommt so viele neue Gesichter. Der Autor nimmt darüber hinaus kritisch Stellung zur gesellschaftlichen Bedeutung der Tafeln. Seine Thesen regen zu einer notwendigen Diskussion um die Zukunft der Tafeln und des Sozialstaates an. Das Buch - illustriert mit 34 Fotos - ist von hohem analytischen Wert für alle, die am Phänomen der neuen Armut interessiert sind, aber auch für die Mitglieder der Tafelbewegung selbst. Parallel zum Erscheinen seines Buches startete Stefan Selke eine Internetseite zum Thema: www.tafelforum.de

Produktinformation


  • Abmessung: 213mm x 149mm x 20mm
  • Gewicht: 357g
  • ISBN-13: 9783896917546
  • ISBN-10: 3896917544
  • Best.Nr.: 23870401
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 14.02.2009

Wirtschaftsbuch
Warum Tafeln die Armut unterstützen
Seit dem frühen Morgen säumt die Schlange den Bürgersteig. Die Tür öffnet sich. In Reih und Glied betreten Menschen den Ausgaberaum. Nehmen einen Einkaufskorb, rücken von Position zu Position. Brot, Gemüse, Milch. „Ein Stück Marzipan?”, fragt die Dame hinter dem Tresen. „Danke.” Knappes Lächeln, schneller Schritt hinaus.
Lebensmitteltafeln in Deutschland. Seit 1994 ist ihre Zahl von sieben auf heute 800 emporgeschnellt. Es sind beängstigende Zahlen. Verunsichert, neugierig und bemüht, nicht vorschnell zu urteilen, hat der Soziologe Stefan Selke vor Ort recherchiert. Er ist auf eine Parallelwelt gestoßen, es ist die Welt der wachsenden Gruppe der Hartz-IV-Empfänger, der geringfügig Beschäftigten oder aus der Bahn Geworfenen, die sich „Fast ganz unten” – so lautet der Buchtitel – durchwursteln. Deren Armut kaum zu sehen ist und die auf die Krümel der Konsumgesellschaft angewiesen sind. Selke entdeckt ein „institutionalisiertes, ehrenamtliches Helfen”, das – genährt von eigenen Abstiegsängsten der Helfer – in Mode gekommen ist. Folgerichtig interpretiert er die Tafeln als …

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