Starbuck Holger Meins
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Starbuck Holger Meins

Regie: Conradt, Gerd; Darsteller: Ballhaus, Michael; Lilienthal, Peter; Meins, Wilhelm; Petersen, Wolfgang; Schiller, Margrit; Reichhardt, Verena; Beyeler, Suzanne; Blessmann, Manfred; Dutschke-Klotz, Gretchen; Edschmid, Enzio; Farocki, Harun; Giefer, Thomas; Klaus, Alfred; Langhans, Rainer; Musik: Löhn, Lars; Buch: Conradt, Gerd; Jahn, Hartmut; Rombach, Hans; Grossmann, Steffen;
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Starbuck Holger Meins

Starbuck, der Name des Steuermanns in Herman Melvilles Roman "Mobby Dick", ist der Deckname von Holger Meins, "Steuermann" der Baader-Meinhof-Gruppe, Gründer der Rote Armee Fraktion. Er studierte an der dffb bevor er rausflog und sich dem Terrorismus zuwandte. Er starb 1974 als 33-Jähriger an den Folgen eines Hungerstreiks. Nach "Black Box BRD" beschäftigt sich Gerd Conradt mit der Epoche des gescheiterten Auf- und Umbruchs nach 1968. Sein Porträt von Holger Meins aus Bildern, Filmen, Dokumenten und Gesprächen mit Zeitzeugen ist einer der außergewöhnlichsten Dokumentarfilme der letzten Zeit, ein Bindeglied zwischen Vergangenheit und Gegenwart mit einer an das "direct cinema" erinnernden Ästhetik.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag

Der Film ist der dokumentarische Versuch, das Leben des RAF-Terroristen Holger Meins und seinen Weg in den bewaffneten Kampf zu beschreiben. Vor dem Hintergrund unterschiedlichster Zeitdokumente erinnern sich Mitstreiter und Zeitzeugen, an einen sensiblen jungen Künstler, der mit verzweifelter Wut nach einer richtigen Antwort angesichts der Ungerechtigkeit in der Welt sucht. In Methodik und Stil folgt der Dokumentarfilmer Gerd Conradt diesem Antagonismus von Kunst und Politik und findet so einen überzeugenden Zugang zu der Person Holger Meins. Insgesamt ein psychologisch dichtes, höchst spannendes Portrait, das zusätzlichen Reiz durch die Prominenten Gesprächspartner gewinnt.Mit dem Kurzfilm »Oskar Langenfels« erscheint erstmals auch die einzige selbständige filmischen Arbeit von Holger Meins auf DVD und Video. »Oskar Langenfels« ist sensibles, detailverliebtes cinéma direct in unglaublicher ästhetischer Strenge, die viel von der Erfahrung und den ästhetischen Standards von Holger Meins erkennen lässt.

Bonusmaterial

2 Kurzfilme, Bildergalerie, Interviews


Produktinformation

  • Hersteller: good!movies
  • EAN: 4260042570053
  • Best.Nr.: 20158254
  • Artikeltyp: Film
  • Anzahl: 1
  • Datenträger: DVD
  • Erscheinungstermin: 30. März 2004
  • FSK: Freigegeben ab 12 Jahren gemäß §14 JuSchG
  • Sprachen: Deutsch
  • Untertitel: Englisch
  • Regionalcode: 02
  • Bildformat: 1:1, 33/4:3
  • Tonformat: HiFi Stereo
  • Gesamtlaufzeit: 90 Min.
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 23.05.2002

Aber er war doch so begabt!
Verdruckst: Gerd Conradts Dokumentarfilm "Starbuck" zeigt den Künstler Holger Meins

Warum jetzt? Jahrzehntelang umschlich der deutsche Film das Thema "RAF". Einige der wichtigsten Regisseure von Rainer Werner Fassbinder bis Margarete von Trotta versuchten sich daran. Aber man meint ihren Werken die Scheu anzumerken, den Wunsch, sich dem Erwartungsdruck zu entziehen. Nach der Selbstauflösungserklärung der Rote-Armee-Fraktion 1998 hat sich das geändert. Es entstanden nicht nur mehr Filme als lange zuvor, sie erprobten auch neue Formen, von der zeitgeschichtlichen Collage bis hin zum Klamauk. Es war Volker Schlöndorff, der mit der "Stille nach dem Schuß" als erster in die Kinos kam. Doch für das, was folgte, zeichnet eine Generation, die an die Anfänge des Terrors keine Erinnerung hat.

Was immer man von den Filmen im einzelnen halten mag, die Freiheit, nicht erklären zu müssen, auf welcher Seite man selbst seinerzeit stand, hat dem Genre gutgetan. Erstaunlich an den Biographien eines Joschka Fischer oder Otto Schily ist ja nicht, daß aus Staatsgegnern Staatsvertreter geworden sind, sondern die Kontinuität, mit …

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Dokumentarfilme mit dem Thema Terrorismus haben Konjunktur: nach Andres Veiels "Black Box BRD" beschäftigt sich Gerd Conradt mit der Epoche des gescheiterten Auf- und Umbruchs nach 1968. Sein Porträt von Holger Meins, des ersten RAF-Mitglieds,
das 1974 in Untersuchungshaft starb, ist ein berührender Abgesang auf ein dramatisches Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte.

Starbuck ist nicht nur der Name des Steuermanns in Herman Melvilles Roman "Moby Dick", sondern auch der Deckname von Holger Meins, "Steuermann" der Baader-Meinhof-Gruppe. Gerd Conradt, der wie Meins und der renommierte Dokumentarist Harun Farocki 1968 von der dffb flog und mit dem letzteren einen der wichtigsten Agit-Prop-Filme der Vietnambewegung, "Nicht löschbares Feuer" im Brechtschen Stil drehte, begibt sich auf Spurensuche. Aus Bildern, Filmen, Dokumenten und Gesprächen mit Zeitzeugen entstand einer der außergewöhnlichsten Dokumentarfilme, ein Bindeglied zwischen Vergangenheit und Gegenwart mit einer an das "direct cinema" erinnernden Ästhetik. Der Film beginnt mit einer Szene am Grab Holger Meins. Dessen Vater spricht über seinen Sohn und hat eine Betondecke einziehen lassen, damit er "in Frieden Ruhen kann". Frieden hatte der Idealist, der 1974 als 33-Jähriger an den Folgen eines Hungerstreiks starb, wenig im Leben. Der heutige Innenminister Schily und frühere RAF-Anwalt nannte seinen Tod damals eine "Hinrichtung auf Raten". Conradt gelingt das kritische und gleichzeitig verstörendes Porträt eines jungen, künstlerisch begabten Mannes, der die Welt gerechter machen wollte und dabei zum Terroristen wurde. Die Stationen seiner Existenz dokumentiert er mit Fotos, Bilder, Zeichnungen, Comics, persönlichen Briefen, Berichten, Flugblättern und vor allem durch Ausschnitte aus Meins' Filmen. Spannend vor allem die Erzählungen von Freunden und Weggefährten, darunter die dffb-Dozenten Wolfgang Petersen und Michael Ballhaus mit ihren Berichten von den wilden und chaotischen Zeiten oder Regisseur Peter Lilienthal, der Meins' Mangel an politischer Geduld bedauert. "Starbuck Holger Meins" ist 90 Minuten aufregendste Zeitgeschichte, an dessen Ende ein zutiefst deprimierendes Fazit steht - während die Beerdigungs-Teilnehmer auf dem alten Video noch hoffnungsvoll "Die Internationale" intonieren, stellt Gretchen Dutschke vor diesem Bild 27 Jahre später ganz unsentimental fest: "Jetzt haben wir eine internationale Welt mit Globalisierung, aber nicht wie wir es damals gedacht haben". mk.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
Gerd Conradt, 1941 in Schwiebus / Posen geboren, seit 1955 in Berlin (West).§1966 bis 1968 Studium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB), dort Bekanntschaft mit Holger Meins. Dreht 1982 zusammen mit Hartmut Jahn den Videofilm "Über Holger Meins, ein Versuch - unsere Sicht heute".

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