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Alle Welt redet über die Finanzkrise - aber hat auch nur ein normaler Mensch da draußen verstanden, wie das Ganze wirklich zusammenhängt? Der Dokumentarfilmer Erwin Wagenhofer präsentiert mit "Let's make Money" den Versuch einer Entstruppung: Er lässt Bänker sprechen, Finanziers, Investoren, Journalisten, Beamte, Politiker, einfache Arbeiter. Selbst mischt er sich nie ein - er informiert, ohne zu kommentieren. Und so erklären die Akteure selbst, warum an der spanischen Mittelmeerküste so viele Wohnungen leer stehen oder wieso die USA an der Armut des Landes Burkina Faso Schuld sind. In knapp 100 Minuten werden einem dabei so unglaublich viele Fakten um die Ohren gehauen, dass man sich bei weitem nicht alles merken kann. In Bezug auf den Anspruch, den Riesenknoten namens globale Finanzwelt zu entwirren, scheitert Wagenhofer ergo. Doch dem Österreicher, der dereinst mit der Doku "We feed the World" auf sich aufmerksam machte, gelingt etwas anderes: mit einem Sammelsurium an ungerechten Wahrheiten zu erschüttern, zu schockieren, zu lähmen. Ein Verdienst, der - wenn auch nicht beabsichtigt - ein großer ist. Weil: Nur, wer sich über die Dinge aufregt, wird sie verändern wollen und können. (jul)Extras: Making-of, Entfernte Szenen
Es dürfte hinlänglich bekannt sein, dass die USA den Irak-Krieg nicht deshalb führten, um die Menschheit von einem grausamen Diktator zu befreien, sondern um die Herrschaft über die gewaltigen Erdöl-Ressourcen zu gewinnen. Denn das flüssige Gold hat dem gleichnamigen Edelmetall auf der Werte-Skala längst den Rang abgelaufen.
Trotzdem beeindrucken Erwin Wagenhofers Bilder der Gegensätze: Er bringt verödete Baumwollplantagen in Afrika und zu gigantischen Hotelruinen mutierte Spekulationsobjekte an der spanischen Mittelmeerküste in Zusammenhang mit den chromblitzenden Finanzzentralen in London, New York und Frankfurt. Dort sorgen mit allen Wassern gewaschene Herren in feinem Zwirn dafür, dass die Armen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden.
Nach dem Essen kommt das Geld
Nach seinem Doku-Hit "We Feed the World - Essen global" legt Wagenhofer nun nach mit einem an aktueller Brisanz kaum zu übertreffenden Dokumentarfilm über die Art und Weise, wie findige Köpfe immer abstrusere Finanzierungsmodelle erfinden, um den Profit für einige wenige Privilegierte zu steigern.
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