Pathologien der Vernunft - Honneth, Axel

Axel Honneth 

Pathologien der Vernunft

Geschichte und Gegenwart der Kritischen Theorie

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Pathologien der Vernunft

In diesem Aufsatzband sind Beiträge versammelt, die die unterschiedlichen Ansätze der Kritischen Theorie auf ihre Tragfähigkeit und Aktualität hin überprüfen. Als Leitfaden dieser historischen Vergegenwärtigung dient die im Titelaufsatz entwickelte Idee, dass die Mitglieder der ersten Generation der Frankfurter Schule bei aller Heterogenität darin übereinstimmten, in der Gesellschaft der Gegenwart den Ausdruck einer sozialen Pathologie der Vernunft zu sehen. Wie, so wird in den Beiträgen gefragt, lässt sich eine derart weitreichende These rechtfertigen, und wie ist sie unter den gewandelten Verhältnissen noch einmal theoretisch umzusetzen?


Produktinformation

  • Verlag: Suhrkamp
  • 2007
  • Nachdruck.
  • Ausstattung/Bilder: 2007. 239 S.
  • Seitenzahl: 239
  • Suhrkamp Taschenbücher Wissenschaft Nr.1835
  • Best.Nr. des Verlages: 29435
  • Deutsch
  • Abmessung: 178mm x 109mm x 17mm
  • Gewicht: 144g
  • ISBN-13: 9783518294352
  • ISBN-10: 3518294350
  • Best.Nr.: 20949369
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 02.07.2007

Der Speer, der die Wunde schlug

Wer einen Band mit Aufsätzen über "Geschichte und Gegenwart der Kritischen Theorie" veröffentlicht, weiß, dass allein schon dieser Titel skeptische Einwände provoziert. Ist es wirklich sinnvoll, so unterschiedliche Autoren wie Max Horkheimer, Theodor W. Adorno, Walter Benjamin, Herbert Marcuse, Alexander Mitscherlich und Jürgen Habermas unter demselben Logon - Frankfurter Schule - unterzubringen, oder hat nicht die ausufernde Sekundärliteratur längst nahegelegt, dass all diese Autoren wenig mehr eint als der Hang des Universitäts- und des Medienbetriebs, Kindern denselben Familiennamen zu verpassen, selbst wenn sie von verschiedenen Eltern stammen?

Und außerdem: Geschichte der Kritischen Theorie mag ja als Thema angehen, aber Gegenwart, gar Aktualität? Zweifellos, noch immer wird ein Vortrag bei einem kulturwissenschaftlichen Kolloquium gern mit einem Adorno-Bonmot garniert, und Habermas-Zitate schmücken sogar Politikerreden. Doch was als Ornament gefällt, erweckt Misstrauen als Fundament von Theoriegebäuden.

Axel Honneth, geschäftsführender Direktor des Instituts für Sozialforschung und wichtigster …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Reserviert betrachtet Rezensent Gerd Schrader diesen Band mit Aufsätzen zur Kritischen Theorie, den Axel Honneth vorgelegt hat. Schon der Untertitel "Geschichte und Gegenwart der Kritischen Theorie" stimmt ihn skeptisch: zum einen scheint es ihm wenig sinnvoll, so verschiedene Autoren wie Max Horkheimer, Theodor W. Adorno, Walter Benjamin, Herbert Marcuse, Alexander Mitscherlich und Jürgen Habermas unter diesem Label zu vereinen. Zum anderen weckt das Thema "Gegenwart der Kritischen Theorie" sein Misstrauen. Dieses wird auch im Verlauf seiner Lektüre nicht ausgeräumt. So scheint ihm die Einheit der Frankfurter Schule nur um den Preis eines Bezugs auf gemeinsame zweifelhafte geschichtsphilosophische Prämissen zu retten zu sein. Die Frage, wie demgegenüber eine Metaphysik-freie Sozialkritik aussehen könnte und müsste, wird zu seinem Bedauern von Honneth nur in Andeutungen behandelt.

© Perlentaucher Medien GmbH
Axel Honneth ist Professor für Sozialphilosophie an der Universität Frankfurt und der Columbia University sowie Direktor des Instituts für Sozialforschung in Frankfurt (IfS).

Inhaltsangabe

Die Unhintergehbarkeit des Fortschritts. Kants Bestimmung des Verhältnisses von Moral und Geschichte Eine soziale Pathologie der Vernunft. Zur intellektuellen Erbschaft der Kritischen Theorie Rekonstruktive Gesellschaftskritik unter genealogischem Vorbehalt. Zur Idee der "Kritik" in der Frankfurter Schule Eine Physiognomie der kapitalistischen Lebensform. Skizze der Gesellschaftstheorie Adornos Gerechtigkeit im Vollzug. Adornos "Einleitung" in die Negative Dialektik Eine geschichtsphilosophische Rettung des Sakralen. Zu Benjamins "Kritik der Gewalt" Aneignung von Freiheit. Freuds Konzeption der individuellen Selbstbeziehung "Angst und Politik". Stärken und Schwächen von Franz Neumanns Pathologiendiagnose Demokratie und innere Freiheit. Alexander Mitscherlichs Beitrag zur kritischen Gesellschaftstheorie Dissonanzen der kommunikativen Vernunft. Albrecht Wellmer und die Kritische Theorie Idiosynkrasie als Erkenntnismittel. Gesellschaftskritik im Zeitalter des normalisierten Intellektuellen

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