Französische Dokumentarfilmer forschen dem Phänomen der
Outlaw-Biker hinterher und sammeln O-Töne von Beteiligten wie
Ermittlern. Keine spektakulären Neuigkeiten, aber einige
aufschlussreiche Eindrücke.
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Die Hells Angels sind ein Mythos, genau wie die Maschinen, die sie
fahren, die Harley Davidson. Doch den berühmtesten Biker-Club der
Welt umweht statt des Hauchs von Freiheit und Abenteuer immer mehr
die blutige Aura des organisierten Verbrechens. Mit ihren
Erzrivalen, den Bandidos, kämpfen sie weltweit um die Vorherrschaft
in Drogenhandel, Prostitution und anderen illegalen Geschäften. In
Europa war bis vor kurzem Deutschland das Hauptschlachtfeld für die
beiden Clubs. Es sind geheime Bruderschaften mit eigenem strengen
Ehrenkodex. Wer Mitglied werden will, muss sich demütig einem
langen Aufnahme-Prozess unterziehen. Französischen Journalisten ist
es gelungen, ihr Vertrauen zu gewinnen und einen Blick in die
verschwiegene Welt der Biker zu werfen.
Französische Dokumentarfilmer und begeisterte Hobby-Biker nähern sich dem Phänomen der sogenannten Outlaw-Biker. Beim berühmten Motorradtreffen in Sturgis, South Dakota, bestaunt man die Szene aus gebührendem Abstand und ringt einigen in der Sache kundigen Ermittlern bemerkenswerte Statements ab. Später in Europa besucht man einen Mordprozess in Duisburg, reist nach Skandinavien, wo ein Rockerkrieg um den Drogenmarkt tobt, und gewinnt schließlich das Vertrauen einiger Bandidos, die das Filmteam zu ihren Treffen einladen. Brave Doku über böse Biker. An Hells Angels kommen die Filmemacher, obwohl sie gern würden, keine fünfzig Meter ran, kriegen nicht ein Gesicht, das in die Kamera spricht, dagegen Drohung mit dem Anwalt. Die (französischen) Bandidos wiederum laden die Filmemacher in ihre Häuser ein, nehmen sie mit zur Party, ihr Präsi steht Rede und Antwort. Kann sich jeder seinen Reim drauf machen. Genau deswegen ist dieser Film dann doch recht erhellend und aufschlussreich. Für Biker, Streetgang-Romantiker, und Erforscher gewaltbereiter Subkulturen.