September und Oktober 1977 gehen als Deutscher Herbst in die
Geschichte ein. Seinen Höhepunkt erlangt er durch die Selbstmorde
der RAF-Mitglieder Baader, Ensslin und Raspe in ihren Zellen in
Stammheim. Zusammen mit Ulrike Meinhof gehörten sie zur ersten
Generation der Roten Armee Fraktion. Nicht zuletzt durch die
Ereignisse rund um die Demos beim Schah-Besuch 1967 in Berlin und
dem Tod des Studenten Benno Ohnesorg radikalisieren sie sich und
lösen durch Banküberfälle und Sprengstoffanschläge eine der größten
Fahndungen auf Bundesgebiet aus. Bernd Eichinger und sein Regisseur
Uli Edel, die schon bei "Christiane F. - Wir Kinder vom
Bahnhof Zoo" und "Letzte Ausfahrt Brooklyn"
zusammenarbeiteten, zeichnen auf Grundlage des Standardwerks des
ehemaligen "Spiegel"-Chefredakteurs Stefan Aust die
Entstehung der RAF chronologisch und bemüht um ein Höchstmaß an
Authentizität nach. Das Ergebnis ist ein packender, bisweilen etwas
unübersichtlicher Täterfilm, der ganz auf die Terroristen
fokussiert ist und einem regelrechten Schaulaufen der ersten
deutschen Schauspielgarde gleicht.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
Deutschland in den 70ern. Die radikalisierten Kinder der
Nazi-Generation, angeführt von Andreas Baader (Moritz Bleibtreu),
der ehemaligen Starkolumnistin Ulrike Meinhof (Martina Gedeck) und
Gudrun Ensslin (Johanna Wokalek), kämpfen gegen das, was sie als
das neue Gesicht des Faschismus begreifen: die US-amerikanische
Politik in Vietnam, im Nahen Osten und in der Dritten Welt, die von
führenden Köpfen der deutschen Politik, Justiz und Industrie
unterstützt wird.
Die von Baader, Meinhof und Ensslin gegründete Rote Armee Fraktion
hat der Bundesrepublik Deutschland den Krieg erklärt. Es gibt Tote
und Verletzte, die Situation eskaliert, und die noch junge
Demokratie wird in ihren Grundfesten erschüttert. Der Mann, der die
Taten der Terroristen zwar nicht billigt, aber dennoch zu verstehen
versucht, ist auch ihr Jäger: der Leiter des Bundeskriminalamts
Horst Herold (Bruno Ganz). Obwohl er große Fahndungserfolge
verbucht, ist er sich bewusst, dass die Polizei allein die Spirale
der Gewalt nicht aufhalten kann.
Drehbuchautor und Produzent Bernd Eichinger (DAS PARFUM – DIE
GESCHICHTE EINES MÖRDERS, DER UNTERGANG) brachte Stefan Austs
Standardwerk über den RAF-Terrorismus DER BAADER MEINHOF KOMPLEX
auf die Kinoleinwand. Regisseur Uli Edel (LETZTE AUSFAHRT BROOKLYN,
CHRISTIANE F. – WIR KINDER VOM BAHNHOF ZOO) inszeniert die
dramatischen Ereignisse, die von 1967 bis zum „Deutschen
Herbst" 1977 die demokratischen Grundpfeiler der
Bundesrepublik Deutschland ins Wanken brachten.
Bonusmaterial
Hörfilmfassung Stereo, Regie und Produzenten - Kommentar, Blick hinter die Kulissen (ca. 7 Min.), Darsteller-Infos
Sie wollten die Welt verändern und besser machen und endeten in blutigem Terror: Die Baader Meinhof Gruppe brachte in den 70er Jahren die Grundfesten des Staates zum Wanken. "Abenteurer" Andreas Baader (Moritz Bleibtreu), die ehemalige Starkolumnistin Ulrike Meinhof (Martina Gedeck) und die Pastorentochter Gudrun Ensslin (Johanna Wokalek) kämpften gegen die Politik in Vietnam, im Nahen Osten und in der Dritten Welt, erklärten der "imperialistischen" Gesellschaft und den führenden Köpfen der deutschen Politik, Justiz und Industrie den Krieg.
Die von ihnen gegründete RAF (Rote Armee Fraktion) knackt Autos, überfällt Banken, lässt Bomben explodieren, entführt und ermordet Repräsentanten der Gesellschaft.
Von der Protestbewegung in die Gesetzlosigkeit
Nach dem ultimativen Bestseller von Stefan Aust erzählt Uli Edel Entstehung und Geschichte der Baader Meinhof Gruppe von der Kaufhaus-Brandstiftung 1968 in Frankfurt bis zum Tod der Gefangenen im Hochsicherheitstrakt von Stammheim und der Ermordung von Arbeitgeberpräsident Hanns-Martin Schleyer. Ein fesselndes Drama, das sich nicht auf die Chronologie der Ereignisse beschränkt, sondern ein spannendes Psychogramm liefert von den verlorenen Kindern der Revolution, die sich in Radikalität, Gewalt und Gesetzlosigkeit flüchteten.
Nach "Der Untergang" packt Erfolgsproduzent Bernd Eichinger wieder ein heißes Eisen an, mit dabei die crème de la crème deutscher Schauspieler. Ein Stück deutscher Zeitgeschichte von erschreckender Realität, schonungsloser Härte und aufwühlender Emotionalität.
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Martina Gedeck, 1964 in München geboren, zählt zu den erfolgreichsten deutschen Film- und Fernsehschauspielerinnen. Nach ihrer Theaterlaufbahn, die sie an große Häuser in Frankfurt, Hamburg, Berlin und Basel brachte, wurde sie 1994 mit der Komödie Der bewegte Mann einem breiten Publikum bekannt. Seit 1997 hat sie viele Auszeichnungen erhalten, wie den Deutschen Filmpreis, den Adolf-Grimme-Preis und Die Goldene Kamera. Im 2006 Oscar prämierten Film Das Leben der Anderen spielte sie die weibliche Hauptrolle. Seit einigen Jahren ist sie auch als Hörbuchsprecherin tätig.
Videoclip zu "Der Baader Meinhof Komplex (Einzel-DVD)"
Ich habe den Film für den Geschichtsunterricht gekauft, weil die Kritiken sehr gut waren. Kann mich hier nur anschließen. Allerdings ist die Altersfreigabe ab 12 nicht ganz zu verstehen, da schon heftige Szenen vorhanden sind (besonders die prügelnden Polizisten zu Beginn des Film während des Schah-Besuchs). Zudem werden die Terroristen positiver dargestellt als sie tatsächlich waren, aber das sind Anmerkungen, die man als Lehrer als problematisch ansieht. Ansonsten ein gut gemachter Film.
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"Ihr habt sie nicht gekannt. Hört auf, sie so zu sehen, wie sie nicht waren" sagt Nadja Uhl als Brigitte Mohnhaupt gegen Ende des Films den RAF-Mitgliedern der 2. und 3. Generation, die bei der Nachricht von Baaders und Ensslins Tod nicht an Selbstmord glauben wollen. Aber wie waren die RAF-Gründungsmitglieder wirklich? Der Film versucht Antwort darauf zu geben, aber als Psychogramm der RAF-Mitglieder funktioniert er nicht, dafür wird in die fast zweieinhalb Stunden Spielzeit zuviel Stoff gepackt. Allenfalls in Ulrike Meinhofs Innenleben (wieder einmal großartig: Martina Gedeck) gewährt das Drama tiefere Einblicke. Baaders und Ensslins Hass auf die Gesellschaft wird zwar dargestellt, aber was sie wirklich zu solchen Extremen trieb, bleibt unbegreiflich. Trotzdem ist "Der Baader Meinhof Komplex" sehr sehenswert - als packende Geschichtsstunde, welche die dramatischen Jahre zwischen Schah-Besuch in Berlin und der Ermordung Hanns-Martin Schleyers mit ausgezeichneten Schauspielern möglichst authentisch in Bilder fasst. Zwar verliert man bei den vielen Ereignissen und Personen ohne Vorkenntnisse etwas den Überblick, aber grundsätzlich ist der Film sehr gut gemacht.
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