Alex Cross genießt in Washington als Polizeipsychologe ein hohes
Ansehen. Als seine Nichte Naomi spurlos verschwindet, reist er nach
Durham, North Carolina - Naomis letzten Aufenthaltsort - um das
Verbrechen aufzuklären. Dort erfährt er von fünf weiteren
Entführungs- und obendrein zwei Mordfällen. Einzig die Ärztin Kate
McTiernan konnte dem unbekannten Täter, der sich selbst
"Casanova" nennt, bisher entkommen. Kurzentschlossen
hilft sie Alex bei dessen gefährlichen Ermittlungen... Mit seiner
zweiten Regiearbeit hat der junge Amerikaner Gary Fleder ("Das
Leben nach dem Tod in Denver") versucht, an die Tradition
erfolgreicher Serienkiller-Filme wie "Das Schweigen der
Lämmer" oder "Sieben" anzuknüpfen. Trotz deutlicher
Drehbuch-Schwächen besticht der Psycho-Thriller durch seine
klaustrophobische Atmosphäre und packende Action-Szenen. Ein großes
Plus ist auch die charismatische Vorstellung der beiden
Hauptdarsteller Morgan Freeman ("Deep Impact") und Ashley
Judd ("Heat"). Gute Erfolgschancen scheinen nicht nur bei
eingefleischten Genre-Fans möglich.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
Nachdem ihr Vater auf mysteriöse Weise beim Bergsteigen ums Leben
gekommen ist, tritt Elizabeth Roffe seine Nachfolge als Leiterin
des familieneigenen Pharma-Konzerns an. Sie widersetzt sich den
Wünschen der restlichen Verwandtschaft, den Konzern gewinnbringend
an die Börse zu bringen. Auf einer Reise durch Europa werden
mehrere Mordanschläge auf sie verübt. Gemeinsam mit Inspektor Max
Hornung versucht sie herauszufinden, wer hinter den Anschlägen
steckt.
Die ungebrochene Kino-Popularität gewiefter Serienkiller bescherte dem Kriminalthriller "Denn zum Küssen sind sie da" mit 13,4 Mio. Dollar einen satten Start. Mit "Sieben" verbindet ihn nicht nur weitläufig das Genre, sondern auch der bewährte Hauptdarsteller Morgan Freeman, der hier erneut sein unfehlbares Flair von Intelligenz und Integrität einzubringen weiß. Eine ähnlich starke Frauenrolle wie Jodie Fosters FBI-Agentin in "Das Schweigen der Lämmer" wird an seiner Seite von Ashley Judd ("Heat") eingenommen, die sich angenehm vom typisch weiblichen Opferschema abhebt.
Nach dem Bestsellerroman von James Patterson, von David Klass in Drehbuchform gebracht, entfaltet sich ein typisches, mit etlichen Klischees versehenes Whodunit um einen für abgeklärte Genrefreunde nur wenig mysteriösen Mörder und Vergewaltiger mit Marquis-De-Sade-Ambitionen, der sich bescheiden nach dem größten Liebhaber aller Zeiten "Casanova" nennt. Eine weitere Schwäche neben der Durchschaubarkeit ist, daß kein packendes Psychogramm der mentalen Abgründe des Täters gezeichnet wird, das für morbide Faszination sorgen könnte. Statt dessen setzt Gary Fleder ("Das Leben nach dem Tod in Denver") eher auf klassisch-altmodische Spannungsmuster, die nicht ohne einen gewissen Charme sind. Die Ereignisse beginnen schon vielversprechend verstörend: der D.C.-Detective und Polizeipsychologe Alex Cross begibt sich nach Durham, North Carolina, als seine Nichte gekidnappt wird, um mit den dortigen Behörden zusammenzuarbeiten. Er erfährt, daß bereits sieben weitere Frauen - allesamt schön und begabt - vermißt werden und mehrere gefesselte Frauenleichen im Wald gefunden wurden. Die alleinstehende Ärztin Kate McTiernan wird von dem Psychopathen in einer angsteinflössenden Katz-und-Maus-Spiel-Sequenz aus ihrem eigenen Haus entführt und in einen unterirdischen Bunkerraum eingesperrt. Dank ihrer Kickboxkünste gelingt ihr nach einer effektiv nervenaufreibenden Verfolgungsjagd durch den Wald die Flucht. Ein Sprung in den (Fluß-)Abgrund rettet ihr das Leben. Ab diesem Zeitpunkt gerät der Film ein wenig ins Schwimmen. Ein bißchen arg wird Hitchcocks Theorie von der suspension of disbelief strapaziert, wenn das FBI beispielsweise beim Durchkämmen der Umgebung die später gut sichtbaren Verließtüren nicht findet. Die Suche von Alex mit Kate im Schlepptau (da sie als einzige Casanovas Stimme kennt und weiß, wie er sich bewegt) nimmt einen Umweg an die Westküste, wo ein Komplize und Konkurrent des Serienmörders als "Gentleman Killer" ebenfalls sein blutiges Unwesen treibt. Nach einer actionreichen Schießerei geht es wieder zurück nach Durham, wo es zur Verhaftung eines falschen Verdächtigen kommt. Bis es schließlich zur wenig aufregenden Auflösung kommt, hat "Denn zum Küssen sind sie da" seine besten Trümpfe lange ausgespielt. Regisseur Gary Fleder versteht es gekonnt, angsteinflößende, ausweglose Momente zu kreieren. Da der Killer als Stimme aus dem Off keine charismatischen Charakterzüge offenbart und seine schauerlichen Taten sich in ihrer Häufigkeit in Grenzen halten, konzentriert sich das Interesse auf Freeman und Judd (die Beziehung wurde im Gegensatz zum Buch ihrer sexuellen Komponente beraubt). Beide geben ihr Bestes, das Plausibilitätsvakuum auszufüllen, doch sie können die Löcher des Drehbuchs nur bedingt stopfen. Die perfide Idee, tatsächlich zwei Serienkiller im Wettbewerb arbeiten zu lassen, ist so clever, daß Kinobesucher sich auch nach "Das Schweigen der Lämmer", "Sieben", "Copykill" und Epigonen gern erneut auf ein Tete-à-tete mit dem Soziopathen-Monster von nebenan einlassen werden. ara.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
James Patterson wuchs in Newburgh, New York, auf, studierte englische Literatur am Manhattan College und an der Vanderbilt University. Während seines Studiums, das er mit Auszeichnung abschloss, jobbte er in einer psychiatrischen Klinik. Danach war Patterson lange Zeit Chef einer großen New Yorker Werbeagentur. Nebenher begann er mit dem Schreiben von Kriminalromanen und das mit großem Erfolg. Denn bereits für seinen Debütroman erhielt er den begehrten Edgar Allan Poe Award, Amerikas wichtigsten Krimipreis. Mittlerweile gilt James Patterson als der Mann, der nur Bestseller schreibt: In den letzten Jahren standen 63 seiner Bücher auf der New York Times Hardcover-Bestsellerliste. Seine Romane wurden bisher in 38 Sprachen übersetzt und erreichten weltweit eine Gesamtauflage von über 260 Millionen Exemplaren. James Patterson lebt heute mit seiner Familie in Palm Beach, Florida.