Engelstrompeten - Lautenbach, Birgit; Ebend, Johann

Engelstrompeten

Ein Hiddensee-Krimi. Originalausgabe

Birgit Lautenbach Johann Ebend 

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Engelstrompeten

"Regionalkrimis sind im Trend!" -- Hamburger Abendblatt

"Das Autoren-Duo Lautenbach/Ebend ist großer Fan von Hiddensee und hat dem beschaulichen Eiland schon mit seinem ersten Krimi ein Denkmal gesetzt. Ihr unaufgeregter sympathischer Stil verbindet Spannung mit einfühlsamen Landschaftsbeschreibungen." -- Petra (Extra-Heft Krimispecial)

'Ein spannender Regionalkrimi und ein großer Lesespaß.' -- Schöne Freizeit

Reetgedeckte Häuser, kreischende Möwen, malerische Steilküsten - und ein grausamer MordAn der Steilküste von Hiddensee wird eine grausam entstellte Frauenleiche gefunden: Die alte Wanda - von den einen als Heilerin verehrt, von den anderen als "Spökenkiekerweib" und Hexe verteufelt. Alles deutet auf einen tragischen Unfall hin, aber Polizeiobermeister Daniel Pieplow kann nicht glauben, dass ein Hiddenseer Urgewächs wie Wanda einfach zu nahe an die Kliffkante getreten sein soll. Doch die Nachforschungen bei den Inselbewohnern gestalten sich schwierig: Plötzlich will niemand die weise Frau so recht gekannt haben ...


Produktinformation

  • Verlag: Goldmann
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 251 S.
  • Seitenzahl: 256
  • Goldmann Taschenbücher Bd.46900
  • Deutsch
  • Abmessung: 187mm x 135mm x 22mm
  • Gewicht: 205g
  • ISBN-13: 9783442469000
  • ISBN-10: 3442469007
  • Best.Nr.: 26251932
"Regionalkrimis sind im Trend!" -- Hamburger Abendblatt

"Ein spannender Regionalkrimi und ein großer Lesespaß." -- Schöne Freizeit
Birgit Lautenbach wurde 1948 in Hamburg geboren. Sie lebt seit fast dreißig Jahren mit ihrem Mann, Kindern, Hunden und Katzen in einem Fachwerkhaus zwischen Braunschweig und Wolfenbüttel.

Leseprobe zu "Engelstrompeten" von Birgit Lautenbach; Johann Ebend

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Engelstrompeten

Wenn überhaupt jemand hätte vorhersehen können, dass sie in dieser hellen Augustnacht sterben würde, dann Wanda Sieveking selbst. Und vielleicht hätte sie es sogar zu verhindern gewusst.

Aber sie zog wie immer, wenn sie zu ihrer geheiligten Stunde am Swanti aufbrach, behutsam das Gartentor ins Schloss, das trotzdem leise in den Angeln knarrte. Sie sah in ihren Garten zurück, zuerst auf die mannshohen Königskerzen und dann auf die Rosenstöcke rechts und links der Haustür. Das gelbliche Licht der Hoflampe verlieh ihnen einen dunklen, fast kupferfarbenen Ton, der erst in der Morgendämmerung nach und nach wieder heller werden würde, bis die Blüten schließlich wie jeden Tag des Sommers granatrot vor der weißen Hauswand leuchteten. Seit Tagen nahm sie sich vor, die wuchernde Pracht zu stutzen. Wenigstens über der Tür, damit nicht jeder, der ins Haus ging oder herauskam, Gefahr lief, sich das Gesicht zu zerkratzen.

Morgen früh, dachte sie, wenn die Blüten frisch sind, weil sie in der feuchten Nachtluft Kraft geschöpft haben, werde ich wenigstens den Türstock freischneiden.

Wie zur Bestätigung ihres Entschlusses schlug sie leicht mit der flachen Hand auf den Eisenrahmen des Gartentores, dann machte sich Wanda auf den Weg Richtung Wald.

Im hohen Gras war der sandige Pfad kaum sichtbar, auf dem sie bedächtig einen Fuß vor den anderen setzte, um die schmale Spur nicht unnötig breit zu treten. Wie feiner Staub stiegen Pollenwolken auf, als sie ihre gespreizten Hände durchs hohe Gras zog. Sie genoss die Berührung der Ähren an ihren Fingerspitzen und den Duft von wilder Kamille.

Erst im Wald wurden ihre Schritte ausholender, fester, und sie spürte, wie der Weg unter ihren Füßen federte. Trotz ihrer zweiundsiebzig Jahre wirkte sie alles andere als alt. Mit ihrer großen, kräftigen Statur stand sie in jeder Hinsicht mit beiden Beinen fest auf dem Boden. Die Menschen, die ihr in fünfundvierzig Berufsjahren anvertraut gewesen waren, hatten das zupackend Verlässliche an Schwester Wanda zu schätzen gewusst. Ganz besonders aber ihr Gespür dafür, dass Zuspruch und eine tröstende Hand wichtiger sein konnten als alles andere.

Wanda wusste, wie sich die Kräfte des Lebens anfühlten. Und sie glaubte, den Tod zu kennen.

Die Energie, die er vorausschickte. Die sich ausbreitete wie Nebel über dem Meer und einhüllte, was er in seine Welt mitzunehmen beschlossen hatte.

Aber jetzt und hier, zwischen den grauen Säulen der Buchenstämme, schwieg der Tod. Gab kein Zeichen, kündigte sich nicht an. Überließ Wanda der Stille, die sie so liebte, und der Weite des Himmels über den Baumwipfeln, in der alles Schwere, Enge sich auflösen konnte.

Vom fahlen Mondschein überflossen lag der Dornbusch vor ihr, als sie am Klausner den Wald hinter sich ließ. In der bleichen Helligkeit fand sie mühelos ihren Weg. Unter dem monotonen Lichttakt des Leuchtturms hindurch, über den Honiggrund den letzten steilen Anstieg zum Swanti hinauf, bis sie hoch über dem Meer wie am Rand der Ewigkeit stand.

Im Schimmer des Mondlichts ließ sich ein Schiff als dunkler Schemen vorm Horizont ausmachen.

In der Tiefe dümpelte die See wie träge schwappendes Quecksilber zwischen den Buckeln der Findlinge. Dunkles Wasser spülte eine schmutzig weiße Schaumlinie ans Ufer und leckte einen feuchten Streifen in den Sand am Fuße des Kliffs, bevor es fast geräuschlos zurückglitt.

Hoch oben verglühte eine Sternschnuppe über allem wie ein sacht verklingender Ton.

Nirgendwo sonst ließ sich besser Abschied von den Geistern des Tages nehmen. Von dem, was sie gebracht hatten und jetzt wieder mit sich nahmen in die dunkle Höhle der Nacht.

Es gab keinen anderen Ort, an dem Wanda sich so durchströmt fühlte von der unendlichen Energie, die alle Welten miteinander verbindet, alles durchdringt und beseelt. Die nur spüren und schöpfen kann, wer sich ihr ganz überlässt.

Unter ihren nackten Füßen im Gras glaubte sie den Herzschlag der Erde zu spüren. Sie hob die Arme und bewegte sich in seinem Rhythmus langsam im Kreis, bis sie mehr erstaunt als erschrocken innehielt. Einen Wimpernschlag später wusste sie, was geschehen würde.

Ausgerechnet hier, dachte sie.

Um Viertel vor sechs schloss Polizeiobermeister Daniel Pieplow den letzten Uniformknopf.

Zehn Minuten, hatte Kästner gesagt.

Genug Zeit, um kalt zu duschen, während der Kaffee durchlief. Es kam nur selten vor, dass seine Junggesellenmarotten ihren Nutzen bewiesen. Das zum Aufguss vorbereitete Arrangement von Becher, Filter und Kaffeepulver zum Beispiel. Oder die am Abend bereitgelegte Kleidung. Boxershorts, Socken, im Winter ein T-Shirt, Uniformhose und Hemd. Was wie preußische Pingeligkeit wirkte, war nichts anderes als eine seit fast zwei Jahrzehnten bewährte Methode, trotz chronischer Morgentranigkeit vorschriftsmäßig zum Dienst zu erscheinen.

Zwei verschiedene Schuhe, Strümpfe, die nicht zueinander passten, offene Reißverschlüsse oder Pullover mit dem Etikett außen unter dem Kinn - es gab eigentlich keine Variante, die der Schüler Daniel Pieplow ausgelassen hatte. Erst der Drill in drei Jahren Polizeiausbildung hatte ihm diesen Schlendrian austreiben können.

Lothar Kästner, Polizeihauptmeister und Leiter der Hiddenseer Zwei-Mann-Dienststelle hatte Nachtbereitschaft und deswegen den Streifenwagen vor seiner Haustür in Neuendorf stehen. Genau acht Minuten brauchte er für die Strecke nach Kloster.

"Hast wieder einen Zahn zugelegt, oder?", fragte Pieplow, als er ins Auto stieg. Kästner trat gern mal aufs Gas. Bevorzugt zwischen Dünenheide und Vitter Außendeich.

"Versteht sich von selbst", gab Kästner unbekümmert zu. "Schließlich sind wir im Einsatz."

"Ganz ohne Sondersignale?", stichelte Pieplow. "Blaulicht und Martinshorn als Krönung des Polizeialltags?" Zufrieden stellte er fest, dass der Kaffee seine Wirkung tat. Nur hellwach und gut gelaunt gelang es Pieplow, den Spieß umzudrehen. Gewöhnlich war er derjenige, der sich von Kästner triezen lassen musste.

"Schön wär's, aber dem Anlass wohl nicht angemessen", bedauerte Kästner. Er umkurvte die Gutshofruine und klang tatsächlich dienstlich.

"Täter?", fragte Pieplow knapp.

"Verduftet." Kästner machte eine flüchtige Handbewegung. "Längst über alle Berge, als Alfred den Schaden entdeckt hat."

Pieplow schmunzelte. Hexen-, Baken-, Swanti-, Raben- oder Rübenberg. Genau fünf in Frage kommende Erhebungen rund um das Waldgasthaus Zum Klausner. Der höchste gut siebzig Meter. Auch für weniger sportliche Straftäter genug geeignete Routen, um über alle Berge zu verduften.

"Und was, bitteschön, gibt's da zu grinsen?" Kästner wurde schnell ruppig, wenn er glaubte, belächelt zu werden.

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