Die Kairo-Affäre - Steinhauer, Olen
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Ein grandioser Thriller über den ewigen Machtkampf in der arabischen Welt.
Ein US-amerikanischer Diplomat wird in einem Budapester Restaurant vor den Augen seiner Frau Sophie erschossen. Ein CIA-Analytiker mit libyschen Wurzeln taucht ab und verschwindet spurlos. Kurz darauf wird ein zweiter Diplomat ermordet, diesmal in Kairo. Der Arabische Frühling wirbelt die Machtverhältnisse in Nordafrika durcheinander und fordert Opfer auf allen Seiten. Sophie vermutet die Drahtzieher des kaltblütigen Mordes an ihrem Mann in Kairo und will sie ausfindig machen. Währenddessen arbeitet man bei der CIA…mehr

Produktbeschreibung
Ein grandioser Thriller über den ewigen Machtkampf in der arabischen Welt.

Ein US-amerikanischer Diplomat wird in einem Budapester Restaurant vor den Augen seiner Frau Sophie erschossen. Ein CIA-Analytiker mit libyschen Wurzeln taucht ab und verschwindet spurlos. Kurz darauf wird ein zweiter Diplomat ermordet, diesmal in Kairo. Der Arabische Frühling wirbelt die Machtverhältnisse in Nordafrika durcheinander und fordert Opfer auf allen Seiten.
Sophie vermutet die Drahtzieher des kaltblütigen Mordes an ihrem Mann in Kairo und will sie ausfindig machen. Währenddessen arbeitet man bei der CIA fieberhaft daran, eine außer Kontrolle geratene Operation zu vertuschen. Und Sophie findet sich plötzlich im Auge eines Sturms aus Gewalt und Verrat wieder.

Die Kairo-Affäre führt in die paranoide Welt der Geheimdienste, in der Information das wertvollste Gut und Vertrauen die härteste Währung ist. Ein Roman, mit dem Olen Steinhauer seinen Ruf als Meister des temporeichen wie anspruchsvollen Politthrillers untermauert.
  • Produktdetails
  • Verlag: Blessing
  • Seitenzahl: 496
  • 2014
  • Ausstattung/Bilder: 2014. 496 S.
  • Deutsch
  • Abmessung: 217mm x 140mm x 37mm
  • Gewicht: 683g
  • ISBN-13: 9783896675194
  • ISBN-10: 3896675192
  • Best.Nr.: 40017639
Autorenporträt
Rudolf Hermstein, geb. 1940, studierte Sprachen in Germersheim und ist der Übersetzer von u.a. William Faulkner, Allan Gurganus, Doris Lessing, Robert M. Pirsig und Gore Vidal. Er wurde mit dem Literaturstipendium der Stadt München sowie mehrfach mit Stipendien des Deutschen Übersetzerfonds ausgezeichnet.
Rezensionen
"Olen Steinhauer mag einen Roman aus der Welt der Geheimdienste geschrieben haben, er erzählt aber von unser aller Leben."

Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

In den Agententhrillern wird die moderne Lust an der Sprache besonders spürbar, findet Fritz Göttler, immer wird mehr und anderes gemeint als gesagt, ein "unaufhörliches Doppelspiel" löst die Wörter von ihren Bedeutungen. So auch in Olen Steinhauers "Die Kairo-Affäre", in dem - selten genug in der Literatur, weiß der Rezensent - eine Frau in die Agentenwelt eintaucht, um den Mord an ihrem Mann aufzuklären, berichtet Göttler. Sophie Kohl nutzt dabei alle Kanäle, die ihr als Diplomatenfrau offen stehen, kehrt nach Ägypten und Libyen zurück, wo sie die Revolution gegen Mubarak und Gaddafi noch selbst erlebt hatte und stößt dort auf die Spuren eines verdächtigen CIA-Projekts, fasst der Rezensent zusammen, der über die mutmaßliche Verstrickung des Geheimdienstes in die Aufstände aber noch nicht zu viel verraten will.

© Perlentaucher Medien GmbH
Besprechung von 14.07.2014
Nicht jeder will in einem kleinen Amerika leben
Spionage wird stets komplizierter: Olen Steinhauer wirft sich mit "Die Kairo-Affäre" in den Arabischen Frühling

Der menschliche Faktor, man weiß es seit Graham Greene, macht das Spionagegeschäft im Innersten so persönlich. Man kennt sich in der Branche, umkreist sich taktierend bei gemeinsamen Drinks, oder beim Mittagessen. Und wenn man etwas herausfinden möchte, muss man auf der Weinkarte bei den höheren Preisen einsteigen, auch wenn die Rechnung ein Loch in den Staatshaushalt reißt. Das ist eine der Botschaften des neuen Romans "Die Kairo-Affäre" von Olen Steinhauer. Sie kommt inmitten des überkomplexen Arrangements fast ein wenig banal daher: "Trotz der rasanten Vermehrung von Satelliten, vernetzten Datenbanken und lasergesteuerten Drohnen war Spionage nach wie vor ein menschliches Geschäft."

Die zweite Botschaft ist eine politische. Sie lautet: Der Weltpolizist, die Vereinigten Staaten von Amerika, hat den Überblick verloren, er gerät im Wettkampf der Geheimdienste unter zunehmenden Konkurrenzdruck. Noch das kleinste Land spioniert, im Roman ist das etwa Serbien, Freund und Feind sind immer schwerer zu unterscheiden.

Der Ausgangspunkt des Buches liegt Mitte Februar 2011. In Libyen zerfällt nach öffentlichen Protesten die Führung des Landes, die sich seit 1979 bedingungslos dem sogenannten Revolutionsführer Gaddafi unterworfen hatte. Der Roman setzt andernorts ein, in Langley findet der nachrangige CIA-Analyst Jibril Aziz heraus, dass fast gleichzeitig fünf oppositionelle Libyer verschwunden sind. Hat die CIA, die einst im Rahmen einer Operation mit dem Namen "Stumbler" (Stolperer) den Sturz Gaddafis plante, diese nun selbst zum Abschuss freigegeben? Aziz erhält die Erlaubnis, als Feldagent nach Libyen einzureisen, dann verschwindet er für lange Zeit aus dem Buch.

Das ist nur eines von vielen losen Enden in diesem Roman, der Spionage, Krimi und tragische Liebesgeschichte unter einen Hut bringen will und dafür in der Nach-Wikileaks-Ära seine erzählerische Position diversifiziert.

Die Hauptlast des Plots bürdet Steinhauer einer Diplomatengattin auf, eine Harvard-Absolventin wie ihr Mann Emmett. Die Hochzeitsreise führte sie 1991 nach Osteuropa und dort in den beginnenden Bürgerkrieg Jugoslawiens. Zwanzig Jahre später langweilt Sophie Kohl, als Gemahlin des stellvertretenden amerikanischen Generalkonsuls in Budapest angekommen, ihre Ehe. Sie hat eine Affäre mit einem CIA-Mann begonnen. Bei einem gemeinsamen Abendessen fliegt der Betrug auf - doch wenige Minuten nachdem Emmett seiner Frau eröffnet, er wisse über ihren Seitensprung Bescheid, erscheint ein albanischer Killer ("Ich hier wegen Sie") und erschießt den Diplomaten mitten im Restaurant.

Und damit generiert Olen Steinhauer ein Glaubwürdigkeitsproblem. Denn der alsbaldige Entschluss der Witwe, nach Kairo zurückzukehren, wo sie sich glücklich wähnte und wo sie die Quellen der Untat vermutet, führt sie in die denkbar unübersichtlichste Lage des anbrechenden arabischen Frühlings. Ihre Bestrebungen, auf eigene Faust die Wahrheit aus der Geheimdienstwelt herauszulocken, wirken bemüht. Die Frage, welche schuldhafte Rolle sie selbst bei der Ermordung Emmetts durch ihren Ehebruch einnimmt, kommt spät, aber unausweichlich. Dass sie die Kreise der Agenten stört, versteht sich.

Man kann das natürlich so lesen, als stünde Sophie Kohl paradigmatisch für die Überheblichkeit und Naivität der weißen amerikanischen Mittelschicht, die davon ausgeht, dass die ganze Welt in einer Art Amerika leben will. Und irgendwo stimmt das ja auch, selbst Jibril Aziz, dessen Vater enthauptet wurde, kommt seinem Begleitschützer John Calhoun als Vertreter dieser Haltung vor. Kurz vor Aziz' Ermordung in der Wüste wird er so von dem Söldner taxiert: "Er war bestimmt nicht der erste CIA-Mann, der ins Land kam, um mit der libyschen Opposition zu plaudern (...) Er führte sich auf, als sei er der Obermufti, der über Wohl und Wehe einer ganzen Nation entscheiden dürfte."

Orts- und Perspektivewechsel, Zeitsprünge, Erzähler mit unterschiedlichem Glaubwürdigkeitsfaktor - der 1970 in Baltimore geborene Steinhauer will ziemlich viel und alles auf einmal. Das führt dazu, dass er überkonstruiert, den Leser oft aus der Bahn wirft, ihn zum Blättern und Nachschlagen zwingt, welche Figur, welcher Name gerade verhandelt wird. Diese Durststrecken hemmen am Ende eines überlangen Finales die Begeisterung für die zweifellos vorhandene Könnerschaft des im Genre hinlänglich ausgewiesenen Autors. Dieses Rätselheft in Romanstärke aber muss man sich verdienen wollen.

HANNES HINTERMEIER

Olen Steinhauer: "Die Kairo-Affäre". Thriller. Aus dem Englischen von Rudolf Hermstein. Karl Blessing Verlag, München 2014. 494 S., geb., 19,99 [Euro].

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