Bruderdienst - Berndorf, Jacques

Bruderdienst

Roman. Mit e. Krimi-Analyse der ZEIT-Redaktion

Jacques Berndorf 

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Bruderdienst

Die westlichen Geheimdienste befinden sich in höchster Alarmbereitschaft. Der völlig verarmte Staat Nordkorea hat 300 Mercedes-Limousinen der S-Klasse bestellt. Die Hinweise mehren sich, dass das Land einen lukrativen, aber folgenschweren Deal ausgehandelt und eine Atombombe verkauft hat. Klar ist nur: Die Folgen für die Welt könnten verheerend sein. Der Bundesnachrichtendienst versucht, der Bombe auf die Spur zu kommen und die Hintergründe des Geschäfts aufzuklären. Eine hierfür geleistete Hilfestellung für den "Bruderdienst" CIA erweist sich für den BND-Agenten Karl Müller als beinahe tödliche Mission. Jacques Berndorf hat als erster Außenstehender Zugang zu den Archiven des Bundesnachrichtendiensts erhalten. Seine umfassenden Kenntnise über dessen Arbeitsweise und das zeitliche Zusammentreffen mit dem jüngsten Machtwechsel in Nordkorea machen diesen Roman zu einer Geschichte von unheimlicher, faszinierender Aktualität und Spannung. In einem exklusiven Anhang zum Buch erläutert ZEIT-Autor Christian Denso Roman und Realität in "Bruderdienst" und erklärt Arbeitsweise und politische Aufgabenstellung des deutschen Geheimdienstes BND.


Produktinformation

  • Abmessung: 21mm x 14mm x 27mm
  • Gewicht: 546g
  • ISBN-13: 9783841901637
  • ISBN-10: 3841901638
  • Best.Nr.: 35520460
"Spannend und von beinahe unheimlicher Authentizität." (SonntagsZeitung)
Jacques Berndorf - Pseudonym des Journalisten Michael Preute - wurde 1936 in Duisburg geboren und lebt seit 1984 in der Eifel. Er arbeitete viele Jahre als Journalist, u. a. für den "Spiegel" und den "stern", bevor er sich ganz dem Krimischreiben widmete. Besonders bekannt wurde er mit seinen Eifel-Krimis; für seine Verdienste um die deutschsprachige Kriminalliteratur erhielt er 2003 den Ehrenglauser.

Leseprobe zu "Bruderdienst"

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Am Ende der chaotischen Tage, als sicher schien, dass der Planet morgen noch existieren würde, kam das große Aufatmen, und man machte sich daran, Bilanz zu ziehen. Dabei gelangte man zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Im Wesentlichen gab es zwei Fraktionen. Die Gegner des Geheimdienstes behaupteten steif und fest, die Truppe des BND mit ihrem Chef Krause habe unendliches Glück gehabt, mit vollen Händen in den dicken Schlamm gegriffen und ausgerechnet das gefunden, was sie zu finden gehofft hatte. Die Befürworter des Dienstes waren dagegen der Meinung, dass allein die genialen Projektionen und Rückschlüsse der Profis die Katastrophe abgewendet hätten.

Diejenigen, die die nervtötende und zuweilen brutale Arbeit verrichtet hatten, schwiegen, was ihnen prompt als Arroganz ausgelegt wurde. Dabei wurde übersehen, dass Geheimdienstler niemals an die Öffentlichkeit treten. Übersehen wurde auch, dass den Opfern, die diese Affäre gekostet hatte, zu keinem Zeitpunkt die letzte Ehre erwiesen worden war.

Die ganze Geschichte begann an einem Montagmorgen, ziemlich exakt um 8.30 Uhr. Krause bereitete eine Konferenz vor, die am folgenden Morgen stattfinden sollte und bei der es um gewisse heikle Vernehmungen in Guantanamo gehen würde. Das ungesicherte grüne Telefon auf seinem Schreibtisch läutete.

"Ja, bitte?", meldete er sich, verärgert über die Störung. "Spreche ich mit Wiedemann?", fragte eine männliche Stimme.

"So ist es. Und wer sind Sie?", fragte Krause.

"Mein Name tut hier nichts zur Sache", entgegnete der Anrufer. "Ich habe vorletztes Jahr auf einer Konferenz in Frankfurt einen Vortrag von Ihnen gehört. Es ging um Sicherheit im Bereich der Industrie, und Sie baten darum, angerufen zu werden, falls uns in unserem Tätigkeitsbereich irgendetwas Ungewöhnliches auffiele."

"So formuliere ich das in der Regel", bestätigte Krause. "Und worum genau geht es?"

"Um einen Auftrag aus Nordkorea", sagte der Mann. "Also des Staates Nordkorea, genauer gesagt."

"Oha!" Krause klang jetzt aufmerksamer. "Was wurde denn in Auftrag gegeben?"

"Also, bestellt wurden dreihundert Einheiten, um genau zu sein, dreihundert Autos. Und, ehrlich gesagt, haben wir uns erst einmal kaputtgelacht."

Krause ließ zehn Sekunden vergehen, ehe er amüsiert reagierte: "Das Geld dafür werden Sie nie kriegen, das können Sie abschreiben. Und ich kann es Ihnen auch nicht beschaffen."

"Ja, ja, das dachten wir anfangs auch. Aber seit gestern sind wir um einundzwanzig Millionen Euro reicher."

"Wie meinen Sie das?", fragte Krause interessiert.

"Nordkorea hat den Mengenrabatt gleich eingerechnet und für einen Wagen siebzigtausend Euro veranschlagt, mal dreihundert macht das einundzwanzig Millionen. Das heißt, die Ware wurde im Voraus bezahlt."

"Ist das denn normal?" Krause wusste, dass die Frage von sträflicher Naivität war, aber er brauchte Zeit, um die Flut seiner Gedanken zu ordnen.

"Keineswegs, und schon gar nicht bei den Nordkoreanern.

Der Staat ist doch pleite. Ich habe hier eine Liste der schwarzen Löcher, wie wir das nennen. Und Nordkorea gilt in Geschäftskreisen unbestritten als das schwärzeste Loch auf dem Globus."

Krause brauchte noch mehr Zeit zum Nachdenken, also sagte er: "Sie sollten sich über das Geschäft freuen."

Der Mann gluckste erheitert. "Das tun wir auch, Herr Wiedemann, das können Sie glauben. Die Frage ist nur: Woher stammt das Geld?"

"Eins nach dem anderen, bitte. Sie sagten, es gehe um dreihundert Autos, richtig? Was sind denn das für Autos?"

"Ausgesprochen gute. Die S-Klasse. Es geht um den S-420-CDI, ein Achtzylinder-Diesel mit 320 PS, langer Radstand. Da kostet einer ohne ein einziges Extra schon achtzigtausend Euro."

"Von wem kamen denn die einundzwanzig Millionen?"

"Von der China-International", sagte der Mann. "Aber die Chinesen würden den Nordkoreanern doch keine einundzwanzig Millionen schenken, oder?"

"Sie nehmen also an, die Nordkoreaner haben plötzlich Cash?", murmelte Krause.

"Genau das. Und deshalb rufe ich an."

"Kann ich das Ganze schriftlich haben? Ohne Unterschrift natürlich. Auf einer Seite ohne Briefkopf?"

"Ja, das geht klar", sagte der Mann nach kurzem Zögern.

"Und vielen Dank auch." Nachdem Krause das Gespräch beendet hatte, sagte er laut in die Stille seines Büros: "Macht mir nicht das Hemd am Flattern!" Zuweilen fiel er haltlos in das Idiom seiner Vaterstadt zurück, aber nur, wenn er sicher war, allein zu sein. Er war Dortmunder.

Krause wählte den Apparat auf dem Tisch seines Präsidenten an und erklärte ohne Umschweife: "Wir haben hier Gefahr im Verzug. Nordkorea hat dreihundert Mercedes-Limousinen der S-Klasse bestellt und im Voraus bezahlt. Einundzwanzig Millionen Euro. Wir sollten uns fünf Minuten Zeit zum Nachdenken nehmen."

"Dann kommen Sie her!"

Vor der Tür des Präsidenten kam es zu einem kurzen Stau, weil der Präsident eine Besuchergruppe abrupt und ohne jede Erklärung entlassen hatte. Die Leute standen jetzt führungslos und verunsichert im Dämmerlicht des Flurs herum. Krause murmelte gleich mehrere Male Guten Morgen, drängte sich an ihnen vorbei, glitt in den Raum und setzte sich unaufgefordert in einen der dunklen Ledersessel.

"Ich weiß, ich weiß", sagte der Präsident lächelnd. "Sie haben immer schon vermutet, dass es eines Tages so kommen könnte. Und jetzt scheint es eingetreten. Was genau bedeutet das jetzt für uns?"

"Ein paar Tage konzentrierte Arbeit und die sofortige Bildung eines kleinen Apparates."

"Eine heikle Sache, nicht wahr?"

"Das kann man wohl sagen."

"Das Bundeskanzleramt?"

"In jedem Fall, wenn Sie mich fragen."

"Okay." Der Präsident drückte einen Knopf und sagte übergangslos: "Ich weiß, meine Liebe, dass ich dir auf den Wecker gehe, aber wir brauchen deine Chefin. Irgendwann heute, für zehn Minuten. Das muss sein und ist unaufschiebbar." Er hörte ein paar Sekunden zu und sagte dann: "Ich liebe euch alle." Zu Krause gewandt, flüsterte er: "Wir fahren in zehn Minuten los, sie ist nicht mehr lange zu fassen." Der Präsident war ein Mann, der liebend gern mitten im Chaos stand, der aufblühte, sobald irgendwo massive Probleme auftraten. "Und ziehen Sie sich ein Jackett über", schickte er Krause überflüssigerweise hinterher.

Zehn Minuten später saßen sie im Dienstwagen. Der Fahrer schaffte die Strecke zum Kanzleramt in weniger als zwanzig Minuten, wobei Krause still voraussetzte, dass der Mann das schon hundertmal geübt hatte. Im Wagen wurde kein Wort gesprochen, mit Ausnahme eines Statements des Präsidenten: "Ich wünschte, Sie hätten weniger häufig recht."

Es gab den üblichen Einzug der Gladiatoren, bei dem im Foyer alle den Kopf hoben und gleich darauf wieder senkten, als sei es ihnen verboten, auch nur das Geringste zu bemerken.

Sie fuhren nach oben.

Die Kanzlerin saß hinter ihrem Schreibtisch und trug eine orangefarbene Jacke von dem Zuschnitt, den Krause immer als bedenklich einfallslos bezeichnete.

"Setzen Sie sich. Und bitte keine Katastrophen. Machen Sie es bitte kurz und übersichtlich."


Kundenbewertungen zu "Bruderdienst" von "Jacques Berndorf"

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Bewertung von Wisser am 12.01.2008   ausgezeichnet
Das Buch ist spannend und mitreißend geschrieben. Es setzt sich aus der Masse der amerikanischen Heldenbücher deutlich ab. Hier sind zur Abwechslung mal nicht der deutsche Geheimdienst die Dummen, die Russen die Bösen, die Israelis die Hinterlistigen oder Opfer und die Amerikaner die Helden.
Die Handlung bleibt immer überschaubar und ist leicht nachvollziehbar.
Alles in allem einer der besten Romane die ich in der letzten Zeit gelesen habe.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch

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