Srebrenica. Ein Prozeß - Bogoeva, Julija

Julija Bogoeva 

Srebrenica. Ein Prozeß

Dokumente aus dem Verfahren gegen General Radislav Krstic vor dem Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag

Hrsg. v. Julija Bogoeva u. Caroline Fetscher
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Produktbeschreibung zu Srebrenica. Ein Prozeß

In Srebenica wurde der schlimmste Massenmord in Europa seit 1945 verübt.
Diese erste Dokumentation eines Prozesses am Den Haager Jugoslawien-Tribunal zeichnet das Verbrechen anhand von Zeugenaussagen nach.

Im Juli 1995 wurden 7500 muslimische Jungen und Männer aus der UN-Schutzzone Srebrenica verschleppt und in einer systematisch durchgeführten Aktion umgebracht. Sechs Jahre später geht vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag die Verhandlung über den größten Massenmord in Europa seit dem zweiten Weltkrieg zu Ende. Ein General der bosnischen Serben, Radislav Krstic, wird wegen Völkermords zu 46 jahren Haft verurteilt - das erste Urteil dieser Tragweite seit den Nürnberger Prozessen. Das Gericht gilt wie das Ruanda-Tribunal als Vorläufer eines Weltstrafgerichtshofes. Die Vernehmungsprotokolle von Überlebenden und Angehörigen der Opfer, von Tätern, Tatzeugen und Gutachtern, die der Band versammelt, fügen sich zu einem Bild dessen, was in Srebrenica geschah. Sie gehören zu den erschütterndsten Dokumenten unererer Gegenwart. Wer sich von der Arbeit des Tribunals einen eigenen Eindruck verschaffen will, wird auf dieses Buch nicht verzichten können.

Produktinformation


  • Verlag: Suhrkamp
  • 2009
  • Nachdr.
  • Ausstattung/Bilder: Nachdr. 2009. 363 S. m. Fototaf.
  • Seitenzahl: 361
  • Edition Suhrkamp Nr.2275
  • Best.Nr. des Verlages: 12275
  • Deutsch
  • Abmessung: 178mm x 111mm x 19mm
  • Gewicht: 314g
  • ISBN-13: 9783518122754
  • ISBN-10: 3518122754
  • Best.Nr.: 10295597

Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Engagiert bespricht Christian Schmidt-Häuer, selbst Beobachter des Kriegsverbrecherprozesses in Den Haag, diese aus "10.200 Seiten Protokollen, Beweisunterlagen und forensischen Gutachten" getroffene Auswahl der beiden Journalistinnen aus Belgrad und Berlin. Schmidt-Häuer zitiert eingangs aus Zeugenaussagen und erinnert den Leser an das "bisher schlimmste Debakel der Vereinten Nationen und der Nato, die dunkelste Stunde Europas nach dem Zweiten Weltkrieg". Durch dieses Buch fühlt er sich "noch einmal in Bann" gezogen, und zwar nicht nur durch die beklemmenden Taten, von denen hier die Rede ist, sondern auch durch den Blick auf das hartnäckige Bemühen der Richter und Ankläger, "viele Amerikaner unter beiden", um Aufklärung und Rechtsprechung: "ernste, einer Kultur der internationalen Rechenschaft verpflichtete Frauen und Männer". Damit zeigt Schmidt-Häuer sich als Warner nicht nur vor generalisierenden Äußerungen über Amerikaner, sondern schließlich auch vor einem drohenden "Kriegsabenteuer Irak".

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 02.12.2002

Wenn das Böse siegt
Das Massaker von serbischen Truppen an Muslimen in Srebrenica ist auch eine Schande für die UN
JULIJA BOGOEVA, CAROLINE FETSCHER (Hrsg.): Srebrenica. Ein Prozess, Suhrkamp Verlag, Frankfurt 2002. 280 Seiten, 13 Euro.
Das Wort Srebrenica hat sich längst von jener Kleinstadt im Osten Bosniens gelöst, die diesen Namen trägt. Srebrenica ist zur fast schon abstrakten Chiffre geworden für schlimmste Kriegverbrechen und Völkermord, für die Abgründe der Balkan-Kriege und für das Versagen der internationalen Gemeinschaft beim Schutz hilfloser Menschen. Dabei droht in Vergessenheit zu geraten, was konkret geschah in jenen heißen Juli-Tagen des Jahres 1995, als serbische Truppen die kaum geschützte UN-Schutzzone Srebrenica überrannten und die muslimischen Bürger und Flüchtlinge erniedrigten, quälten, verjagten und meuchelten.
Mancher versucht heute bereits, die Grenze zwischen Opfern und Tätern zu verwischen. Gerade erst verkündete der jugoslawische Ex-Präsident Slobodan Milosevic vor dem Haager Kriegsverbrechertribunal seine Wahrheit über Srebrenica: Danach heckten der französische Geheimdienst und die bosnischen Muslime das …

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Julija Bogoeva, Juristin, Mitbegründerin der unabhängigen Belgrader Nachrichtenagentur Beta, berichtet seit 1996 vom Tribunal.

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