Jokehnen oder Wie lange fährt man von Ostpreußen nach Deutschland? (3 Discs)
Bildformat: 4:3
Sprache / Tonformat: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Mono)
Ländercode: 2
August 1934. Das kleine Dorf Jokehnen, irgendwo zwischen Angerburg
und Insterburg in Ostpreußen. Es ist ein fiktives Dorf. Der
Nationalsozialismus dringt schleichend aber unaufhaltbar in die
funktionierende dörfliche Kultur ein. Protagonisten des Films sind
der kleine Hermann Steputat (Jona Mues, Gregor Reisch, Christian
Müller-Stahl), sein Vater Karl (Armin Müller-Stahl) und seine
Mutter Martha (Ursela Monn).
Hermann Steputat, kommt ausgerechnet am 2. August 1934 zur Welt.
Das ist der Tag, an dem Reichspräsident Paul von Hindenburg
verstirbt und Adolf Hitler endgültig zum uneingeschränkten Diktator
in Deutschland aufsteigt. Seine ersten Kindheitsjahre verbringt
Hermann unbeschwert. Er kommt in die Jokehner Dorfschule und wird,
wie alle Jungen in seinem Alter, in die Hitler-Jugend geschickt.
Probleme gibt es anfangs keine, auch nicht als der Zweite Weltkrieg
ausbricht. Doch allmählich machen sich Krieg und Rassenpolitik der
Nazis bemerkbar. Parteiuniformen, Abzeichen, Hakenkreuzfähnchen,
NS-Trachten, Braunhemden, Pimpfhosen und andere Insignien der Nazis
bestimmen mehr und mehr das äußere Bild. Nach Jokehnen kommen auch
zunehmend Kriegsgefangene aus den besetzten Ländern, außerdem
Familien aus Großstädten, die in Ostpreußen Schutz vor den immer
stärker werdenden Luftangriffen der Alliierten suchen. Der
Russland-Feldzug ist in vollem Gange und es gibt die ersten
gefallen Dorfbewohner. Ende 1944 steht dann die Rote Armee vor
Ostpreußen. Im eiskalten Winter 1945 schließlich marschiert sie
auch in Jokehnen ein und das ganze Dorf versucht zu flüchten, doch
der Treck wird von den heranrückenden Sowjets gestoppt. Die
männlichen Dorfbewohner sollen nach Sibirien verfrachtet werden,
alle anderen dürfen ins zerstörte Jokehnen vorerst
zurückkehren.
Für Hermann bricht eine Welt zusammen: Alle Deutschen müssen
Jokehnen binnen zwei Stunden verlassen und sich auf eine Zugreise
nach Westen, nach Deutschland machen. Alleine, ohne Eltern oder
Freunde, muss er seinen Weg fortsetzen ...
Arno Surminski 1934 in Jäglack (Ostpreußen) geboren, arbeitet seit 1972 freiberuflich als Wirtschaftsjournalist und Schriftsteller. Er hat neunzehn Romane und Erzählbände veröffentlicht, darunter die Bestseller "Jokehnen", "Sommer vierundvierzig" und die Erzählbände "Aus dem Nest gefallen" und "Die masurischen Könige". 2008 erhielt Arno Surminski den Hannelore-Greve-Literaturpreis.
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