Von den Kriegen - Emcke, Carolin

Carolin Emcke 

Von den Kriegen

Briefe an Freunde. Das politische Buch des Jahres

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Von den Kriegen

Carolin Emcke schreibt Briefe von den Rändern, aus den vergessenen Gegenden der Welt. Die Rückseite der offiziellen Reportagen und bewegender Einblick in den Alltag von Krieg und Gewalt, persönlicher Bericht, Essay und schonungsloses Zeugnis der Realität.

Unterwegs in den Krisengebieten der Welt. Wie gehen Menschen mit Krieg und Gewalt um, was verändert sich angesichts des fremden Leids im Berichterstatter, welche Rolle kommt dem Zeugen zu? Carolin Emcke schreibt in ihren Briefen von Orten, die aus dem Blickfeld der Medien geraten sind, obwohl Krieg und Leid dort andauern: vom endlosen Bürgerkrieg in Kolumbien, von der Sklavenarbeit in den Freihandelszonen Nicaraguas, vom Überlebenskampf der Straßenkinder in der Kanalisation von Bukarest, von den serbischen Massakern an Kosovo-Albanern und den Vergeltungsanschlägen an Serben, dem Anschlag auf das World Trade Center am 11. September und den Kriegen in Afghanistan und im Irak.


Produktinformation

  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt
  • 2006
  • Ausstattung/Bilder: 2006. 313 S. m. Übers.-Ktn.
  • Seitenzahl: 313
  • Fischer Taschenbücher Bd.16248
  • Deutsch
  • Abmessung: 188mm x 126mm x 27mm
  • Gewicht: 330g
  • ISBN-13: 9783596162482
  • ISBN-10: 3596162483
  • Best.Nr.: 14089770
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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

FAZ-Feuilletonchef Frank Schirrmacher ist beeindruckt von den Reportagen der Spiegel-Redakteurin Carolin Emcke. Ihre Geschichten aus Krisen- und Kriegsgebieten (Afghanistan bis Kosovo) haben ihn "auf fast jeder dieser knapp 320 Seiten" ergriffen und nicht mehr losgelassen. Das Buch scheint ihn fast in eine Sinnkrise getrieben zu haben: Bereits auf den ersten Seiten jedes Reports kassiere die Autorin die diffuse Allwissenheit, mit der die Medien - Schirrmacher meint wohlt die Feuilletons - über Kriege sinnieren: "nach der Lektüre (ist) etwas da, was es vorher nicht gab: Weltverständnis und selbstreflexiver Zweifel über ein Milieu, das sich intellektuell damit vergnügt, die Fotos von Abu Ghraib mit Foucault aufzurüsten, ohne je der Welt der Tatsachen begegnet zu sein". Schirrmacher lobt die Recherchekunst Emckes, aber auch die "hohe, immer wieder ausbrechende und immer wieder gezügelte Emotionalität" des Buchs. Die Welt, die Emcke betrete, habe vorher noch niemand betreten, "und seien Tausende von CNN-Reportern durch den Staub des Irak gezogen". Der Rezensent bescheinigt der Autorin auch einen "mit allen Gender- und Triebtheorien versehenen" Intellektuellen-Status. Vor allem aber hat Emcke ihre Reportagen als Briefe an Freunde formuliert - mit diesem "Kunstgriff" ist ihr ein Buch gelungen, "das authentischer nicht sein könnte", lobt unser Rezensent.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 19.09.2004

Die Stimmen der Stummen
Die Reporterin Carolin Emcke berichtet aus Krisengebieten. In ihren Briefen schrieb sie, was nicht in die Zeitung kam

Sie wurde auf diesen Reisen mit allem beschossen, was die moderne Waffentechnik hergibt, aber sie schreibt voller Bestürzung über einen Hund: "Zum ersten Mal im Leben bin ich von einem Hund gebissen worden."

Dieser Hund gehörte Alberto, einem Bewohner der Favelas von Nicaragua, wo es keine Straßennamen, keine Adressen und kein Recht gibt. Sie hatte Alberto begleitet, den ganzen langen Weg von der Fabrik nach Hause, wo sich längst kein Transportmittel mehr hinwagt, und da stand sie, vor der leeren Wellblechhütte, in der er mit neun Kindern haust, und unterhielt sich, dann kam der Hund und biß zu. Es war eine ungewohnte Situation für das Tier: Noch nie war jemand zu Besuch gekommen. "Wendekreis des Elends" nennt Carolin Emcke das: Die Elenden besuchen sich höchstens untereinander.

Um diesen Wendekreis zu durchbrechen, reist sie. Als Auslandsreporterin für den "Spiegel" fährt die 37jährige promovierte Philosophin an Orte, aus denen die, die es noch können, flüchten. Sie gehorcht keiner …

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Carolin Emcke, geb. 1967, studierte Philosophie, Politik und Geschichte in London, Frankfurt und Harvard; während des Studiums freie Mitarbeit beim Fernsehen, Promotion in Philosophie, seit 1998 Redakteurin beim "Spiegel" und als Auslandsredakteurin in vielen Krisengebieten unterwegs. 2003/2004 Visiting Lecturer für Politische Theorie an der Yale University; zahlreiche Veröffentlichungen, zuletzt "Kollektive Identitäten. Sozialphilosophische Grundlagen". Carolin Emcke lebt in Berlin.

Leseprobe zu "Von den Kriegen"

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