Hätten Indiana Jones und Lara Croft männlichen Nachwuchs, dann wäre
er wie Nathan Drake: ein Bilderbuchschatzsucher, den das Schicksal
zum Helden eines Actionabenteuers voller Tempel, Geheimnisse und
Gefahren macht. Ein Hinweis auf dem 400 Jahre alten Sarg des
englischen Freibeuters Sir Francis Drake führt Nathan in den
Pazifik, wo er den Goldschatz von Eldorado zu finden hofft. Die
Anreise endet in einem Desaster: Moderne Piraten umkreisen Nathans
Kutter mit Schnellbooten, feuern, entern und jagen das Schiff in
die Luft. Abrollen, zielen, schießen, Deckung nutzen, das wird
einem im Rahmen dieses ersten Zehn-Minuten-Trainings beigebracht.
Dann ist alles vorbei, und Nathan findet sich im Dschungel einer
unbekannten Insel wieder. Und jetzt? Durchschlagen! Zwar kann
Nathan oft auf tatkräftige Unterstützung durch wechselnde Partner
zählen, die Hauptarbeit bleibt trotzdem an ihm bzw. dem Spieler
hängen. Und so entfaltet sich eine abwechslungsreiche Mischung aus
waghalsigen Klettereien, klug inszenierten Schießereien und
reihenweise Hinguckern. Wenn sich mächtige Tempeltore ächzend
öffnen und uralte Artefakte in Slow Motion bersten, dann lässt die
PlayStation 3 die Muskeln spielen.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
Keine andere Exklusivproduktion demonstriert so kompromisslos, was die Sony-Konsole an lebendiger Grafik und brachialem Sound hervorbringen kann. Die detailreiche Zeichnung der Kulissen und das kontrastreiche Wirken von Licht und Schatten verdienen Applaus, das punktuell etwas sterile Design weniger. Auch die Erzählstruktur weist Schwächen auf. Die zickige Kameraführung verlangt oft nach eigenhändiger Justage. Außerdem setzen Klettereien und Geschicklichkeitsprüfungen geübte Reflexe voraus. Fazit: Naughty Dogs aufwendiges Actionabenteuer wird den Erwartungen der PlayStation-3-Community gerecht. Die flüssige Inszenierung und die nahtlose Aneinanderreihung vieler Höhepunkte überstrahlen manche Schwäche.