Quelle/Copyright: Game-Captain-Besprechung
Sie sind gelb, sie sind lustig - und sie müssen mal wieder für eine Umsetzung herhalten. Frühere Versuche auf allen erdenklichen Plattformen waren rein qualitativ oft nicht unbedingt von Erfolg gekrönt (mit Schaudern erinnere ich mich an eines meiner ersten GameBoy-Spiele zurück), doch dieses Mal wird alles besser. Vorhang auf für die Chaotenfamilie aus Springfield!<br/><br/><strong>Das ganze Leben ist ein Spiel</strong><br/><br/>Eine eigens für die Umsetzung geschriebene 'Folge', die zwischendurch häppchenweise in Form richtiger Zeichentrick-Sequenzen weitererzählt wird, bildet die Rahmenhandlung des Spiels. Kurz gefasst (all die verrückten Ideen muss man einfach selbst miterleben): Bart kriegt unter mysteriösen Umständen die Anleitung zum 'Simpsons-Game' in die acht Stummelfingerchen, woraufhin seine schräge Sippschaft nach und nach ihre individuellen Superkräfte entdeckt und im Kampf gegen Schlägertypen, Umweltsünder, verrückte Entwickler und andere zwielichtige Gestalten zum Einsatz bringt. Eine weitere Invasion durch die Aliens Kang und Kodos darf dabei genauso wenig fehlen wie der Besuch verschiedener Welten zu beliebten Spielegenres.<br/><br/><strong>'Mit meinem Mut und deinem Übergewicht schaffen wir alles.'</strong><br/><br/>Springfield als frei begehbare Oberwelt fehlt in der Handheld-Version. Stattdessen wird die Heimat der Familie hier lediglich als Übersichtskarte präsentiert, von der aus man Missionen unterschiedlichen Umfangs startet, welche in dieser Version noch mal eine ganze Ecke Jump&Run-lastiger ausfallen. Außer im kurzen Tutorial sind die Simpsons immer zu zweit unterwegs (Baby Maggie, das huckepack mit Mama Marge reist, übrigens nicht mitgezählt). Die Besetzung innerhalb der jeweiligen Episoden ist fest vorgegeben. Und das nicht ohne Grund: Wie es sich gehört, hat jeder Held so seine Besonderheiten.<br/><br/>Vater Homer ist ja bekanntlich... nun ja, etwas zu klein für sein Gewicht. Passend dazu kann er sich nach ausreichendem Nahrungsmittelverzehr in eine fette Kugel verwandeln, die etwa Hindernisse plattwalzt oder dank Rampe über Abgründe düst. Im späteren Spielverlauf lässt sich der vollschlanke Herr des Hauses außerdem zum Heliumballon aufpumpen.<br/><br/>Rotzbengel Bart alias 'Bartman' hantiert mit seiner Zwille, kann per Cape schweben oder via Enterhakenschwung entlegene Orte erreichen. Wunderkind Lisa nutzt die Kraft der Meditation: An bestimmten Stellen kann sie die so genannte 'Hand Buddhas' aktivieren, die wohl nicht nur zufällig an das göttliche Gegenstück aus <strong>Black & White</strong> erinnert, um beispielsweise Objekte zu bewegen oder sich sogar selbst nach oben zu heben.<br/><br/>Mama Marge übt Selbstjustiz und zieht gegen das böse, böse Videospiel Grand Theft Scratchy in die Schlacht - genau wie andere rechtschaffene Bürger vom Schlage eines Ned Flanders. Per Megaphon ruft Marge ihre Verbündeten zusammen, hetzt sie auf Knopfdruck in Richtung Feind oder lässt den aufgebrachten Mob Werbeflächen zu GTS demolieren. Das grundlegende Prinzip dieser Abschnitte muss man sich in etwa so vorstellen wie bei <strong>Overlord</strong> oder Nintendos <strong>Pikmin</strong>, nur deutlich vereinfacht. Schnullerkind Maggie kommt nur selten zum Einsatz, um Schalter in engen Gängen zu betätigen.<br/><br/><strong>Alles etwas unkomplizierter</strong><br/><br/>Im Gegensatz zum Konsolen-Pendant, wo man selbst entscheidet, wann die Figur gewechselt wird, springt das DS-Spiel lediglich nach dem Betätigen von speziellen Schaltern automatisch zum anderen Helden. Dadurch verliert das Geschehen etwas an Reiz, zumal so auch der spaßige Zwei-Spieler-Koop-Modus entfällt.<br/><br/>Das Leveldesign wurde ebenfalls teilweise simpler gestaltet, manche ausgewachsenen Episoden der Xbox 360-/PS3-Version werden gar nur in Minigame-Form oder überhaupt nicht präsentiert. So muss man etwa angreifende Killerdelfine stupide mit Lisas überdimensionaler Hand wegschleudern statt einen richtigen Level zu erkunden. Dieser Abstecher kann, genau wie eine Flussüberquerung im <strong>Frogger</strong>-Stil und ein <strong>Space Invaders</strong>-Klon, außerhalb der Story für Highscores wiederholt werden. Ansonsten dominiert über weite Strecken bewährtes Jump&Run-Gameplay inklusive Plattformen, Sägeblätter-Gefahren und tödlichem Wasser, kombiniert mit vielen übermotivierten Feinden.<br/><br/><strong>Schmunzeln garantiert</strong><br/><br/>Das Simpsons-Game ist eine wahre Wundertüte voller Anspielungen und Gags. Das Kleinstadtleben, die Spieleindustrie (unter anderem inklusive Selbstironie angesichts des EA-Sequel-Wahns), bekannte Filme und andere populäre Themen werden gnadenlos und urkomisch im typischen Simpsons-Stil durch den Kakao gezogen. Auf dem DS hat die Detailverliebtheit aber spürbar gelitten. Dieser Tatsache sind unter anderem witzige Plakate und viele andere Vorzüge der 'großen' Versionen zum Opfer gefallen, wodurch das eher unspektakuläre Gameplay stärker ins Gewicht fällt. Auch kleine Steuerungsschwächen machen sich bemerkbar, beispielsweise wenn die Buddha-Hand nicht gleich ordentlich zugreift.<br/><br/>Um die Motivation auch nach dem Ende der ziemlich kurzen Story noch eine Weile aufrechtzuerhalten, haben die Entwickler ein paar Multiplayermodi für bis zu vier Teilnehmer eingebaut, in denen sich zum Beispiel mehrere Barts ein Schleudergefecht liefern oder Homers um den goldenen Donut kämpfen.<br/><br/>Eine nette Idee ist außerdem Pet Homer, eine Art eingebautes Tamagotchi, für das man im Spielverlauf einige Extras freischalten kann: Der faule Kerl hockt auf der Couch und ist durch Essen, Elektroschocks und anderen Kram zu diversen lustigen Reaktionen zu bewegen.<br/><br/><strong>Bekannte Klänge</strong><br/><br/>Die Zeichentrick-Zwischensequenzen sind ein echtes Highlight, zumal die deutschen Original-Sprecher der Serie zum Einsatz kommen. Das auch innerhalb des eigentlichen Spiels, wobei sich die genialen Sprüche jedoch des Öfteren wiederholen. Kleiner Wehrmutstropfen: Liebhaber der US-Variante müssen leider auf die englischen Stimmen verzichten. Im direkten Vergleich mit der NextGen-Variante fällt darüber hinaus auf, dass ein paar Szenen - wie auch die spielbaren Levels - nur in verkürzter Form oder gar nicht vorhanden sind.<br/><br/>Der Soundtrack, natürlich unter anderem mit der bekannten Titelmelodie, ist immer perfekt auf die Ereignisse abgestimmt.<br/><br/>Grafisch kommt das Spiel der Vorlage ebenfalls recht nah und überzeugt durch authentische Hauptfiguren und abwechslungsreiche Szenarien in knalligen Farben. An Gegnervarianten wurde dafür aber anscheinend ein wenig gespart, die Animationen wirken nicht flüssig genug und insgesamt kann die DS-Version ihren großen Geschwistern eben einfach nicht das Wasser reichen.<br/><br/><strong>Fazit</strong>: Abgespeckte Inhalte und schlichtere Technik sind angesichts der Hardware natürlich durchaus verständlich, fallen beim Simpsons-Game aber besonders negativ ins Gewicht, weil gerade das pfiffige Drumherum viel vom Reiz der Umsetzung ausmacht. Wenn möglich sollten Fans daher zur Version für die NextGen-Konsolen greifen.<br/><br/>Für unterwegs ist das bunte Chaos aber zumindest während der eher kurzen Dauer des ersten Durchspielens ein netter Zeitvertreib, noch dazu mit für DS-Verhältnisse sehr umfangreicher Sprachausgabe.<br/><br/><strong>Wertung</strong>: 70 von 100 Punkten<br/><br/>(Christina Schmitt/GameCaptain.de)
Quelle/Copyright: Game-Captain-Besprechung
Hervorhebung verdient der Koopmodus für zwei Spieler an einem Splitscreen. Übertrieben, sarkastisch, oft ein bisschen gemein: Der Titel fängt den anarchistischen Charme der TV-Serie erfolgreich ein, würzt die Abläufe mit erlebenswerten Lachern und Ansagen. Originaltreue wird groß geschrieben. Die flüssig animierte Cel-Shading- Grafik bleibt nah am TV-Vorbild, die Figuren werden von den vertrauten Synchronstimmen gesprochen, auch in der deutschen Version. Fazit: Zwar erfindet das Game zur "Simpsons"-Serie das Rad nicht neu, und auch die kurze Spieldauer verdient Kritik. Dafür punktet der spielbare Cartoon mit Witz, Humor und viel Vergnügen. Außerdem, wer weiß ... Vielleicht spornt der Cover-Gag - jede Plattform bekommt ein eigenes Motiv - tatsächlich einige Sammler zu Extrakäufen an.Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
Videoclip zu "Die Simpsons - Das Spiel"
#echo cliplisterEmbed("EAN",1,320,260,75,0); // EMBEDDED QVGA
#echo cliplister("EAN",1,75); // POPUP QVGA
?>
Sitemap: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20