The Virgin Suicides (Special Edition, 2 DVDs inkl. Hörbuch)
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The Virgin Suicides (Special Edition, 2 DVDs inkl. Hörbuch)

Regie: Coppola, Sofia; Darsteller: Woods, James; Glenn, Scott; Tucker, Jonathan; DeSimone, Anthony; Ribisi, Giovanni; Christensen, Hayden; Turner, Kathleen; Dunst, Kirsten; Hartnett, Josh; Hall, Hanna R.; Swain, Chelse; Cook, A.J.; Hayman, Leslie; DeVito, Danny; Buchvorl.: Eugenides, Jeffrey; Musik: Air; Buch: Coppola, Sofia;
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The Virgin Suicides (Special Edition, 2 DVDs inkl. Hörbuch)

In einem US-amerikanischen Vorort wachsen während der 70er Jahre fünf bildhübsche Schwestern auf. Die Töchter eines Lehrers und dessen ultra-religiöser Frau im Alter zwischen dreizehn und siebzehn verkümmern im elterlichen Elfenbeinturm, während die Jungs der Nachbarschaft sich nach ihnen verzehren. Als Lux, die Älteste, nach einem Tanzabend an der Schule ihre Unschuld verliert, nimmt das Unglück seinen Lauf. Nach und nach scheiden alle Geschwister aus unerfindlichen Gründen freiwillig aus dem Leben... Francis Ford Coppolas Tochter Sofia entführt die Zuschauer in ihrem überzeugenden Regie-Debüt in das Herz der Mittelstands-Finsternis. Das auf dem gleichnamigen Bestseller des Nachwuchsautors Jeffrey Eugenides basierende Werk ist Thriller, Mysterienspiel, Tragödie und Komödie zugleich. Aus der Sicht eines mittlerweile erwachsenen Nachbarsjungen erzählt, besticht der Trip in die Vergangenheit durch seine hochkarätige Besetzung, den "Air"-Soundtrack und die stimmige Milieuzeichnung. Ein Arthaus-Tipp für eingefleischte Cineasten.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag

Jungs in der Nachbarschaft in einem amerikanischem Vorort der 70er haben es schwer. Sie leben Tür an Tür mit den schönsten Mädchen, die sie sich vorstellen können. Aber die tief religiöse Mutter und der introvertierte Vater schirmen die Töchter völlig ab, um sie vor den Gefahren der Pubertät zu schützen. Nachdem die 13-jährige Cecilia Selbstmord begeht, wird das Gefängnis für die Schwestern noch enger. Als der Herzensbrecher Trip Fontaine die Eltern dazu überreden kann, die Mädchen mit auf ein Schulfest gehen zu lassen, scheint sich die Situation zu verbessern. Doch als Lux nach einer Liebesnacht mit Trip erst am nächsten Morgen nach Hause kommt, trifft die Mutter eine verhängnisvolle Entscheidung. Die Ereignisse eskalieren ...

Bonusmaterial

komplettes Hörbuch DIE SELBSTMORD-SCHWESTERN (420 min), Making-of von Eleanor Coppola, Musikvideo von AIR, Fotogalerie, Soundtrack-Highlights, Kinotrailer


Produktinformation

  • Hersteller: Capelight
  • EAN: 4042564019575
  • Best.Nr.: 20921762
  • Artikeltyp: Film
  • Anzahl: 2
  • Datenträger: DVD
  • Erscheinungstermin: 3. November 2006
  • FSK: Freigegeben ab 12 Jahren gemäß §14 JuSchG
  • Sprachen: Deutsch, Englisch
  • Untertitel: Deutsch
  • Regionalcode: 2
  • Bildformat: 1:1, 85/16:9
  • Tonformat: Dolby Surround
  • Gesamtlaufzeit: 93 Min.
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 20.11.2000

Das Unerklärliche zieht uns hinan
Erstickte Jugend: Sofia Coppolas Film "The Virgin Suicides" nach dem Roman des Amerikaners Jeffrey Eugenides

Der Fall ist offensichtlich. Nachdem sich das jüngste der Lisbon-Mädchen aus dem Fenster gestürzt hatte, aufgespießt von den Pfeilspitzen des Gartenzauns rund um den akkurat gepflegten Vorgarten, nahmen sich binnen Jahresfrist auch die vier Schwestern gemeinsam das Leben. Der Fall ist aber undurchschaubar zugleich. Wie in Trance, von einer unwiderstehlichen Macht gelenkt, gingen die halbwüchsigen Mädchen in den Tod, Cecilia Lisbon mit dreizehn, Lux mit vierzehn, Bonnie mit fünfzehn, Mary mit sechzehn und Therese mit siebzehn Jahren, ein Kollektiv scheinbar fühlloser Wesen, die aber nicht länger sich zu ducken bereit waren und stillzuhalten unter fast unbeschreiblicher Repression.

Drangsaliert von einer engherzigen Mutter, deren Fürsorge nur Würgemale hinterlassen konnte, und im Stich gelassen von einem willensschwachen Vater, gegängelt und bevormundet, eingeengt und schließlich geradezu ausgesperrt vom Leben, mußten die Mädchen eine unbestimmte Todessehnsucht züchten, deren Zwang sie sich …

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Mit ihrem Regiedebut gibt Francis Fords 28jährige Tochter Sofia Coppola einen bemerkenswerten Einstand als unkonventionelle und sensibel intelligente Filmemacherin. Sie setzt der Welle der Teenie-Komödien und High-School-Feel-Good-Movies eine beunruhigende, psychologisch und gesellschaftskritisch hinterfragende Version entgegen. Es fehlt nicht an schwarzem Humor in dieser Geschichte von fünf Schwestern zwischen 13 und 17 Jahren, die in den 70er Jahren in einer Kleinstadt in Michigan aus dem Leben scheiden. Die Darstellerinnen dieser Mädchen sind authentisch im Alter ihrer Rollen und geben dem Film ein spannendes Flair, das nicht nur jugendliche Zuschauer faszinieren dürfte.

"Offensichtlich waren Sie nie ein 13jähriges Mädchen", bemerkt Cecilia (Hannah Hall) mit entwaffnend logischem Scharfblick, als der Arzt (Danny De Vito) ihr nach ihrem mißglückten Selbstmordversuch Vorhaltungen macht. Sie und ihre Schwestern wachsen im bourgeoisen amerikanischen Provinzmilieu mit einem Mathematiklehrer-Vater (James Woods) und einer sehr religiösen Mutter (Kathleen Turner) in einer scheinbar heilen Familie auf. Doch ein geheimnisvoller Suspense, der erfreulicherweise auch am Ende des Films keine beruhigende Patentlösung findet, begleitet die Geschichte von Anfang an. Erzählt wird sie als Erinnerung aus der heutigen Gegenwart von einem der Jungen aus der Nachbarschaft der Mädchen. Und so fällt schon ziemlich schnell der unheimliche Satz: "Cecilia ging als erste."
Die schönen blonden Schwestern erregen die Aufmerksamkeit und Neugier der gleichaltrigen Jungs, die bei sich erstmals bisher unbekannte Gefühle des Verlangens entdecken. Trip (Josh Hartnett), der Beau der Schule, verknallt sich in Lux (Kirsten Dunst) auf den ersten Blick und gibt sich auf rührende Weise Mühe, ihren Vater von der Ernsthaftigkeit seiner Absichten zu überzeugen. Und schließlich dürfen die Mädchen nach häufigen und heftigen Diskussionen mit den konservativen Eltern auf eine Tanzveranstaltung gehen. In dieser Nacht finden Lux und Trip den Mut und die Gelegenheit, sich zu lieben. Sofia Coppola und ihr Kameramann Edward Lachman finden verstörende Bilder für Lux' Einsamkeit danach.
Mehr und mehr verstörend sind auch die Wendungen der Geschichte, die Sofia Coppola ungewöhnlich konsequent aus der Rückblick-Perspektive der Jungs mit leicht nostalgischer Melancholie erzählt. Hier wird deutlich, daß die Vorlage ein Roman ist, Jeffrey Eugenides' 1991 erschienener "The Virgin Suicides" - die leicht distanziert fabulierende Haltung ist eindeutig literarisch. Da hat die Drehbuchautorin Sofia Coppola vielleicht noch ein bißchen zu sehr am Original festgehalten. Andererseits aber gibt diese filmische Stilisierung dem weiteren Handlungsverlauf auch eine gute Portion Ambiguität und Spannung, die das Ungewisse und Mysteriöse der "jungfräulichen Selbstmorde" alptraumhaft spürbar macht. Wenn die bigotte Mutter, die nach Cecilias zweitem und erfolgreichen Anlauf zum Selbstmord die verbliebenen vier Töchter von der Schule nimmt und zu Hause einsperrt, ist die Eskalation der Schrecken nicht mehr aufzuhalten. Die Jungs geben nicht auf und erfinden mit den Mädchen einen heimlich praktizierten Austausch von Mitteilungen. Die tragische Entwicklung zur unaufhaltsamen Katastrophe bleibt in ihrer Motivation bewußt unerklärt, wie so vieles im wirklichen Leben. So geht der Film wie ein Puzzle-Spiel im Kopf der Zuschauer weiter und macht neugierig auf den nächsten Film von Sofia Coppola. fh.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
Jeffrey Eugenides, geb. 1960 in Detroit/Michigan lebt heute mit Frau und Tochter in Berlin, wohin ihn Stipendien des DAAD und der American Academy gelockt haben. Sein Debütroman 'The Virgin Suicides' (dt. 'Die Selbstmord-Schwestern') erregte weltweit Aufsehen und wurde im Jahr 2000 von Sofia Coppola verfilmt. Wie Jonathan Franzen rechneten ihn Kritiker in der Zeitschrift 'The New Yorker' unter die 'Twenty Writers for the 21st Century' und in der Zeitschrift Granta unter die 'Best Young American Novelists'. Jeffrey Eugenides wurde 2003 mit dem 'Welt"-Literaturprei' ausgezeichnet.

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