Mansfield Park
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Mansfield Park

Regie: Rozema, Patricia; Darsteller: Davidtz, Embeth; Waddell, Justine; Hamilton, Victoria; Myles, Sophia; McRae, Hilton; Taylor-Gordon, Hannah; Edwards, Charles; Miller, Jonny Lee; Nivola, Alessandro; O'Connor, Frances; Pinter, Harold; Duncan, Lindsay; Gish, Sheila; Purefoy, James; Bonneville, Hugh; Buchvorl.: Austen, Jane; Musik: Barber, Lesley;
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Mansfield Park

Fanny Price, als Zehnjährige aus ärmlichen Verhältnissen zu wohlhabenden Verwandten nach Mansfield Park geschickt, wächst dort im Schatten ihrer Cousinen und Cousins auf. Nur zum sensiblen Edmund, der von ihrem Freigeist fasziniert ist, entwickelt sie eine engere Beziehung. Allmählich reift das Mädchen zu einer genauen Beobachterin und scharfzüngigen jungen Dame mit Ambitionen heran: sie will Schriftstellerin werden. Ihr autoritärer Onkel verfolgt aber ganz andere Pläne. So hat er etwa schon einen Heiratskandidaten für Fanny ausgesucht... Nach Ang Lee ("Sinn und Sinnlichkeit") und Douglas McGrath ("Emma") wagt sich nun die Kanadierin Patricia Rozema ("When Night Is Falling") an die Adaption eines Jane-Austen-Romans. Und auch sie zeichnet ein Gesellschaftsporträt, in dem Standesdünkel mehr zählen als Gefühle. Obwohl die Titelheldin durch die autobiografische Anlehnung an Austen geradezu modern wirkt, fehlt der Verfilmung der Reiz des Neuen. Da die Filmemacherin zudem auf Schauspiel-Pominenz verzichtet, ist das Werk eher ein Geheimtip für Literaturfans.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag

Fanny Price (Frances O'Connor), die als Zehnjährige zu den wohlhabenden Verwandten nach Mansfield Park kommt, wächst in dem prachtvollen Herrenhaus wie das sprichwörtliche arme Stiefkind auf. Ihr Cousin Edmond (Jonny Lee Miller) ist der einzige, der ihr den Aufenthalt erträglich macht. Mit ihm teilt sie die Leidenschaft für Literatur und Dichtung, und Edmond wiederum ist von Fanny und ihrem freiem Denken und Fühlen völlig fasziniert. Die beiden wären das ideale Paar, doch die Ankunft der Geschwister Mary (Embeth Davidtz) und Henry Crawford (Alessandro Nivola) bringt das emotionale Leben auf Mansfield Park ziemlich durcheinander. Edmond verliebt sich in Mary, und der charmante Henry macht Fanny überraschend einen Heiratsantrag. Aber Fanny durchschaut den Filou mit seinem unsteten Charakter und lehnt ab, Henrys Frau zu werden. Sie muss Mansfield Park verlassen, und ihre Chancen, Edmond wiederzusehen, sind gleich null.

Bonusmaterial

Interviews, Trailer, Behind the Scenes, Audiokommentar von Patricia Rozema


Produktinformation

  • Hersteller: Studiocanal
  • EAN: 4006680024240
  • Best.Nr.: 09726348
  • Artikeltyp: Film
  • Anzahl: 1
  • Datenträger: DVD
  • Erscheinungstermin: 8. Mai 2001
  • FSK: Freigegeben ab 6 Jahren gemäß §14 JuSchG
  • Sprachen: Deutsch, Englisch
  • Untertitel: Deutsch
  • Regionalcode: 2
  • Bildformat: 1:1, 85/16:9
  • Tonformat: Dolby Surround
  • Gesamtlaufzeit: 107 Min.
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 24.07.2000

Whatever happened to Baby Jane?
Trotzköpfchens Triumph: Patricia Rozemas erstaunliche Austen-Verfilmung "Mansfield Park"

Alle verstehe sie, sagt Mary Crawford in Jane Austens Roman wie in Patricia Rozemas Film über die Bewohner von Mansfield Park, nur Fanny Price nicht. "Pray", fragt sie die Brüder Bertram, "is she out, or is she not?" Ist sie draußen, in der Welt, oder steht ihr das Debüt in der Gesellschaft noch bevor? Die Frage der scharfzüngigen Londonerin zielt auf den sozialen Status der Heldin von "Mansfield Park", der Fannys äußerliche Schwäche ausmacht. Aber die Frage berührt, ohne dass Mary Crawford es ahnen würde, auch das seelische Geheimnis, die unerschütterliche innere Stärke von Fanny Price. Mary hatte bemerkt, dass Fanny ihre Cousins zu einem Abendessen in der Nachbarschaft begleitete, als wäre sie schon in die Gesellschaft eingeführt worden. Andererseits sprach sie so wenig, als wüsste sie nichts von der Welt. Fanny ist eine arme Verwandte, eine der vielen Töchter der Schwester von Lady Bertram, die so töricht war, aus Liebe zu heiraten. Gnadenhalber hat Sir Thomas Bertram sie aufgenommen und mit seinen Kindern, aber …

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Vier bzw. drei Jahre nach "Sinn und Sinnlichkeit", "Verführung" und "Emma" sucht das Austen-Fieber neue Träger. "Mansfield Park" sorgt in der Adaption Patricia Rozemas ("When Night Is Falling") allerdings nur für leicht erhöhte Temperaturen. Was weniger an der Qualität als am Erschöpfungszustand manchen Zuschauers liegt, für den Austens Themenkatalog vielleicht einmal zu viel aufgelegt wurde. Das kommerzielle Schicksal beeinflusst darüber hinaus auch das Fehlen von Prominenz, die "Sinn und Sinnlichkeit" noch zu einem Hit gemacht hatte. In der Konsequenz wird man sich wohl in den Erwartungen bescheiden müssen.

Literaturfans werden jedoch auch von "Mansfield Park" nicht enttäuscht werden, bietet doch auch diese Erstverfilmung ein plastisches Porträt des Gesellschaftsklimas und der Opfer, die das Gefühl der Vernunft bringen musste. Austens Kernhandlung ließ Rozema weitgehend unberührt, betonte aber die Sklaverei stärker als historischen Hintergrund und Spiegel für die Situation der Protagonistin. Letztere wirkt, von Rozema als Mischung aus der Romanfigur und Austens eigener Persönlichkeit angelegt, energischer. Mit dem Vertrauen in ihre Menschenkenntnis und den eigenen Instinkt ist Fanny (Frances O'Connor aus "Kiss or Kill") eine klassische Austen-Heldin, die dank Rozemas Charakterstyling deutlicher in die Moderne weist. Ihre Konflikte sind jedoch unverändert in der Zeit verhaftet, in der ausgelebte Emotionen tabuisiert, Ehen arrangiert und Schicksale durch Geburt vorgezeichnet sind. Fanny ist zehn, als sie aus ärmsten Verhältnissen nach Mansfield Park kommt, wo sie geduldeter, aber nicht integrierter Familienzuwachs wird. Die Ambitionen dieses Freigeistes werden nicht ernst genommen und ihre romantischen Wünsche bleiben ein Geheimnis. Wie schon in "Sinn und Sinnlichkeit" liegt die Prüfung in der Ortung des wahrhaftigen Gefühls, an dem dann trotz aller Verführungen festgehalten werden muss. So lehnt Fanny das Werben eines Charmeurs (Alessandro Nivola) beharrlich ab, weil sie sich nur ihrer Gefühle für ihren Cousin (Jonny Lee Miller) sicher ist, der in diesem Erkenntnisprozess noch von den Reizen einer anderen (Embeth Davidtz) abgelenkt wird. Die beiden romantischen Alternativen, die im Roman fast Raubtiere sind, erscheinen bei Rozema sympathischer, was vor allem Fannys Verweigerung mitunter zu einer Geduldsprobe macht. Abgesehen von ihr zeichnet nahezu alle Figuren eine reizvolle Unberechenbarkeit aus. So könnte Nivola tatsächlich aufrichtig geliebt, Davidtz mit einer lesbischen Affäre geliebäugelt, ja sogar der Hausherr (Dramatiker Harold Pinter einmal vor der Kamera) für Fanny nicht nur väterliche Gefühle entwickelt haben. Wie in vielen Herrschaftssitzen gibt es also auch hier ein Labyrinth, durch das ein Weg gefunden werden muss. Und trotz des Titels befindet sich dieses nicht im Park. kob.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
Jane Austen wurde 1775 in Steventon (Hampshire) als Tochter eines Landpfarrers geboren. Sie ist die Schöpferin bedeutender klassischer Werke der englischen Literatur. Nach Meinung ihres Bruders führte sie "ein ereignisloses Leben". Sie starb 41-jährig, unverheiratet und kinderlos, an Tuberkulose. Ihre literarische Welt war die des englischen Landadels, deren wohl kaschierte Abgründe sie mit feiner Ironie und Satire entlarvte. Psychologisches Feingefühl und eine lebendige Sprache machen ihre scheinbar konventionellen Liebesgeschichten zu einer spannenden Lektüre.

Kundenbewertungen zu "Mansfield Park"

4 Kundenbewertungen (Durchschnitt 2.8 von 5 Sterne bei 4 Bewertungen ***** gut)
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Bewertung von R.E.R. am 23.02.2013 ***** schlecht
Verfilmungen von Jane Austens Klassikern sind mittlerweile ebenso beliebt wie ihre Werke. BBC Serien und Hollywood Blockbuster liefern den Anhängern der englischen Pfarrerstochter belebte Bilder der Helden, die man schon in den Büchern liebte. Aber bei einigen filmischen Umsetzungen ist Vorsicht geboten, wie zum Beispiel in der vorliegenden Version von “Mansfield Park” aus dem Jahr 1999. Hier hat man Fanny Price Gewalt angetan.

Die Handlung des Buches wurde grausam zusammengestrichen und noch dazu mit biographischem Material aus dem Leben der Schriftstellerin verwoben. Heraus kommt ein ärgerliches Gemisch, das die ursprüngliche Handlung lediglich als Grundgerüst verwendet und deren Figuren wenig bis gar nichts mit ihren literarischen Vorbildern gemein haben.

Fanny Price, die wohl streng moralischste und vor allem schüchternste Heldin Jane Austen, wird hier zur energiegeladenen Möchtegernschriftstellerin, die den von ihr geliebten Vetter Edmund lautstark jauchzend durch das Herrenhaus jagt! Fanny Price, die den wankelmütigen Henry Crawford im Roman auch nicht auf zehn Schritte an sich herankommen lässt, um diesen nur ja nicht zu ermuntern, spaziert im Film allein mit dem Lüstling am Hafen von Portsmouth, lässt sich in aller Öffentlichkeit küssen und nimmt seinen Antrag an!

Auch wenn die Regisseurin, die gleichzeitig als Drehbuchautorin fungierte soviel Verstand besitzt diesen Fauxpas in der nächsten Szene aus der Welt zu schaffen, an diesem Film ist nichts mehr zu retten. Es ist eigentlich eine Zumutung, dass ein solches Machwerk überhaupt den Titel von Jane Austens Buch tragen darf.

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Bewertung von sabisteb aus Freiburg am 13.12.2011 ***** sehr gut
Fanny Price ist die Tochter einer in Ungnade gefallenen Mutter. Ihre Mutter heiratete aus Liebe einen armen Mann, die Folge waren unzählige Kinder, deren erstes Fanny ist. Als gute Tat wird Fanny von ihren wohlhabenden Verwandten Lady und Sir Betram auf Mansfield Park aufgenommen und eher wie eine kostenlose Angestellte denn Verwandte behandelt. Nur ihr Cousin Edmund scheint sie zu verstehen, die beiden sind von Kindesbeinen an ein Herz und eine Seele und ermuntert Fannys literarische Ergüsse.
Jahre später beginnt sich das Liebeskrussell zu drehen. Fannys Cousine Maria verlobt sich mit Mr. Rushworth. Mary Crawford, eine Nachbarin, hat es auf Edmund abgesehen, während Henry Crawford Fanny den Hof macht. Fanny liebt jedoch Edmund, während Maria in Wirklichkeit Henry begehrt.

Ich kenne die Romanvorlage von Jane Austen nicht, aber schon wenn man den Film alleine für sich wirken lässt wird schnell klar, dass hier deutlich bearbeitet worden sein muss. So flach und einfach sind die Beziehungsgeflechte in den Austen Romanen, die ich gelesen habe, nie gewesen. So flach und platt war ihr Humor und ihre Ironie nie. Auch denke ich nicht, dass sie sich sozialkritisch bezüglich der Sklaverei in den Kolonien geäußert hat.

Betrachtet man den Film als losgelöst von jeglicher literarischer Vorlage, ist er sehr unterhaltsam. Die Kulissen muten teils fast surrealistisch an, die Erzählweise ist witzig, modern und sehr ansprechend und auch die Darsteller sehr gut. Unangenehm fällt jedoch öfters die musikalische Untermalung auf, die sich teilweise extrem in den Vordergrund drängt und dadurch aufdringlich bis störend wirkt.

Fazit: Ein wenig seicht und vorhersehbar mit unpassendem moralischen Zeigefinger was die Sklaverei angeht, der so gar nicht zu Austen passen will, aber dennoch unterhaltsam.

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Bewertung von Hoffnung am 05.04.2011 ***** schlecht
Habe den Film auf DVD gesehen und finde ihn auf keinen Fall besser als die 2007er Version. Ganz im Gebenteil. Der Film weicht in machen Punkten zu massiv vom Buch ab. Wer sich auf einen schönen Jane Austen Film freut wird enttäuscht. Auch die weibliche Hauptperson wird zusehr entfremdet.

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Bewertung von Monasinja am 03.01.2008 ***** ausgezeichnet
In einer vor Filmkauf verfassten Kritik wurde bemängelt, dass der Film ohne bekannte Schauspieler verwirklicht wurde. Na und? Ganz ehrlich, müssen es denn immer bekannte Schauspieler sein? Ich meine "Nein"! Und wie ich finde, sollte man diesem Film wirklich eine Chance geben. Wenn man eine wirklich wunderschöne Verfilmung mit wirklich wirklich gutaussehenden Menschen sehen möchte - ZUGREIFEN! Ich war so fasziniert, ich brauche wirklich keine Hollywoodgrössen, wenn ich diese Darsteller irgendwann - hoffentlich - mal wieder sehen kann!

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