Krauses Kur
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Krauses Kur

Regie: Böhlich, Bernd; Darsteller: Krause, Horst; Heise, Reiner; Maertens, Kai; Antoni, Carmen-Maja; Böttiger, Angelika; Prückner, Tilo; Hermann, Irm; Beyer, Alexander; Heine, Friedrich; Haberlandt, Fritzi; Schmidt, Andreas; Musik: Kahane, Tamás; Buch: Böhlich, Bernd; Kamera: Plenert, Thomas;
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Krauses Kur

Nach einem Schwächeanfall muss der brandenburgische Polizeihauptmeister Krause zur Kur an die Ostsee. Mit seinen Schwestern erinnert er sich verklärt an einen Urlaub, den sie als Kinder dort verbracht haben. Die Frauen beschließen, Krause zu begleiten. Während der Polizist widerwillig die Kur erträgt, wohnen die Schwestern auf einem Campingplatz. Ein Geschäftsmann hat allerdings ganz andere Pläne mit dem malerischen Gelände. Nach "Krauses Fest" durfte sich Bernd Böhlich ein zweites Solo für den dicken Krause ausdenken, der im Hauptberuf in der Provinz Auge und Ohr für seine "Polizeiruf"-Chefin aus Potsdam ist. Die Handlung ist überschaubar, hat aber trotzdem hohen Unterhaltungswert, weil Böhlich seine Figuren mit so viel Zuneigung schildert; von Thomas Plenerts herrlichen Ostseebildern und der kongenialen Musik von Tamás Kahane ganz zu schweigen.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag

Nach dem Fernsehfilm "Krauses Fest", folgt nun "Krauses Kur". Auch diese Geschichte zeigt den beleibten Dorfpolizisten und seine Schwestern privat: An einem Sommerabend spielt der Kreislauf von Krause plötzlich verrückt - die Ärztin verordnet ihm umgehend eine Kur. Weil aber ohne seine Schwestern Elsa und Meta nichts geht und ein Ostsee-Quartier für drei Wochen in der Hauptsaison zu teuer ist, machen sie sich gemeinsam mit dem guten, alten Campinganhänger Marke "Dübener Ei" auf die Reise - Krause fährt in die Klinik, seine Schwestern übernachten auf dem Zeltplatz. Krause ist weder vom Speiseplan in der Kurklinik noch vom täglichen Bewegungsprogramm angetan. Mit seinem Zimmernachbarn Rudi kommt er aus. Aber der kleine Mitpatient Jonas Schimmelpfennig, der zum Platzen stolz auf seinen Vater ist, nervt ihn. Als der 11-Jährige damit angibt, dass sein Vater das Nachbargrundstück kaufen will und der Zeltplatz verschwinden soll, reicht es Krause. Das ist der Ort, an dem er mit seinen Schwestern immer die Ferien verbracht hat! Krause ist drauf und dran, die Klinik zu verlassen. Vorher redet er aber Vater Schimmelpfennig noch mächtig ins Gewissen, seinem Sohn Jonas die volle Wahrheit zu sagen. Das hat dramatische Folgen. Obendrein verschwindet Krauses Schwester Meta für eine ganze Nacht. Das gab es noch nie. Krauses Kurerfolg ist ernsthaft in Gefahr ...


Produktinformation

  • Hersteller: good!movies
  • EAN: 4047179436687
  • Best.Nr.: 27960571
  • Artikeltyp: Film
  • Anzahl: 1
  • Datenträger: DVD
  • Erscheinungstermin: 11. Dezember 2009
  • FSK: ohne Alterseinschränkung gemäß §14 JuSchG
  • Sprachen: Deutsch
  • Untertitel: Englisch
  • Regionalcode: 00
  • Bildformat: 16:9
  • Gesamtlaufzeit: 88 Min.
Nach "Krauses Fest" durfte sich Autor und Regisseur Bernd Böhlich im Auftrag des RBB ein zweites Solo für den dicken Horst Krause ausdenken, den herrlich eigenwilligen Brandenburger Polizeihauptmeister, der in den "Polizeiruf 110"-Beiträgen aus Potsdam für seine Chefin Auge und Ohr in der Provinz ist. Schon "Krauses Fest" (2007) war jedoch kein Krimi, und auch "Krauses Kur" ist erneut eher ein Heimatfilm; allerdings einer der ganz besonderen Art.

Die Geschichte beginnt mit einem Warnschuss: Horst Krause (unverwechselbar verkörpert vom Schauspieler gleichen Namens) erleidet eine Kreislaufschwäche. Die Ärztin (Fritzi Haberlandt) rät ihm dringend zur Kur. Krause ist zwar Gemüts- und Genussmensch, aber auch immer im Dienst; außerdem will er seine beiden Schwestern Elsa und Meta (Carmen-Maja Antoni, Angelika Böttiger) nicht mit ihrem Gasthof allein lassen. Die beiden würden ohnehin zu gern mitkommen, zumal alle drei verklärt an ihren letzten gemeinsamen Urlaub in Kindertagen zurückdenken. Aber es ist Hochsaison, das wäre nicht gut fürs Geschäft. Also wird kurzerhand Nachbar Schlunzke (Andreas Schmidt) als Vertretung engagiert, und ab geht's Richtung Ostsee.
Das ist zwar nur der Einstieg in die Geschichte, aber sehr viel mehr passiert genau genommen nicht. Trotzdem hat der Film einen enormen Unterhaltungswert, weil Böhlich seine Figuren mit so viel Zuneigung schildert. Die Erlebnisse des Trios sind von berückender Harmlosigkeit, aber liebevoll inszeniert. Schon allein die Bilder der Fahrt sind herrlich: Man reist zu dritt auf Krauses Motorrad mit Beiwagen; der Wohnwagen hängt hinten dran. Dieses Gefährt ist ein echtes Museumsstück: Das so genannte Dübener Ei (auch "Wanderniere" genannt) war ein rollendes Zwei-Bett-Zimmer, ist von Max Würdig aus dem sächsischen Bad Düben 1936 erfunden und bis 1990 etwa zweitausend Mal gebaut worden.
Auf Usedom nächtigen die Schwestern im Campinganhänger; Krause muss derweil höchst widerwillig die Kur über sich ergehen lassen. Während die verschiedenen Begegnungen mit der für die Ernährung zuständigen Oberschwester Ilse (Irm Hermann), die wie zum Hohn auch noch Lustig heißt, eben dies überhaupt nicht sind, entwickelt sich zum lebenslustigen Zimmernachbarn Rudi (Tilo Prückner) immerhin eine Art Freundschaft, zumal es zwischen Rudi und Meta auf Anhieb funkt. Auch Rudi ist das Gegenteil seines Nachnamens (Weisglut). Und dann ist da noch Jonas (Friedrich Heine), ein Junge, der gern und oft mit seinem Vater prahlt. Krause ist der angeblich im benachbarten Fünf-Sterne-Hotel wohnende "Geschäftsmann" (Alexander Beyer) allerdings eher unsympathisch, und das nicht nur, weil er in Wirklichkeit im Auto schläft: Er will das Grundstück mit dem malerischen Campinggelände in einen Golfplatz umwandeln. Als Jonas rausfindet, dass sein Vater gar nicht der tolle Hecht ist, für den er ihn hält, bricht seine Welt zusammen.
Das klingt alles nicht sonderlich aufregend, und das ist es auch nicht; aber schön erzählt und wunderbar gespielt; von Thomas Plenerts herrlichen Ostseebildern und der kongenialen Musik von Tamás Kahane ganz zu schweigen. tpg.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
Carmen-Maja Antoni (geb. 1945) spielt seit 1977 am Berliner Ensemble Theater. Daneben tritt sie in zahlreichen Fernseh- und Kinofilmen auf.

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