Kikujiros Sommer
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Kikujiros Sommer

Regie: Kitano, Takeshi; Darsteller: Kitano, Takeshi; Sekiguchi, Yusuke; Kishimoto, Kayoko; Daike, Yuko; Yoshiyuki, Kazuko; Kiyoshi, Beat; Gidayu, Great; Musik: Hisaishi, Joe; Buch: Kitano, Takeshi; Kamera: Yanagishima, Katsumi;
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Kikujiros Sommer

Der übermütige Kleinganove Kikujiro wird von seiner Freundin beauftragt, den achtjährigen, höchst verschlossenen Masao auf der Suche nach dessen Mutter im japanischen Hinterland zu begleiten. Kikujiro, ein Taugenichts, der sich vor jeder Verantwortung drückt, nutzt die erste Gelegenheit, um beim Fahrradrennen sein Geld zu verspielen. Je weiter aber die Reise geht und je mehr Menschen die beiden treffen, etwa zwei harmlose Rocker, ein hilfsbereites Pärchen oder einen reisenden Poeten, desto mehr wachsen die ungleichen Gefährten zusammen. Das japanische Multitalent Takeshi Kitano, bekannt für seine knallharten Gangster-Stories, zeigt sich in mit dieser Kreuzung aus Road Movie und Komödie von seiner poetisch-melancholischen Seite. Das liebevolle Porträt einer ungewöhnlichen Freundschaft, das auch als Hommage an Kitanos Vater verstanden werden kann, lebt vom locker-leichten Inszenierungsstil, den beiden großartig aufspielenden Hauptdarstellern und dem kindlich-verspielten Humor. Kitanos achter Film, bei dem er erneut für Regie, Schnitt und Drehbuch verantwortlich zeichnet, ist beim etwas anspruchsvolleren Publikum bestens aufgehoben.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag

Bonusmaterial

Interview mit Takeshi Kitano und Kinotrailer


Produktinformation

  • Hersteller: Universum Film
  • EAN: 0886977686894
  • Best.Nr.: 31072891
  • Artikeltyp: Film
  • Anzahl: 1
  • Datenträger: DVD
  • Erscheinungstermin: 22.10.2010
  • FSK: Freigegeben ab 6 Jahren gemäß §14 JuSchG
  • Sprachen: Deutsch
  • Untertitel: Deutsch
  • Regionalcode: 2
  • Bildformat: 1:1, 85/16:9
  • Tonformat: Deutsch, DD 5.1
  • Gesamtlaufzeit: 121 Min.
In seinem achten Film als Regisseur kehrt der japanische Superstar Takeshi Kitano der Welt der Yakuza vorübergehend den Rücken und präsentiert einen verspielten, regelrecht kindischen Travelogue, in dem ein kleiner Junge bei der sommerlangen Suche nach seiner Mutter von einem erwachsenen Tunichtgut begleitet wird. Bei weitem nicht so komplex wie Takeshis Venedig-Gewinner von 1997, "Hana-bi", wirkt "Kikujiro" wie eine entspannte Skizze, die man sich zwischen zwei großen Werken gönnt. Gerade die Leichtigkeit der im für den Filmemacher in typisch minimalistischen Tableaus gefilmten Komödie sollte Takeshi allerdings neue Zuschauerschichten sichern.
Gleich in einer der ersten Szenen verdeutlicht Takeshi Kitano, daß er in friedlicher Mission unterwegs ist: Der neunjährige Masao und ein Freund weichen einer Konfrontation mit Schulrowdys mit den Worten "Nehmen wir einen anderen Weg" aus und treten den Rückzug an. Was noch in "Kids Return" zu einer unausweichlichen Keilerei geführt hätte, ist ersetzt worden mit Geduld und Humor. Gezielt greift der Regisseur auf seine Vergangenheit als Mitglied des erfolgreichen Comedyduos The Two Beats zurück: Fast jede Szene seines augenzwinkernden Roadmovies wird in Pointen aufgelöst, wobei der Mann, der Clint Eastwood im Vergleich wie einen liebenswerten Quatschkopf aussehen läßt, zumeist sich selbst auf Kosten seines Tough-Guy-Images zur Zielscheibe der Späße macht. Es ist ebenso ungewohnt wie komisch, wenn Takeshi sich am Slapstick eines Buster Keaton orientiert. Schnell wird klar, daß nicht der neunjährige, todernste Masao das eigentliche Kind im Verbund des ungleichen Duos ist, sondern der ungelenke Kleingauner Kikujiro, der sich vor jeder Verantwortung drückt und eigentlich nur Unsinn im Kopf hat. Als er von seiner Freundin beauftragt wird, das bei seiner Großmutter lebende Waisenkind Masao bei der Suche nach seiner Mutter im japanischen Hinterland zu begleiten, nutzt er die Gelegenheit zunächst, um beim Fahrradrennen sein Geld zu verspielen. Doch je weiter die Reise geht, je mehr Menschen sie treffen, u. a. zwei harmlose Rocker, ein hilfsbereites Pärchen und ein reisender Poet, desto mehr wachsen die Reisegefährten zusammen. Als sie nach zahlreichen, bisweilen bizarren Abenteuern, einigen Enttäuschungen und mit neuen Erkenntnissen wieder nach Hause zurückkehren, hat Masao genügend Eindrücke gesammelt, um seine Hausaufgabe über seine Sommererlebnisse zu verfassen. Deren einzelne Kapitel verleihen dem episodenhaften Trip seine eigenwillige Struktur. Wie "Hana-bi" gehorcht der Film einer störrischen Lyrik und Zärtlichkeit, wie sie im Kino der Gegenwart nur Takeshi auf die Leinwand zaubert. Wenn in der zweiten Hälfte alle Spannung in endlosen kindlichen Spielen aufgelöst wird, mit denen Kikujiro und Weggefährten den kleinen Masao einen unvergeßlichen Sommer bereiten, kommt das einer liebevollen Umarmung gleich. Dann merkt man auch, wie "Kikujiro" sich aller Albernheiten und eines etwas zu überschwenglichen Soundtracks zum Trotz doch ins Herz des Besuchers geschlichen hat. Ein Filmerlebnis, das sich im Arthouse-Bereich durchaus zahlen könnte. ts.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag

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Kundenbewertungen zu "Kikujiros Sommer"

1 Kundenbewertung (Durchschnitt 3 von 5 Sterne bei 1 Bewertungen ***** gut)
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(1)
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Bewertung von sabisteb aus Freiburg am 05.05.2012 ***** gut
Masao lebt bei seiner Großmutter in Tokyo, er kennt seine Mutter nicht, die ihn aus unerfindlichen Gründen bei der Oma dauerhaft geparkt hat. In den Sommerferien ist ihm schrecklich langweilig. Da fällt ihm die Adresse seiner Mutter in die Hand und er beschließt sie zu besuchen, ganz alleine, ohne das Wissen seiner Oma. Als Masao von junge Raufbolden bedroht wird, geht der Lebemann und Nichtsnutz Kikujiro dazwischen. Die beiden werden Freunde. Ex-Yakuza Kikujiro nimmt Masao mit auf die Rennbahn und sieht ihn als Orakel bei Pferderennen an, das ihm Glück bringen soll, stattdessen verlieren sie alles Geld und schlagen sich mehr schlecht als Recht per Anhalter bis zu Masaos Mutter durch, nur um eine große Enttäuschung zu erleben.

Kikujiros Sommer war 1999 in Cannes für die Goldene Palme nominiert. Der japanische Film ist angeblich eine Roadmovie-Komödie. Bei Roadmovie stimme ich zu, bei Komödie nicht. Der Film ist nicht witzig, wenn dann streckenweise vielleicht ein wenig albern. Die Schauspieler wirken hölzern, was noch durch die schlechte deutsche Synchronisation verstärkt wird, die man einfach nur als misslungen bezeichnen kann. Vielleicht haben Japaner ja eine andere Art von Humor als Europäer, vielleicht habe ich keinen Zugang zu dieser Art Humor, ich fand den Film stinklangweilig und die Missgeschicke auf der Reise teils einfach so peinlich, dass man sich nur fremdschämen konnte, witzig ist das nicht. Ein kleiner Junge reist mit einem durchgeknallten, Spielsüchtigen Ex-Yakusa durch Japan, um seine Mammi zu besuchen. Der Yakusa ist dermaßen verpeilt, dass man sich wundert, dass er überhaupt noch lebt und zu einem Ex-Yakusa werden konnte. Was die beiden miteinander erleben ist recht banal, ereignislos aber streckenweise durchaus putzig herzerwärmend, besonders gegen Schluss. Kein Film, den man gesehen haben muss.

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